Pixel 10 Pro Fold im Test- eine erkenntnisreiche Zeit

In den letzten Jahren habe ich Foldables meist aus der Ferne beobachtet – faszinierend, aber immer mit einer gesunden Skepsis. Doch mit dem Google Pixel 10 Pro Fold ist der Punkt erreicht, an dem ich das Experiment wagen muss. Es ist mein allererstes Mal mit einem Foldable. Ich möchte herausfinden ob die Technik 2026 endlich so weit ist, dass sie meinen Alltag wirklich bereichert, oder bleibt das faltbare Display nur ein teures Gimmick? Das und mehr könnt ihr hier in diesem Review lesen.

Benchmarks sind nicht alles!

Das Erste, was auffällt, ist das neue zahnradlose Scharnier des Pixel 10 Pro Fold. Es fühlt sich sehr solide an und soll laut Google über ein Jahrzehnt halten. Das kann ich natürlich innerhalb des Testzeitraumes nicht nachprüfen, aber ein paar Jahre wird es bei angemessener Bedienung schon funktionieren. Aufgeklappt halte ich ein gewaltiges 8-Zoll-Display in meinen Händen, was einem kleinen Tablet gleicht. Es hat eine Spitzenhelligkeit von 3000 Nits und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ist der Bildschirm sehr gut ablesbar. Das 6,4-Zoll-Außendisplay fühlt sich im geschlossenen Zustand, fast wie ein normales Smartphone an. Ein echtes Highlight ist die erstmalige IP68-Zertifizierung eines Klapphandys. Diese Zertifizierung garantiert das das Gerät sowohl staubdicht als auch gegen dauerhaftes Untertauchen in Wasser (bis zu 1,5 Meter für 30 Minuten) geschützt ist. Bisherige Foldables boten oft nur einen Spritzwasserschutz, aber keine offizielle Zertifizierung gegen das Eindringen von Staub. Dies ist somit eine Premiere auf dem Markt und die Konkurrenz wird dies sicherlich bald auch bei ihren eigenen Geräten anbieten.

Unter der Haube schlägt der neue Tensor G5. In Kombination mit ausreichenden 16 GB RAM, ist die Bedienung flüssig und Ruckler sind somit nicht existent. Spielen ist mit dem Tensor G5 natürlich auch möglich. Die besseren graphischen Einstellungen sind nur bei der Konkurrenz wie zum Beispiel Samsung möglich. Das Multitasking unter Android 16 macht auf dem großen Screen richtig Spaß. Auch dieses Review habe ich auf dem Pixel 10 Pro Fold geschrieben. Ich musste mich zwar erst auf die geteilte Tastatur umgewöhnen, was einige Tage dauerte, aber danach kein Problem mehr dargestellt hat. Besonders das neue „Magic Cue“-Feature, welches kontextbezogene Infos aus meinen Mails oder Kalendern direkt in Apps vorschlägt, spart im Alltag schon einiges an Zeit. Ich habe es kaum benutzt, aber dieses Feature ist definitiv ein „nice to have“. Google verspricht zudem Updates bis ins Jahr 2032, was das Gerät zu einer langfristigen Investition und zukunftssicher macht.

Die Kamera-Hardware wurde selbstverständlich optimiert. Die 48-MP-Hauptkamera liefert die gewohnt sehr gute Pixel-Bildqualität. Natürliche Farben, ein starker Dynamikumfang, sowie eine schnelle Verschlusszeit machen fast jedes Bild zu einem Hingucker. Der 5-fache optische Zoom des Teleobjektivs ermöglicht scharfe Aufnahmen aus der Distanz, und dank Funktionen wie „Mich hinzufügen“ oder dem magischen Editor sind der Kreativität, wie bei den Vorgängern, kaum Grenzen gesetzt. Eine kleine Kritik muss ich hier trotzdem loswerden. Die Bilder wirken manchmal einen Tick weicher als beispielsweise bei meinem Vorgängermodell dem Pixel 9 Pro XL, was jedoch nur im direkten Vergleich auffällt. Im Großen und Ganzen hat mich die Hardware der Kamera, sowie die Software durchaus positiv überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Fold Smartphone ansatzweise an die normalen Flaggschiffe rankommt. Mit dem 5015 mAh großen Akku hält das Pixel 10 Pro Fold, bei normaler Nutzung, ungefähr 2 Tage. An einigen Tagen habe ich mehr Bildschirmzeit gehabt und bin dennoch gut durch den Tag gekommen. Auch wenn das Laden mit 30 Watt im Vergleich zur Konkurrenz etwas gemächlicher ist, punktet Google hier mit der neuen Qi2-Zertifizierung für magnetisches kabelloses Laden. Eine volle Ladung (30 Watt) dauert ungefähr 1 Stunde, was in meinen Augen vollkommen in Ordnung ist.

Meine Eindrücke des Pixel 10 Pro Folds?

Das aktuelle Pixel 10 Pro Fold ist für mich persönlich ein sehr faszinierendes Stück Technik. In puncto Gehäusedicke und Gewicht ist etwas massiver als das Galaxy Z Fold 7. Diesen Umstand macht es jedoch durch eine für mich überlegene Ergonomie wett. Besonders das breitere Format des Außendisplays fühlt sich in der Hand wie bei einem normalen Smartphone an. Das Tippen von Nachrichten fühlt sich spürbar natürlicher an und ich habe weniger Fehler gemacht als zuerst befürchtet. Ein lang ersehntes Highlight der Google Community ist die Einführung von Pixel Snap auf Basis des Qi2-Standards. Dies ermöglicht die nahtlose Nutzung von magnetischem Zubehör wie Wallets oder Autohalterungen, ohne dass man das edle Design hinter einer speziellen Hülle verstecken muss. Ich finde es generell sehr schade, das man Smartphones aufgrund ihrer Fragilität in nicht besonders schöne Hüllen stecken muss.

