Blog Seite 37

Vampyr

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75
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In „Vamypr“ geht es rund: London im Jahre 1918 hat mit so einigen Problemen zu Kämpfen. England befindet sich am Ende des ersten Weltkrieges und die Hauptstadt hat so einiges mitgemacht. Viele Soldaten verloren ihr Leben an der Front, doch auch die Metropole selbst hat eine Vielzahl an Bomben abgeworfen, welche von den Deutschen über sie abgeworfen wurde. Dazu kommt die Spanische Grippe, welche sich rasant ausbreitet und deren Opfer eigenartig aggressives Verhalten an den Tag legen lässt. Und in all dieser düsteren Verzweifelung erwacht ihr als Vampir.

 

Ihr übernehmt die Rolle von Dr. Reid, einen angesehenen Chirurgen, welcher während der Zeit als Arzt an der Kriegsfront, große Erfolge bei der Bluttransfusion erzielen konnte. Zwar steckt diese Behandlungsmethode noch in den Kinderschuhen, aber die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Euer Anliegen ist es so viele Menschen wie möglich zu heilen.


Doch es kommt anders als erwartet

[SPOILER WARNUNG – Wenn ihr den Prolog von Vampyr selbst miterleben wollt, überspringt die folgenden zwei Absätze.] Das Glück scheint jedoch nicht auf eurer Seite zu stehen. Ihr erwacht geschwächt und orientierungslos in einem der Massengräber Londons und könnt dieses mit letzten Kräften gerade so verlassen. Euer Körper zittert, ihr könnt euch nur schwach auf den Beinen halten, als eine Frau zu eurer Hilfe eilt und euch stützend in die Arme nimmt. Ihr könnt das Blut durch ihren Körper strömen hören und euer Hunger lässt euch ihr in den Nacken beißen und ihr den Lebensnektar entsaugen.

Durch den roten Saft etwas gestärkt, stellt ihr mit Entsetzen fest, dass es ausgerechnet eure eigene Schwester war, deren Leben ihr soeben beendet hat. Noch bevor ihr begreifen könnt, was soeben geschehen ist, sind auch schon eine handvoll Vampirjäger hinter euch her. Ihr versucht diesen zu entfliehen und rettet euch in eine verlassene Wohnung, deren verstorbene Einwohner noch auf den Boden liegen. Ihr nehmt die Waffe, welche noch auf den Tisch liegt, richtet den Revolver auf eure Brust… und drückt den Abzug.

Dr. Reid muss sich nun durch ein London kämpfen, wie er es noch nie gesehen hat. Eine unbekannte Seuche breitet sich aus, welche ihr bekämpfen wollt. Ihr habt Schuldgefühle wegen dem Tod eurer Schwester und dazu quälen euch Fragen, wie ihr überhaupt zum Vampir geworden seid.

Bereits während des Prologs wird schnell klar, wie düster und hoffnungslos die Stimmung von Vampyr ist. Und dies setzt das Spiel auch durchgehend weiter um. Witze und Humor sucht man vergebens, denn die Londoner sind zu sehr von den aktuellen Geschehnissen in der Stadt erschüttert. Und ihr, als Dr. Reid, habt nun auch nur die Bürde eines Vampires zu tragen. Das Leben der Stadtbewohner liegt in euren Händen.


Gut, oder Böse

Als Arzt erhaltet ihr alsbald ein Versteck in einem Krankenhaus der Stadt. Ihr findet Verbündete, welche eure Situation verstehen und ihr erfahrt, dass ihr nicht der einzige Unsterbliche seid. Doch was ist euer Ziel? Den hippokratischen Eid weiter einhalten, oder gebt ihr euch der Gier nach Blut hin?

Nun, es ist ganz euch überlassen, wie ihr euch verhaltet, zumindest in der Theorie. Da ihr die Stadt nur Nachts erkunden könnt, sind nicht allzu viele Personen auf den Straßen unterwegs. Zum Einen, da die Straßenkriminalität angestiegen ist und zum Anderen fürchten sich die Menschen vor der Epidemie durch die Spanische Grippe. So findet ihr immer nur ein Dutzend Personen pro Bezirk, welche sich der Gefahren entgegenstellen. Es ist in den meisten Fällen nicht allzu schwer, diese ausfindig zu machen und mit ihnen zu sprechen.

