Ein Review über eine Maus zu schreiben ist immer etwas spannendes. Heutzutage unterscheiden sich die Mäuse nicht mehr so sehr wie es früher einmal war. Die technischen Sprünge sind kleiner und die Modelle der unterschiedlichsten Marken unterscheiden sich nur noch in feinen Nuancen. Die Razer Naga V2 Pro ist da anders und erschien schon im November 2022. Drei Jahre nach Release gibt es noch immer keinen offiziellen Nachfolger, weshalb ich beschlossen habe, diese Gaming Maus trotzdem zu testen. Ich schaue mir im Test an, was die Naga V2 Pro so besonders macht und ob sie für euch eine Alternative sein könnte.
Die bekannte Razer Verpackung
Die Verpackung der Razer Naga V2 Pro präsentiert sich im typisch schwarz-grünem Razer-Design und ist auf den Premium-Charakter der Maus abgestimmt. Die Verpackung enthält neben der Maus selbst das USB-C-Ladekabel (kann Kabel gebunden verwendet werden), einen HyperSpeed Wireless Dongle und die drei austauschbaren Daumenplatten mit 2, 6 sowie 12 Tasten, welche das Hauptfeature dieses Modells darstellen. Die Maus und sämtliche Zubehörteile sind sicher und ordentlich in Plastikhalterungen verpackt, um etwaige Transportschäden zu vermeiden. Aktuell wird die Razer Naga V2 Pro zwischen 160€ und 190€ gehandelt, weshalb die Maus zur Premium-Kategorie zählt.
Die Razer Naga V2 Pro fühlt sich richtig gut an
Die Verarbeitung der Naga V2 Pro fühlt sich hochwertig und sehr robust, was dem Gewicht geschuldet ist, an. Das Gehäuse besteht aus stabilem Kunststoff mit einer schwarz-matten Beschichtung. Das besondere Feature sind die magnetischen und schnell austauschbaren Seitenplatten. Dieses System funktioniert präzise, lässt sich schnell austauschen und hält die Platten fest an ihrem Platz. In den Haupttasten sind Optical Mouse Switches der dritten Generation verbaut, welche für ihre Langlebigkeit und die präzisen Klickpunkte bekannt sind. Die Akkulaufzeit, beträgt abhängig der gewählten Einstellungen, bis zu 150 Stunden via HyperSpeed ohne Beleuchtung oder 180 Stunden via Bluetooth. Bei mir sind es, aufgrund diverser Einstellungen und dem ausgeschalten Energiesparmodus, realistische 50-60 Stunden mit dem Dongle. Da ich nur Abends die Zeit zum spielen finde, musste die Naga V2 Pro spätestens nach 5-6 Tagen aufgeladen werden.
Die Haptik ist sehr gut und merklich auf Komfort bei langen Gaming-Sitzungen ausgelegt. Die Maus ist relativ groß und fühlt sich wie oben beschrieben wuchtig an. Die Abmessungen betragen 119 x 75 x 43 mm und eignet sich damit am besten für Rechtshänder mit mittleren bis großen Händen. Für Personen mit sehr kleinen Händen wird diese mit Sicherheit zu groß sein. Das Gewicht beträgt stolze 134 g, was zwar ein Gefühl von Stabilität und Hochwertigkeit vermittelt, jedoch für bestimmte schnelle Spiele als zu schwer empfunden werden kann. Ich habe im Testzeitraum Battlefield 6, Arc Raiders sowie World of Warcraft gespielt und empfand sie nie als zu schwer. Natürlich muss man sich erst an das Gewicht gewöhnen, was in der Regel nach ein paar Stunden geschehen ist.
Die gummierten Seitenteile sorgen stets für einen sehr guten Grip. In manchen Foren gibt es Berichte, dass sich diese gummierten Seiten mit der Zeit abreiben. Selbst nach einer Testphase von über 1,5 Monate hatte ich keine Abnutzungsspuren. Die Haupttasten klicken sehr präzise und bieten einen klaren sowie sensitiven Druckpunkt. Manchmal vergesse ich wie sensitiv die Haupttasten sind, so dass ich versehentlich den virtuellen Abzug meiner Waffe betätigt habe. Dies kann zum Beispiel bei Arc Raiders gefährlich oder missverstanden werden. Die Daumentasten sind je nach gewählter Platte (2, 6 oder 12 Tasten) gut zu erreichen und klar voneinander unterscheidbar. Bei der Variante mit 12 Tasten, welche ich für World of Warcraft verwende, musste ich mich erst an die Positionierung und Erreichbarkeit gewöhnen. Das Mausrad ist für mich ein weiteres kleines Highlight. Es hat einen anpassbaren haptischen Widerstand, welcher in der Software Synapse eingestellt werden kann.
In der Praxis ein Allrounder
Die Razer Naga V2 Pro wurde primär für MMOs- und MOBA-Spieler konzipiert wurde. Dank der modularen Bauweise ist die Maus auch für andere Genres wie zum Beispiel Battle Royale und Shooter geeignet. Das Hauptfeature der magnetischen modularen Seitenteilen ist ein Alleinstellungsmerkmal. Natürlich gibt es Alternativen mit bis zu 12 Tasten, welche aber nicht ausgetauscht werden können. Hier nochmals die verschiedenen Seitenteile und gedachten Verwendungszwecke im Überblick:
– 12-Tasten-Seitenteil: Optimal für MMOs und komplexe Makros.
– 6-Tasten-Seitenteil: Gedacht für Battle Royale oder andere Genres, welche mehr Tasten als Standardapiele benötigen, jedoch weitaus weniger als MMOs.
– 2-Tasten-Seitenteil: Für die allgemeine Nutzung oder FPS-Spiele gedacht, wo eine schlankere Bauweise bevorzugt wird.
Insgesamt können bis zu 22 programmierbare Bedienelemente genutzt werden (19 Tasten + 3 Haupttasten + 4-Wege-Mausrad-Kippfunktion). Das Mausrad besitzt 6 verschiedenen Scroll-Modi, welche über die hauseigene Software Razer Synapse ausgewählt werden kann. Ich kann die Taktilität, den Widerstand und die Schrittweite einstellen, um zwischen komplett freiem Scrollen und präzisen, taktilem Scrollen zu wählen. Des Weiteren unterstützt sie auch eine 4-Wege-Kippfunktion, bei welcher ich links/rechts klicken, scrollen und auf das Mausrad klicken kann.
Der verbaute Razer Focus Pro 30K Sensor bietet eine Auflösung von bis zu 30.000 DPI mit einer Auflösungsgenauigkeit von 99,8%. Die Naga V2 Pro registriert eine Beschleunigung von bis zu 70 G und eine Geschwindigkeit von bis zu 750 Zoll pro Sekunde. Die Polling-Rate geht von 125 Hz bis zu 1000 Hz. Ich hatte zu Beginn meines Tests das Problem, dass die Maus immer wieder gestottert hat. Ich habe darauf hin die Energieoptionen gelockert und den Dongle von der Rückseite auf die Vorderseite angesteckt. Damit hat sich das Problem für mich erledigt. Der On-Board-Speicher ermöglicht bis zu fünf Profile direkt auf der Maus, was ich für völlig ausreichend empfinde.


