HP Victus 15L im Test- Ordentliches Gaming mit einem 1000€ Rechner?

Spielt ihr auch so gerne Videospiele wie wir und wollt dies nicht auf einer Konsole praktizieren? Ein allzu großes Budget für ein teueres High End System wie das Lenovo Legion Pro 7i habt ihr ebenfalls nicht zur Verfügung? Dann könnte eventuell der HP Victus 15L TG02-2901ng euer Interesse wecken. HP hat uns dankenswerterweise einen Gaming-Rechner für ein Review zur Verfügung gestellt. Kann das Budget-System von HP im Test überzeugen oder solltet ihr doch lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen?

Schlichtes Design mit Blickfang

Erinnert ihr euch noch an frühere Gaming-Desktops? Sie sahen wie futuristische abgedrehte Maschinen aus und man konnte die Power förmlich spüren. Heutzutage sind die Gaming-Rechner moderner und schlichter im Design. Das Metall-Gehäuse des HP Victus 15L ist durchgehend in dunkelgrau gehalten und lediglich ein Victus-Logos sowie ein Victus-Schriftzug zieren die Abdeckung. Die Lüftungslöcher an der linken Seite sowie der Rückseite, sorgen für eine ausreichende Luftzirkulation im Gehäuse. Das Gehäuse selbst fühlt sich recht stabil und gut verarbeitet an. Die mitgelieferte Maus und Tastatur haben eine solide Qualität und sind für den Anfang völlig ausreichend. Wie in jedem ordentlichen Gaming-Rechner hat HP eine RGB-Beleuchtung verbaut. Mit der vorinstallierten Software dürfen wir das Victus-Logo an der Front in verschiedenen Farben erstrahlen lassen. Die einfache RGB-Beleuchtung wirkt gut durchdacht, ist nicht übertrieben und sorgt beim Victus 15L für einen schönen Blickfang. Das HP Victus 15L ist mit seinen Maßen von 15,5 x 29,73 x 33,7 cm doch sehr kompakt und wirkt in keinster Weise überdimensioniert. Das Gewicht liegt bei leichten 6,31 kg, was ebenfalls für einen heutigen Gaming-Rechner sehr wenig ist. Folgende Anschlüsse sind verbaut:

Vorderseite:
– 1 USB Type-C 5 Gbit/s Signalrate
– 2 USB Type-A 10 Gbit/s Signalrate
– 2 USB Type- A 5 Gbit/s Signalrate
– 1 Kopfhörer-/Mikrofon-Kombibuchse

Hinten:
– 4 USB 2.0 Type-A
– 1 Audioeingang
– 1 Audioausgang
– 1 Mikrofon
– 1 RJ-45
– 1 HDMI 2.1
– 3 DisplayPort
– 1x Netzanschluss (350 W)

Damit wir auch neben dem Ethernet eine angemessene kabellose Internetverbindung erhalten, wurde ein Realtek RTL8852BE Wi-Fi 6 (2×2) und eine Bluetooth 5.3-Wireless-Karte verbaut. Die Anzahl und Breite der einzelnen Funkkanäle steigt hierbei deutlich an, weshalb Wi-Fi 6 eine massive Steigerung des Datendurchsatzes ermöglicht. Des Weiteren wurde noch der Bluetooth 5.3 Standard verbaut. Bluetooth 5.3 ist eine geringfügige Aktualisierung des Bluetooth 5-Standards, welche das Periodic Advertising Enhancement unterstützt. Weitere Verbesserungen würden bei der Steuerung der Größe des Verschlüsselungsschlüssels, der Subrating-Verbindung (schnelles Umschalten zwischen niedrigen und hohen Lastzyklen) und der Kanalklassifizierung durchgeführt.