Sie haben meistens auch etwas spannendes zu erzählen. Ein Großteil des Spieles besteht aus Dialogen, welche gut, spannend und der allgemein bedrückenden Stimmung angepasst sind. Außerdem könnt ihr eine Vielzahl an Nebenquests erhalten, welche mal mehr, mal weniger spannend sind, aber euch allesamt einige Erfahrungspunkte garantieren. Letztere sind das A und O von Vampyr, denn durch diese könnt ihr eure aktiven und passiven Skills verbessern, um gegen Vampirjäger und abtrünnige Skals (niedere, aggressive Vampire) besser kämpfen zu können.

Erfahrungspunkte bekommt ihr also durch Quest und Kämpfe, aber auch wesentlich effektiver durch das Aussaugen von Menschen. Hierfür gibt es aber einiges zu beachten, denn entleert ihr den erstbesten Sterblichen den ihr seht, verschenkt ihr eine Menge Punkte. Besser ist es ihn kennen zu lernen, denn dadurch steigt seine Blutqualität, was euch einiges mehr an Erfahrung bringt. Ist der Bürger krank, so verliert dessen Blut auch an Qualität, was ihr mit der richtigen Medizin wieder richten könnt.

Die Nachbarschaft

Es macht also Sinn die Londoner kennen zu lernen, ihre Geschichten zu enthüllen, die Quests zu erledigen und ihre Krankheiten zu behandeln. Ob ihr sie am Ende verschonen, oder doch lieber aussaugen wollt, ist euch überlassen. Doch lasst euch gesagt sein, dass dies Konsequenzen hat. Tötet ihr zu viele Einwohner des Bezirks, oder sinkt der allgemeine Gesundheitszustand zu sehr, so verfällt die Gegend in Chaos und wird von euren Gegner überrannt. Brutale Kreaturen der Nacht, aber auch die Vampirjäger sind von nun an an jeder Straßenecke zu finden und machen euch das Leben schwer. Wiederum seid ihr nun um einiges Stärker. Sucht es euch also aus.

Dr. Reid ist aber ganz und gar ein Arzt, bleibt stets britische Gentleman, bereut aber seine Morde nicht wirklich. Immerhin ist er ein Vampir, oder? Vor allem, wenn ihr als bösen Vampir spielen wollt, wirkt der Protagonist eher unpassend in seiner Rolle. Im Inneren will er einfach die Menschen retten und dies bringt er auch immer wieder zum Ausdruck.

Wollt ihr die Städter lieber am Leben halten und ihre Krankheiten heilen (dies bringt Erfahrungspunkte), dann könnt ihr dies sehr einfach über das Menü im Auge behalten. Dieses zeigt an, ob ein Mensch erkrankt ist und woran. Das Gegenmittel könnt ihr in euren Unterschlüpfen brauen und dann an die Personen übergeben. Die Heilung selbst findet erst richtig in der kommenden Nacht statt, ihr müsst also euer Bett verwenden, damit dies umgesetzt wird. Aber Vorsicht: Jeden Tag kann ein neuer Bürger erkranken. Heilt also erst die akuten Fälle, sonst verliert ihr womöglich einen Bezirk an den Kampf gegen die Krankheiten.


London, 1918

London selbst ist von dem gegenwärtigen Chaos gezeichnet. Tod und Gewalt beherrschen die Straßen, überall macht sich die Seuche breit. Vampyr setzt zum Erkunden der Stadt auf eine Mischung aus Schlauchlevel und Openworld. Ihr könnt euch zwar recht frei innerhalb der überschaubar großen Bezirke bewegen, allerdings sind diese über vorgegeben Pfade miteinander Verbunden. Abkürzungen gibt es so gut wie keine und überall lauern Gegner.

Dennoch schaut die Stadt wirklich sehr gut aus. Wahrscheinlich hätte man grafisch noch mehr heraus holen können, denn alles wirkt etwas steif und glatt, dennoch fühlt man die Verzweiflung auf den Straßen. Dazu kommt ein toller Soundtrack, der euch auch den letzten Funken Hoffnung auf sonnige Aussichten raubt.


Pranken und Reißzähne

Dr. Reid weiß als Arzt nicht nur wie man Leben rettet, sondern auch wie man sie beendet. Waffen gibt eine eine überschaubare Auswahl, welche überall in der Stadt versteckt sind. Einige sind kräftiger, andere schneller. Einige lassen eure Gegner umwerfen, wodurch ihr deren Blut trinken könnt, andere zapfen das Blut direkt beim Angriff ab. Wer lieber aus der Ferne sein Glück versucht, kann auch zum Revolver, oder zur Schrotflinte greifen. Alle Waffen sind dabei verbesserbar, wobei ihr jedes Mal einen Bonusschaden wählen könnt. Außerdem verändert sich euer Kampfverhalten, wenn ihr eine Zweihandwaffe hernehmt, oder doch lieber mit einem Dolch zustecht.