In Sachen Ausdauer und Langlebigkeit spielt das Gerät in der obersten Liga mit. Der üppige 5015 mAh Akku bringt mich, wie schon oben erwähnt, souverän über anderthalb bis zwei Tage. Bei stärkerer Nutzung schaffe ich dennoch locker einen ganzen Tag und habe am Abend noch genügend Energie übrig. Das Scharnier des Pixel 10 Pro Fold ist nicht nur innovativ, sondern vermittelt auch eine hochwertige Haptik beim öffnen und schließen des Gerätes. Ein weiteres Highlight ist die IP68-Zertifizierung. Das schafft ein beruhigendes Gefühl in mir. Dank dieser Zertifizierung weiß ich, dass Wasser und Staub keine Chance haben und das Fold länger intakt bleibt. Auch die Hardware der Kamera liefert dank der exzellenten Google KI-Optimierung und des präzisen 5-fach optischen Zooms tolle Schnappschüsse. Der Tablet-Modus des Folds wertet meinen Workflow massiv auf.

– echtes Multitasking im Split-Screen: ich kann Bilder oder Texte direkt von einer App in die andere (z. B. von Chrome direkt in eine E-Mail) schieben.

Pocket-Cinema stets dabei: Für den Medienkonsum ist dieses Format unschlagbar. Filme beziehungsweise Videos wirken auf dem fast quadratischen Display deutlich imposanter als auf schmalen Standard-Handys.

-Mehr vom Gaming: ich sehe mehr vom Spiel selbst und die Daumen verdecken nicht das meiste vom Display.

verbesserte Produktivität: Excel-Tabellen oder lange PDF-Dokumente lassen sich ohne ständiges Zoomen lesen und bearbeiten. E-Mails haben links eine Inbox und rechts befindet sich die geöffnete Mail.

Kamera-Features: Wenn ich jemanden fotografiere, kann die Person sich auf dem Außendisplay selbst sehen, während ich auf dem großen Innendisplay die volle Kontrolle habe. Des weiteren kann ich das Handy halb aufklappen und wie ein Stativ hinstellen. Das Display teilt sich dann in einen Sucher (oberhalb) und die Bedienelemente (unterhalb). Beides eine sehr praktische Funktion.

Wie immer gibt es auch einige Kritikpunkte auf die ich eingehen möchte. Die optische Asymmetrie zwischen den runden Displayecken und dem kantigen Rahmen des Außendisplays könnte einigen nicht gefallen. Das ist eine Entscheidung der Designer gewesen, welches zum Wiedererkennungswert des Pixel 10 Pro Fold beiträgt. Sollte euch so ein Design nicht gefallen, seid ihr vielleicht beim Samsung Z Fold 7 besser aufgehoben. Ein echter Dorn im Auge vieler Technikenthusiasten ist zudem die Ladegeschwindigkeit. Das mit nur 30W kabelgebundene und 15W kabellose Laden ist für ein High-End-Modell im Jahr 2026 nicht angebracht. Zumindest das kabelgebundene Laden hätte ruhig etwas schneller sein können. 90 Watt würde ich sehr für das nächste Modell begrüßen. Angesichts der von mir erwähnten Kritikpunkte ist die ursprüngliche Preisempfehlung von 1.899 € ein wenig zu hoch angesetzt. Eine Preisempfehlung von 1399€ würde sicherlich viele zögerliche Kunden anlocken und den Marktanteil von Foldables deutlich anheben. Laut einer Marktanalyse liegt der Anteil der Foldables bei 2,5% des Gesamtmarktes, weshalb sie weiterhin ein Nischenprodukt bleiben werden. Meine Empfehlung an die Hersteller- Preise senken und dadurch die Attraktivität steigern. Ja man verliert dadurch einen Teil des Gewinns, jedoch gewinnt man dadurch wiederum viele neue Kunden, welche positive Mundpropaganda betreiben.

Pixel 10 Pro Fold im Test- eine erkenntnisreiche Zeit
Fazit
Der Test mit dem Google Pixel 10 Pro Fold hat mir sehr viel Spaß gemacht und brachte auch viele Erkenntnisse. 70 Prozent der Zeit nutzte ich das Fold im zusammengeklappten Zustand, also wie ein normales Smartphone. Sobald ich es aber aufgemacht habe, eröffnete sich mir eine neue Welt. Das anschauen von Filmen sowie Serien ist auf dem größeren Display viel angenehmer und zwei Apps gleichzeitig zu benutzen, machte das Arbeiten viel komfortabler. Ich hoffe das Foldables in Zukunft ihr Nischendasein verlassen und von der breiteren Masse akzeptiert wird. Die Kombination aus Smartphone und Tablet in einem Gerät bietet nicht nur viele Vorteile, sondern gleichzeitig ein ganz anderes Gefühl.
Technik
90
Umfang
86
Bedienung
94
Spezifisch
95
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
Smartphone und Tablet in einem Gerät
3000 Nits Spitzenhelligkeit
IP68 Zertifizierung
zahnradloses Scharnier
Tensor G5 mit 16 GB RAM
Android 16 und Support bis 2032
mit dem Akku komme ich locker über einen Tag
Pixel Snap (Qi2 Standard)
Wireless Charging (15 Watt)
Schlechter
optische Asymmetrie des äußeren Displays könnte nicht jedem gefallen
30 Watt kabelgebundenes Laden nicht zeitgemäß
UVP etwas zu hoch angesetzt (ein geringerer Preis würde eine breitere Masse ansprechen)
91
Wertung

Eine Antwort hinterlassen

Kommentar verfassen
Namen bitte hier eingeben