Ein guter Einstieg in die Welt des Gamings

Die heutigen Spiele verbrauchen nicht nur Unsummen an Budget bei deren Entwicklung, sondern benötigen auch immer potentere Hardware. Wie viel Geld sollte man also mindestens für einen Gaming-Rechner ausgeben? Eine Summe von 1000€ solltet ihr schon bei eurem Kauf einplanen. Umso erfreulicher ist es das HP dem Victus 15L eine solide Hardware spendiert hat. Für die Rechenleistung sorgt ein Intel Core i5-14400F der 14. Generation, welcher 10 Kerne, 16 Threads, 20 MB L3-Cache und eine Turbo Boost-Technologie (bis zu 4,7 GHz) besitzt. Die Grafikeinheit übernimmt eine NVIDIA GeForce RTX 4060 mit dediziertem 8GB GDDR6 Speicher. Abgerundet wird das gesamte System mit 1x 16GB DDR 4-3200 Arbeitsspeicher, einer 1TB SSD und einem 5.1 Surround Sound. Für eine ausreichende Stromzufuhr sorgt das 350W 80 Plus Gold-zertifiziertes Netzteil. Ab Werk ist das Betriebssystem Windows 11 Home an Board. Das Preis-/Leistungsverhältnis der verbauten Hardware geht für aktuell 1059€ (Media Markt) völlig in Ordnung, da nicht nur die Hardware selbst, sondern auch der Zusammenbau inkludiert ist. Betrachtet man nur das Datenblatt, dann sollte ein HD-Gaming-Erlebnis mit hohen Einstellungen kein Problem darstellen. Doch das sehen wir uns im praktischen Teil des Reviews genauer an.

Wie schneidet der HP Victus 15L bei den Benchmarks ab?

Neben den klassischen Praxistests in Videospielen ist es ebenfalls wichtig Benchmarks durchzuführen, da uns diese mehr über die Leistung unseres Systems verraten. Deshalb habe ich den HP Victus 15L im PCMark 10, Cinebench und 3DMark antreten lassen. Mit PCMark bieten die finnischen Entwickler seit Jahren eine der umfangreichsten Benchmarking-Suiten für PC-Systeme an. Hier können wir die Leistungsfähigkeit unseres HP Victus 15L genau erfassen. In den drei großen Einzeltest-Sparten Home, Creative und Work schicken wir unser System durch spezielle Test-Einstellungen. Dazu gehort das Surfen im Internet, Schreiben am Computer, Computerspiele, Video-Chatting, Fotobearbeitung und die Medien-Konvertierung. Ich habe den Benchmark drei Mal durchgefuhrt und einen Durchschnittswert errechnet. Die Ergebnisse sind wie folgt:

– 7527 Punkte und besser als 91% aller Resultate
– 7538 Punkte und besser als 91% aller Resultate
– 7552 Punkte und besser als 91% aller Resultate
– Durchschnitt: 7539 Punkte

Weiter geht es mit dem Cinebench, einem Tool zum Testen der Leistungsfähigkeit von Computersystemen. Die Software spiegelt die Fortschritte in der CPU- und Rendering-Technologie während der letzten Jahre wider und misst noch präziser, wie Cinema 4D die Vorteile mehrerer CPU-Kerne und moderner Prozessorfunktionen nutzt. Die CPU wurde einem Single- und Multi-Core-Test unterzogen, woraus sich die MP Ratio ergibt.

– Single-Core-Ergebnis: mit 103 Punkte auf Platz 4:
– 8C @ 2,5 GHz, Apple M1 mit 112 Punkte (Platz 3)
– 8C/16T @ 3,8 GHz, AMD Ryzen 7 5800X mit 96 Punkte (Platz 5)

– Multi-Core-Ergebnis: mit 697 Punkte auf Platz 7:
– 8C/16T @ 2,3 GHz, Intel Core i9-9880H mit 697 Punkte (Platz 8)
– 10C @ 3 GHz, Apple M1 Max mit 791 Punkte (Platz 6)

– GPU Ergebnis: mit 10194 Punkte auf Platz 1 vor:
– AMD Radeon PRO W6800 mit 9643 Punkte (Platz 2)
– NVIDIA GeForce GTX 2070 Super mit 6306 Punkte (Platz 3)

– Daraus ergibt sich eine MP Ratio von 6,80 auf 8. Platz:
– 14C/20T @ 2 GHz, 12th Gen Intel Core i7-1280P mit 5,88 (Platz 9)
– 10C @ 3 GHz, Apple M1 Max mit 7,01 (Platz 7)

Zum Schluss stand nur noch der Time Spy Benchmark an. Das ist ein DirectX 12 Test für PCs und Laptops, welcher die Leistungsgewinne neuer API’s voll ausschöpft. Mit der inkludierten reinen DirectX 12 Engine ist Time Spy ein idealer Test für das Benchmarking moderner Grafikkarten beispielsweise unserer GeForce RTX 4060. Auch beim 3DMark habe ich den Test, wie beim PCMark 10 auch schon, insgesamt drei Mal durchgeführt.