Als Vampir hat der Doktor natürlich noch andere Tricks im Ärmel, so kann er beispielsweise Schaden durch einen Blutschild abwähren, oder lieber einen Blutspeer auf einen Gegner werfen. Passive Schäden, wie effektiveres Blutsaugen, gehört auch zum Repertoire. Jede Vampirfähigkeit macht euch stärker und robuster. Wie erwähnt benötigt ihr für diese aber Erfahrungspunkte, welche vor allem als „guter“ Vampir schwerer zu erhalten sind.


Technik und Gameplay

Vampyr wurde für die Konsole entwickelt, was man am PC schnell durch die Menüführung erkennen kann. Am Komfortabelsten spielt es sich meiner Meinung nach mit einem Gamepad, vor allem bei den Kämpfen. Diese sind übrigens Geschmackssache. Einerseits sind sie manchmal recht fordernd, während sie an anderen stellen sehr einfach sind. Dazu kommt, dass sich hier einige Steuerungsfehler eingeschlichen haben, welche aber verzeihbar sind. So schlagen wir daneben, während unser Gegner trifft. Und das obwohl wir einen großen Prügel in der Hand halten, während der Feind mit Klauen nach uns schlägt.

Abgesehen davon, ist das Spiel während des Tests leider einige Male im Ladebildschirm, oder während Dialogen eingefroren. Das war wesentlich nerviger, auch wenn nie wirklich Game-Fortschritt verloren ging (immerhin speichert Vampyr alle paar Meter automatisch ab). Dennoch raubt dies den Spielfluss und führt zu Frustmomenten. Ansonsten macht das Rollenspiel technisch einen soliden Eindruck.

Vampyr
Fazit
Vampyr bringt das unsterbliche Vampir-Genre zurück auf den Bildschirm. Dabei punktet es mit einer guten Story und einer bombastischen, düsteren Stimmung. Während ihr die dunklen Ecken London erkundet und herauszufinden versucht, was vor sich geht, schlagt ihr euch gleichzeitig mit einer Vielzahl an Gegnern herum. Kleinere Mängel durchziehen das Spiel, so ist die Steuerung mit Gamepad wesentlich besser und auch der eine oder andere Absturz des Spieles konnten wir miterleben. Dennoch schaut man über diese Kleinigkeiten hinweg und taucht ganz ins London der 1918er Jahre ein. Viele Möglichkeiten stehen euch rein theoretisch offen, so könnt ihr Entscheidungen über das Töten von den Einwohnern der Stadt treffen. Dies hat auch entsprechende Auswirkungen auf die jeweiligen Bezirke. Zwar tendiert der Protagonist eher dazu, Gutes zu tun, aber der eine oder andere Mensch wird schon nicht vermisst werden. Vampyr macht eine Menge Spaß und bietet ein etwas anderes Spielerlebnis. Persönlich hätte ich mir noch etwas mehr davon erwartet, aber das Balancing aus Erkunden, Kampf und Story ist gut gewählt und bringt eine Menge Spannung mit sich. Wer also etwas düsteres sucht, was nicht gleich Horror sein muss, der darf gerne zugreifen. Eine Reise in die Welt aus Verzweiflung, Seuchen und Tod ist es allemal wert.
Technik
70
Umfang
73
Gameplay
86
Spezifisch
70
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Besser
Stimmungsvolle Grafik…
Volle Syncho (nur auf Englisch)
Flüssiges Kampfsystem
Detaillierte Charaktere
Düsteres London 1918
Klasse Soundtrack
~ 60 einzigartige NPCs
Viele, schlüssige Nebenquests
Multiple Enden
Craftingsystem
Hoher Wiederspielwert
Gute Gamepad-Steuerung
Abwechslungsreiche Gegnertypen
Milde Wahl zwischen Gut und Böse
Klasse, düstere Stimmung
Sich anpassender Schwierigkeitsgrad
Spannende Hauptstory
Protagonist mit Erkennungswert
Schlechter
… wenn auch recht “glatt” und “steif”
Leichte technische Schwierigkeiten
Gefakte Openworld
Schlechte Tastatur/Maus-Steuerung
Kein freies Speichern
Überschaubare Waffenanzahl
75
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Detroit: Become Human

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Ein Meilenstein des Interactive Storytelling erscheint für die PS4! In Detroit: Become Human treffen Gameplay und ein mächtiges Netz an Entscheidungen zusammen. Doch überzeugt es oder verfangen wir uns auf halbem Weg?

