Mit Smartphones halten wir heutzutage ein mächtiges technisches Gerät in unseren Händen. Warum nutzen wir diese täglichen Begleiter also nicht für unser liebstes Hobby- dem Gaming? In der jüngsten Vergangenheit haben die Entwickler die Spieleentwicklung deutlich vorangetrieben und auch durchaus brauchbare Titel in den Stores gebracht. Dank der immer besseren Möglichkeiten des Streamings, zum Beispiel Amazon Luna, sind wir Gamer in der Lage auch vollwertige Spiele auf den Smartphones zu spielen. Da ich ungern mit dem Touchscreen spiele, habe ich ein Testmuster zum Razer Kishi V3 erhalten. Wie sich das Gerät in der Praxis schlägt, erfährt ihr hier im Test.
Das Design des Razer Kishi V3 überzeugt mich!
Die Verpackung der Razer Kishi V3 präsentiert sich im typisch schwarz-grünem Razer-Design und ist auf den Premium-Charakter des Controllers abgestimmt. Die Verpackung enthält neben dem hochwertig verarbeiten Gamepad-Controller selbst nur noch zwei Sätze Gummipuffer für unterschiedliche Smartphone-Größen, eine Anleitung und die typischen Razer-Sticker. Die Optik des Controllers ist teilweise transparent in einem mattem Weiß. Es ist eine Mischung aus modernem Minimalismus und dem nostalgischen Look von Gaming-Hardware der 90er/2000er Jahre. Ich bin selbst überrascht, wie gut mir das Design gefällt. Das Gamepad bietet Full-Size-Griffe, welche auch bei langen Sessions gut in der Hand liegen und dadurch die Finger nicht verkrampfen. Der ausziehbare Steg ist stabil genug, um auch größere Smartphones mit Hülle aufzunehmen. Die Phantom White Edition liegt preislich ungefähr bei circa 120 €.

Die Technik im Detail
Der Razer Kishi V3 setzt bei der Verbindung auf einen direkten USB-C-Anschluss, welches eine latenzfreie Eingabe garantiert und ihn mit sehr vielen Smartphones kompatibel macht (iPhones ab Model 15). Das große Highlight der Steuerung sind für mich die verbauten TMR-Analogsticks, welche extrem präzise arbeiten und bauartbedingt immun gegen den gefürchteten Stick-Drift sind. Was genau ist der Unterschied zwischen der bereits etablierten Hall-Effekt- und der TMR-Technologie. Beide Technologien haben gemeinsam, dass sie kontaktlos mit Magneten arbeiten. Das bedeutet, kein physischer Abrieb, also theoretisch kein Drift mehr.

– Hall-Effekt misst die Spannung, welche entsteht, wenn ein Magnetfeld senkrecht auf einen stromdurchflossenen Leiter wirkt. Das Signal ist oft relativ schwach und muss verstärkt werden. Die Technik bietet eine gute Präzision, kann aber bei extrem feinen Bewegungen manchmal ein leichtes „Rauschen“ im Signal haben. Zudem benötigt es permanent eine gewisse Menge an Strom, um das Magnetfeld bzw. die Spannung zu überwachen.
– TMR (Tunneling Magnetoresistance) nutzt hingegen die Quantenmechanik. Es wird die Änderung des elektrischen Widerstands gemessen, wenn sich ein Magnetfeld über einen speziellen Schichtaufbau bewegt. Das Signal ist wesentlich stärker und sauberer. Es hat eine höhere Auflösung, was bedeutet, dass selbst winzigste Bewegungen des Sticks exakter an das Spiel weitergeben werden. Für kompetitive Gamer ist das ein spürbarer Vorteil. Des Weiteren ist es energieeffizienter und verbraucht nur einen Bruchteil des Stroms von Hall-Effekt-Sensoren.
Während Hall-Effekt-Sticks bereits ein riesiges Upgrade gegenüber den alten Standard-Sticks (Potentiometern) waren, ist die TMR-Technologie die nächste Evolutionsstufe. Bei den Tasten kommen mechanische Mikroswitches zum Einsatz, welche ein bekanntes klickendes Feedback geben, wie man es von Gaming-Mäusen kennt. Zusätzlich verfügt der Razer Kishi V3 über zwei programmierbare Multifunktionstasten auf der Rückseite. Für die Immersion sorgt die Sensa HD Haptics Technologie, welche gute Vibrationen liefert. In Sachen Konnektivität bietet der Controller zudem einen 3,5 mm Audio-Anschluss für Kopfhörer sowie einen USB-C Passthrough-Port, mit dem ich mein Handy während des Spielens aufladen kann. Das scheint auf den ersten Blick keine wichtige Designentscheidung zu sein, ist auf den zweiten Blick jedoch ein Gamechanger. Mit einem Gewicht von etwa 270 g und den Maßen von ca. 22,8 x 10,8 x 5,5 cm (im ausgefahrenen Zustand) bietet der Gamepad-Controller eine für mich angenehme Ergonomie. Wer nach einem guten Gamepad-Controller für sein Smartphone sucht, und gewillt ist etwas mehr Geld für eine gute Technologie in die Hand zunehmen, bekommt mit dem Razer Kishi V3 ein tolles Produkt.