– Total 10518, Grafik-Punkte 10706, CPU-Punkte 9570
– Total 10546, Grafik-Punkte 10712, CPU-Punkte 9576
– Total 10551, Grafik-Punkte 10722, CPU-Punkte 9584

Der Durchschnitt aller getesteten Systeme im Time Spy liegt bei 10824 Punkte und die Bestmarke bei 11635 Punkte. Unterm Strich sind die Benchmark-Ergebnisse aller durchgeführten Tests des HP Victus 15L solide und vor allem für den Preis mehr als zufriedenstellend.

Kann man mit einem Rechner für knapp 1000€ richtiges Gaming betreiben?

Überlegt ihr euch von eurer Konsole zu trennen um die Videospiele zukünftig auf einem Gaming-Rechner genießen zu können? Dann habt ihr euch womöglich dieselbe Frage gestellt. Wie viel Geld muss man in die Hand nehmen, damit man auf einem PC angenehm moderne Spiele spielen kann? Muss es ein Laptop wie der Lenovo Legion Pro 7i für 2500€ sein? Ist vielleicht ein Rechner in der Cloud wie der Shadow-PC, eine gute Internetverbindung vorausgesetzt, völlig ausreichend? In diesem Review durfte ich den HP Victus 15L TG02-2901ng testen, welcher nicht nur potente Hardware bietet, sondern auch nur knapp über 1000€ kostet. Doch reicht dieses Setup für heutiges Gaming aus? Effizienz und ein geringer Stromverbrauch werden beim HP Victus 15L großgeschrieben. Der Intel Core i5-14400F Prozessor der 14ten Generation namens Raptor Lake-S bringt ein neues Chiplayout mit verschiedenen CPU-Kernen für die verschiedensten Anwendungsszenarien. Die Performance Cores sorgen für Leistung bei rechenintensiven Anwendungen und die Efficiency Cores für Energieeffizienz bei wenig Last. Die Raptor Lake-S Prozessoren unterstützen PCIe Gen 5.0- und 4.0-, DDR5- und DDR4. Die verbaute Grafikkarte, eine GeForce RTX 4060, besitzt einen 8GB dedizierten Speicher und die neue effiziente Ada Lovelace-Architektur. Dank DLSS 3, einer KI-beschleunigten Anwendung, bekommen wir in Spielen fast doppelt so viel Bilder pro Sekunde und das bei einem deutlich geringerem Stromverbrauch (knapp über 1/4 weniger als bei einer 3060 mit 12GB). Kennt ihr noch das legendäre Spiel Crysis vom Publisher Crytek aus dem Jahre 2008? Dieser Shooter zwang damals selbst die besten PCs in die Knie. Fun Fact- bei einer Präsentation von Crysis, fing der verwendete Rechner zu Qualmen an. Aus diesem Grund fällt in Zusammenhang mit besonders Hardware-hungrigen Spielen immer wieder der Spruch „Can it run Crysis?“ Selbstverständlich läuft der Shooter ohne Probleme, mit hohen Einstellungen und einer hohen Bildwiederholrate. Auch bei weiteren beliebten Spielen wie League of Legends, Minecraft, Valorant, Fortnite, Rocket League, World of Warcraft oder Counter-Strike 2, hatte der Victus selbstverständlich keine Schwierigkeiten. Um die Grenzen des Systems ausloten zu können, habe ich anspruchsvollere Spiele getestet. Deshalb entschied ich mich für Forza Horizon 5, Cyberpunk 2077, Flight Simulator, Escape From Tarkov, Ready or Not und Starfield. Selbst bei solchen Kalibern hatte ich kaum Probleme. Abhängig vom Spiel und der Optimierung, waren mit DLSS 3 und hohen Einstellungen zwischen 60 und 120 FPS möglich. Sollte es FPS-Einbrüche gegeben haben, dann nur aufgrund nicht optimierter Situationen in den Spielen. Diese guten Ergebnisse erreichte ich natürlich auf einem 1080p-Monitor. Wer auf WQHD spielen möchte, muss ein wenig in den Optionen experimentieren um auf ähnlich gute Resultate kommen zu können. Der Lüfter des HP Victus 15L wurde bei aufwendigeren Spielen aufgrund der steigenden Temperaturen der Grafik- und CPU-Einheit etwas hörbarer, war jedoch nie störend. Schön wären zwei verbaute RAM-Modulle, zwecks besserer Performance im Dual Channel, gewesen. Zum Glück kann man diese Optimierung selbst mit ein paar Handgriffen durchführen. Im Omen-Hub kann man unterschiedliche Leistungsmodi wählen, unnötig belegten RAM freischaufeln, Temperaturen/ Auslastung beobachten und die RGB-Beleuchtung des Victus-Logos verändern. Unterm Strich ist der HP Victus 15L TG02-2901ng ein solider Gaming-Rechner mit einem guten Preis/ Leistungsverhältnis und einem angenehmen Stromverbrauch.