 

 

 

 

Aus dem Hause von Quantic Dreams kamen bereits narrative Spiele wie Heavy Rain und Beyond Two Souls. Nun betritt Detroit: Become Human das Feld und beweist sich als das mit Abstand umfangreichste und ausgeklügelste Netz an Entscheidungen und Konsequenzen des Entwicklers. Doch was bedeutet das überhaupt für uns?

Während viele Spiele linear verlaufen oder euch minimale, unbedeutende Entscheidungen in ihrer Story geben, bestimmen eure vielfältigen Entscheidungen in Detroit: Become Human den kompletten Spielverlauf. Diese können gravierende Auswirkungen haben, die mal nur einen Dialog verändern, oder aber einen kompletten Spieleabschnitt verändern! Nach diesem Prinzip schlüpft ihr in die Rolle von drei Figuren im Spiel, deren Geschichten sich an gewissen Brennpunkten überschneiden und beeinflussen.

Detroit Become Human - Test, Review, Kaufberatung 1
 

Künstliche Intelligenz – Fluch und Segen zugleich

Im Jahr 20XX existieren Androiden mit menschlichem Aussehen und einer hochentwickelten, künstlichen Intelligenz. Geschaffen um zu dienen, entwickeln manche dieser Androiden jedoch ein Bewusstsein und treffen eigene Entscheidungen, darunter auch, ob sie sich gegen ihre Besitizer auflehnen! Das fehlte gerade noch, denn Androiden sind ohnehin umstritten, klauen sie doch die Arbeitsplätze und drängen Menschen mehr und mehr an den Rand der Gesellschaft.

Hier treten unsere Protagonisten ins Rampenlicht, alle drei Androiden: Connor, ein Prototyp von CyberLife, dem Hersteller der Androiden. Er unterstützt den abgewrackten Lieutenant Hank Anderson bei den Ermittlungen von abweichenden Androiden, sogenannte Deviants. Dann gibt es die Haushaltshilfe Kara, welche beim psychisch labilen Todd und seiner Tochter Alice arbeitet. UndMarkus, welcher sich nach seiner langjährigen Dienste für die Menschen zum Anführer der Androiden- Freiheitsbewegung entwickeln kann.

 

Was wäre, wenn…

Richtig gelesen, „entwickeln kann“. Je nachdem welche Entscheidungen ihr im Spiel trefft und ob ihr die vielfältigen Quicktime-Events erfolgreich besteht, verändert sich euer Spielverlauf. Schafft es Connor bei seinen Detektivarbeiten die Deviants zu fangen? Oder schaffen es Kara und Alice vom gewalttätigen Todd zu fliehen, um ein Leben in Frieden zu finden? Will Markus seine Freiheitsbewegung friedlich oder mit Gewalt anführen? Das Netz an Entscheidungen und Konsequenzen ist enorm und komplex. Falsche Entscheidungen können nicht nur zum frühen Ableben einer Spielfigur führen, neue Dialoge, Szenen oder Informationen freischalten, sondern auch zukünftige Spielabschnitte weitreichend beeinflussen. Wer es nicht so mit Spielelementen hat, für den gibt es auch einen einfacheren Spielmodus.

Entdeckt Kara bei ihren Aufräumarbeiten etwa Todd’s Waffe, kann sie diese später gegen ihn einsetzen. Doch je nachdem wie das damit verbundene Quicktime-Event verläuft, kann dabei entweder Todd, oder sie selber angeschossen werden! Sie kann aber auch einen potentiellen Fluchtweg durch ein Fenster im Zimmer von Alice entdecken, und auf diesem Weg entkommen. Solche optionalen Pfade sind meist einfacher hinsichtlich der Quicktime-Events, wodurch man erfolgreicher bei seiner Aufgabe ist und nicht scheitert.

Neben diesen größeren Entscheidungen, gibt es eine Vielzahl an kleinen Entscheidungen in Dialogen oder Nebenhandlungen. Diese verändern eure Beziehung zu anderen Spielfiguren, was wiederum neue Handlungspfade und Szenen freischaltet. Haben sich Connor und Hank angefreundet, erfährt der Androide mehr über dessen Vergangenheit und kann in zukünftigen Abschnitten auf seine Hilfe zählen. Sind die beiden wie Hund und Katz, lässt Hank den armen Connor gerne mal hängen oder drückt selber den Abzug, weil er sich wie eine gefühllose Maschine benimmt.

Für eure freigeschalteten Pfade gibt es Points, mit denen ihr im Hauptmenü Boni, wie Artwork, Soundtrack und ähnliches freischalten könnt. Klingt ganz nett, aber wir hätten uns noch etwas mehr in Richtung Kostüme gewünscht, welche im Spiel (kosmetische) Auswirkungen gehabt hätten.

 

Alles nur ein Spiel… oder doch nicht?

Persönlich war ich begeistert von der Vielfalt an Entscheidungen und Konsequenzen. Kleine und große Folgen werden zuverlässig und nachvollziehbar in die Story integriert. Die Kombination aus Entscheidungen und Quicktime-Events war ebenfalls exzellent: erfolgreiche Events bringen erfolgreichen Konsequenzen für eure Entscheidungen; ein fehlschlag hat gerne katastrophale Auswirkungen, sodass ein positives Ergebnis sich umso schöner anfühlt. Hier wurde ein fantastischer Mix aus dem Gameplay von Heavy Rain und Beyond Two Souls geschaffen! Die Folgen waren manchmal zwar nicht so wie anfangs erwartet, aber letztlich zumindest glaubwürdig. „Trial and Error“ gehört dazu, aber mit etwas Empathie und Voraussicht, gibt es selten ganz böse Überraschungen.

 

Optisch ist der Titel überragend schön anzusehen und nur selten gab es mal Grafikglitches. Während auch die englische Synhronisation ein absoluter Traum ist, hat der Soundtrack weniger aus den Socken gehauen. Die Steuerung ist simpel gehalten und beruht auf Dialoge auswählen, herumlaufen oder eben Quicktime-Events. Ein tolles Feature: Mit der Schultertaste werden interessante Punkte angezeigt, die ihr untersuchen könnt. So läuft ihr nicht gefahr, wichtige Dinge zu übersehen. Das raubt jedoch auch eigenständige Entdeckungstriebe und dämmt Erfolgsgefühle.

Um da den Überblick nicht zu verlieren, seht ihr am Ende jedes Spielabschnittes das jeweilige „Flowchart“ des Kapitels, in dem die möglichen Entscheidungen und Konsequenzen aufgeschlüsselt werden. Praktisch für alle, die ein komplettes Spielerlebnis wollen oder genau jenes Ergebnis, was ihnen am Besten gefällt. An festgelegten Checkpoints kann man die Story nämlich Fortsetzen oder Neustarten, und mit den neuen Entscheidungen weiterspielen! Etwas schade aber, weil so nach jedem Kapitel einem klar gemacht wird, dass es „nur ein Spiel“ ist und auch schlechte Entscheidungen meistens leicht in einem Spieldurchgang „korrigiert“ werden können. Dies hat aber auch den Vorteil, dass die moralischen Dilemmas (welche selten beim ersten Durchgang perfekt gelöst werden) nicht ganz so weh tun und frustrieren.

Detroit Become Human - Test, Review, Kaufberatung
 

Die Geschichte des Spiels ist dabei ordentlich und stellenweise sehr berührend. Während das Setting natürlich Potential für epischere Stories bereithält, darf man nicht vergessen das hier nicht nur eine einzige, lineare Geschichte erzählt wird. Vor allem durch die Synchronisation und die Dialoge fesselt das Spiel einen stellenweise enorm. Leider hat sie auch schwächen und lässt scheinbar auch offene Fragen: Die mögliche Liebesbeziehung von Markus hat nicht wirklich überzeugt und auch die Frage, warum gerade er andere Androiden bekehren kann, wurde nicht ausführlich oder direkt thematisiert. Schade, in den Rund 15 Stunden für einen Spieldurchgang hätte das sicher irgendwo noch reingepasst.