HP Victus 15L im Test- Ordentliches Gaming mit einem 1000€ Rechner?
Fazit
Das Leben eines Gamers kann schon sehr kostspielig sein. Andauernd erscheinen neue interessante Titel, Konsolen können jede Generation gewechselt und PC-Teile wollen ebenfalls aktuell gehalten werden. Da stellt sich mir die Frage, sofern man nicht auf einer Konsole spielen will, wie teuer ein Gaming-Rechner sein muss? Der HP Victus 15L TG02-2901ng wird aktuell zu einem Preis von 1059€ verkauft und bietet ein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis. Der i5-14400F in Kombination mit einer Nvidia GeForce RTX 4060 und 16GB RAM erlauben es mir, moderne Spiele mit hohen FPS auf einem 1080p-Monitor zu erleben. Das einzige was Verbesserungspotential hat, ist die simple Luftzirkulation und zwei statt einem RAM-Modul zur besseren Verarbeitung der Daten. Unterm Strich ist der HP Victus 15L TG02-2901ng ein solider Gaming-Rechner für knapp über 1000€ mit einem angenehmen Stromverbrauch. Wer plant auf einen PC umzusatteln und diesen nicht selber zusammenbauen möchte, sollte sich dieses Modell genauer anschauen.
Technik
84
Umfang
74
Praxistest
92
Spezifisch
86
Leserwertung1 Bewertung
100
Besser
kompaktes Case
Victus-Logo auf der Vorderseite, welches als Spiegel mit RGB-Beleuchtung ausgeführt ist
Maus und Keyboard enthalten
1 Monat GamePass inkludiert
Intel Core i5 Prozessor der 14. Generation
1 TB SSD
Nvidia GeForce RTX 4060 mit 8GB dediziertem Speicher
Omen Hub mit vielen Funktionen
RGB-Beleuchtung kann geändert werden
Preis-/ Leistungsverhältnis
hohe FPS bei 1080p
Windows 11
zukunftssicher für einige Jahre
Schlechter
Luftzirkulation könnte effektiver sein
unter Volllast werden die Lüfter selbstverständlich lauter
leider nur 1 RAM-Modul mit 16GB (2 X 8GB im Dual Channel wäre optimaler gewesen)
nur DDR 4 Arbeitsspeicher
WQHD mit hohen FPS nur noch bei wenigen modernen Spielen möglich
88
Wertung

2 Kommentare

    • Hallo Ferro,
      ich habe Fallout 76 selber nur mit 1080p und Ultra-Einstellungen getestet. Das Spiel hatte zwischen 90 und 120 FPS. Auf YouTube habe ich ein Video, in welchem dieselbe CPU und GPU verwendet wird und selbst bei 1440p lagen die Bilder pro Sekunde zwischen 70 und 110. Also sollten konstante 60 FPS bei 1440p meiner Meinung nach kein Problem darstellen. 🙂

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