So testen Wir

Detroit Become Human - Releasetermin bekannt
Detroit: Become Human
Fazit
Detroit: Become Human nimmt zurecht seinen Platz an der Spitze des Interactive Storytelling ein. Eine traumhafte schöne Grafik und Synchronisation vereinen sich mit vielfältigen Entscheidungsmöglichkeiten, Konsequenzen und Storyverläufen. Versüßt wird das ganze mit schnellen und teils herausfordernden Quicktime-Events, deren Erfolg sich durch die Inszenierung und dem Storytelling richtig gut anfühlen. Emotionale Momente der gesellschaftskritischen Story fesseln und ziehen einen in den Bann. Annehmlichkeiten, wie ein übersichtliches Flowchart, Lademöglichkeiten und ein Casual-Playmode machen den Titel auch für Neulinge von Videospielen sehr attraktiv, die einfach nur ein einzigartiges Story-Erlebnis haben wollen. Einzelne Spielelemente hätten mehr Liebe vertragen können, vor allem der Soundtrack ist im Verhältnis zum Rest vom Spiel weniger beeindruckend. Doch wer Story-intensive Spiele wie Until Dawn oder Beyond Two Souls mag, wird Detroit: Become Human lieben. Klare Kaufempfehlung!
Technik
90
Umfang
93
Gameplay
95
Spezifisch
95
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Besser
fantastische, englische Synchronisation
Beeindruckend Animationen für Menschen/Androiden
läuft stabil und ohne Abstürze
ca. 15 Stunden Spielzeit für die Story
Abwechslungsreiche Spielorte
sehr hoher wiederspielwert
unterhaltsame und bedeutungsvolle Quicktime-Events
weitläufiges und komplexes interactive storytelling
hochqualitative Inszenierung in fast jedem Entscheidungspfad
Checkpoints und Kapitel wiederholen ist dank Flowchart einfach…
ein Fest für Liebhaber von interactive storytelling
sehr schöner Mix aus “Entscheidungen treffen” und Quicktime-Events
Schlechter
Der Soundtrack hat weniger gefesselt
recht selten gibt es kleine Grafikglitches
einzelne Storyaspekte hätten etwas mehr Liebe vertragen können
manche Entscheidungskonsequenzen sind recht unerwartet und fühlen sich wie “Trial and Error” an
kein “Schwerer”-Spielmodus
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Moonlighter

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Eine Welt voller unerforschter Dungeons. Eine Welt voller Händler und Abenteurer, welche von den Entdeckungen aus den mit Monster gefüllten Gewölben leben. Das ist die Welt in welcher ihr lebt. Das ist Moonlighter.

 

Als Händler hat man es in der Welt voller Dungeons nicht einfach. Wer ein gutes Geschäft machen möchte, der muss auch etwas riskieren. Euer Großvater hat euch das Moonlighter vererbt, ein kleines Geschäft in der Mitte eurer kleinen Heimatstadt. Und auch wenn ihr kein Abenteurer seid, so wollt ihr dennoch einer sein. Fünf Dungeon gilt es zu erkunden, die Schätze zu sammeln und sie zu verkaufen.

 

Das verrückte Labyrinth

Als fleißiger Ladenbesitzer gibt es dadurch kaum eine Pause für euch. Während ihr euch nachts in die sich ständig ändernden Gewölbe wagt und sie jedes Mal aufs neue erkundet, Monster bekämpft und wertvolle Gegenstände an euch nehmt, sorgt ihr tagsüber dafür, dass euer Laden rennt.

Doch wie sieht so ein Alltag im Detail aus? Während alle Einwohner Abends schlafen gehen, packt ihr Schwert und Bogen ein und zieht zu den Dungeons los. Diese besitzen je drei Ebenen mit immer stärkeren Monstern. Die Kämpfe laufen in klassischer Zelda-Marnier ab: Drauf hauen, blocken und ausweichen. Die Räume ändern sich allerdings jedes Mal aufs neue, wodurch ihr euch bei jedem neuen Lauf neu orientieren müsst. Verliert ihr Leben, habt ihr entweder hoffentlich Potions einstecken, oder findet mit etwas Glück einen Brunnen, welcher euch heilt.

Wird es euch doch einmal zu viel und ihr müsst schnell flüchten, könnt ihr mit eurem Amulett die Notbremse ziehen und werden hinaus geportet. Seid ihr nicht schnell genug und werden K.O. geschlagen, so spuckt euch der Dungeon einfach wieder aus und ihr verliert einen Großteil eurer gesammelten Gegenstände. Habt ihr euch geschickt genug angestellt, landet ihr letztendlich bei dem jeweiligen Endgegner, den es zu bezwingen gilt.

Schön ist hierbei, dass jeder Dungeon sein eigenes Thema hat. Während ihr in dem einen durch eine Art Dschungel durch müsst, erwartet euch in einem anderen eher eine Karte Wüstenlandschaft. Die Monster sind dabei auf die jeweilige Umgebung abgestimmt und kämpfen auch entsprechend unterschiedlich.

Money, Money, Money

Überlebt ihr den Trip und kommt heile und gesund wieder in der Stadt an, so könnt ihr eure Beute verkaufen. Jeder Gegenstand hat einen anderen Wert, welchen ihr aber erst einmal herausfinden müsst. Platziert die Ware auf den Verkaufstischen und schaut auf die Reaktionen eurer Kunden, um zu erkennen, ob die Ware zu teuer, oder zu billig angeboten wird.

Ihr müsst euch dies natürlich nicht merken. Zum einen habt ihr ein Buch, indem ihr die bisherigen Reaktionen wieder aufrufen könnt. Zum anderen wird der letzte Preis, zu dem ihr die Ware verkauft habt automatisch hinterlegt. Verkauft ihr also eine Vase für 1000 Gold und eure Kunden reagieren gut darauf, wird die Ware beim nächsten mal, wenn ihr sie verkauft wieder für 1000 Gold angeboten. Ihr könnt den Preis natürlich wieder ändern, dies macht allerdings keinen wirklichen Sinn.

Mit jedem Dungeon den ihr durchkämpft erhaltet ihr andere Beute, welche immer mehr Gold wert ist. Habt ihr erst einmal den Dreh raus, bekommt ihr sehr schnell, recht viel Gold zusammen. Dieses könnt ihr entweder in neue Ausrüstung wie Waffen, oder Rüstungen stecken, oder ihr investiert in die Stadt. So könnt ihr neue Händler freischalten und euren Laden ausbauen. Tut ihr letzteres, so könnt ihr ab einer bestimmten Stufe sogar noch Questanfragen freischalten und so zusätzlich Gold verdienen.

Der müde Alltag

Prinzipiell macht Moonlighter hier auch alles richtig. Kniffelige Kämpfe, gemischt mit einem gut überlegten Shop-Simulator indem auch der eine oder andere Dieb sein Unwesen treibt. Die Schwierigkeit ist nicht allzu hoch angesetzt und jede Verbesserung eurer Waffe ist angenehm spürbar. Der Fortschritt schreitet schnell voran, ist dennoch fordernd und bringt nur wenige Frustmomente.

Dennoch fehlt es auf Dauer etwas an Innovationen. Dungeon, Geschäft, Dungeon, Geschäft, Dungeon, Geschäft… So sieht euer Alltag aus und birgt eine gewisse Monotonie in sich. Zwar will man alle Gewölbe erfoschen, die Hauptstory erkunden und die Endbosse überwältigen, allerdings bietet das Game so gut wie keinen Wiederspielwert. Es muss es etwas Zeit vergehen, bis man dich sen Dungeon-Geschäft-Alltag wieder antun möchte. Dennoch kann das Spiel mit einem guten Preis/Leistungs-Verhältnis überzeugen und bietet etwa 15 Stunden Spaß für jeden Abenteurer.

Moonlighter
Fazit
Moonlighter verbindet klassisches Abenteuer mit einer Shop-Simulation. Ein interessantes, aber gut funktionales Gemisch, welches überraschend viel Freude macht. Man erkundet fünf spannende Dungeons, bekämpft einzigartige Gegner, sammelt Gegenstände und Schätze und verkauft diese dann in seinem eigenem Geschäft. Das Spiel bietet eine klassische, aber gute aufgewertete Retro-Pixel-Grafik und einen guten Soundtrack, was es zu einem guten Adventure für zwischendurch macht. Auch wenn das Gameplay gut ist und die Technik im Großen und Ganzen überzeugen kann, fehlt es letztendlich dennoch an Content, um das Spiel lange interessant zu halten. Rein in den Dungeon, wieder raus, alles verkaufen und wieder rein… So ist der gesamte Ablauf des Spieles. Zwar geben abwechslungsreiche Gegner und verbesserbare Waffen und Rüstung dem Spiel eine gewisse Würze, aber leider macht sich ab einem gewissen Punkt eine gewisse Monotonie breit. Moonlighter ist ein Adventure der alten Schule mit einigen guten Neuerungen. Bei etwa 15 Spielstunden macht sich der Preis wirklich bezahlt. Wer sich zwischendurch einmal in einen Dungeon werfen möchte, um einfach einmal abzuschalten, für den ist das Spiel genau das Richtige.
Technik
86
Umfang
60
Gameplay
83
Spezifisch
80
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Besser
Aufgewertete Retro-Pixel-Grafik
Labyrinthartige Dungeons
Gutes Kampfsystem
Fünf Dungeons
Fünf Endbosse
Fünf Waffenarten
Waffen und Rüstung aufwertbar
Gute Story
Gute Shop-Simulation
Fordernde Endbosse
Ausbaubare Stadt und Shop
~15 Studen Spieldauer
Schlechter
Wenig Abwechslung
Leider wenig Umfang
Niedriger Wiederspielwert
Monotoner “Alltag”
Fehlender Langzeit Content
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The Elder Scrolls Online – Summerset

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Summerset ist das neueste Addon für The Elder Scrolls Online und wie der Name verrät, ist die aktuelle Jahreszeit mehr als passend. Die Erweiterung ist die wahrscheinlich bisher best gemischteste Erweiterung des MMORPG und bringt Ernsthaftes sowie auch Spaßiges mit sich.

 

Summerset (dt.: Sommersend) ist wahrscheinlich anders, als wir es uns erwartet haben. Zwar kommt keine neue Klasse ins Spiel, aber dafür ein neues Gebiet, neue Monster und NPC-Charaktere sowie eine Menge hoher Wangenknochen. Wir bekommen nämlich endlich Zugang zu dem Land der Elfen. Dabei nimmt sich ESO nicht ganz so ernst wie bisher. Zwar standen schon immer witzige Charaktere und verrückte Gespräche ganz weit vorne im Spiel, aber bei Summerset haben sich die Entwickler ausgetobt.

Dabei darf Razum-Dar natürlich nicht fehlen, welcher uns gleich am Anfang willkommen heißt. Neueinsteiger brauchen keine Sorge haben, etwas zu verpassen, denn nach einem kurzem Tutorial dürfen diese gleich auf Sommersend starten, ohne die Anfangsgebiete der drei Fraktionen durchlaufen zu müssen.

Sommersend bietet etwas für jeden Spielertypen. Seid ihr lieber in einer Gruppe unterwegs, könnt ihr euch an den Weltbossen euer Glück versuchen, oder aber die Gegner aus den Kluftgeysiren bekämpfen, welche das Pendant zu den Daedra-Ankern sind. Möchtet ihr lieber alleine losziehen, gibt es eine Vielzahl an Gewölben, Quests und Tages-Aufgaben zu erkunden.

Der Psijik-Orden

Folgt man der Hauptgeschichte, merkt man aber schnell, dass es im wunderschönen Sommersend gar nicht so rosig ist, wie es zunächst den Anschein hat. Rassistische Elfen, Intrigen und Verrat gehören zum Alltag des Landes und eure Aufgabe ist es natürlich für Ruhe und Ordnung zu Sorgen. Dabei kommt ihr auch mit dem Psijik-orden in Kontakt, dessen Anhänger mächtige Verbündete sind. Wollt ihr deren Fertigkeitslinie erhalten, müsst ihr Risse schließen, welche überall auf der Insel auftreten. Natürlich gibt es auch wieder Bücher und Himmelsscherben zu entdecken.

Wem das alles noch nicht genug ist, der kann sich ja am neuen Schmuckhandwerk versuchen, für welche ihr Edelmetalle benötigt. Ringe und Halsketten lassen sich hiermit herstellen und verbessern. Nennt ihr selbst, oder Freunde Summerset nicht euer Eigen, so könnt ihr die neuen Schmuckstücke zwar kaufen, aber weder nutzen, reparieren, oder verbessern.

Silber, aber kein Gold

Ob Summerset gefällt oder nicht, muss jeder für sich selbst wissen. Wer große Neuerungen und neue Möglichkeiten erwartet, der wird enttäuscht. Die Erweiterung fügt sich nahtlos an das bisherige ESO an, ohne große Innovationen mit sich zu bringen. Dafür bekommt ihr allerdings eine Menge an neuen Content, witzigen Quests und einer spannenden Hauptstory.

Gerade das Land der eigenwilligen Elfen bietet viel zum Entdecken und zum Bestaunen. Es lohnt sich, die NPC-Texte anzuhören und nicht einfach nur wegzuklicken, um euch so ein Bild der ansässigen Einwohner machen zu können. Diese sind zudem kreativ gestaltet und vollvertont und warten mit allerlei Überraschungen auf euch.

The Elder Scrolls Online – Summerset
Fazit
Mit Summerset kommt ein neues, aber wenig innovatives Addon für The Elder Scrolls Online. Während sich Liebhaber sicher freuen, dass die Erweiterung keine größeren Änderungen mit sich bringt, werden andere enttäuscht sein, kein neuen Meilenstein für das Spiel zu sehen. Summerset bietet jedenfalls ein vollkommen neues Land, welches es zu Erkunden gilt. Die neuen Quests sind teils spritzig, witzig, teils ernst und bedrückend, was ein gutes Gemisch hinsichtlich der zu erzählenden Geschichten bringt. Der Psijik-Orden und der Schmuckhandel geben euch neue Möglichkeiten in der Welt von ESO zu bestehen, ohne euch auf weite Abwege eures bisherigen Gameplays zu bringen. Die Erweiterung gliedert sich zwar nahtlos an das bisherige Spiel an, wirkt aber weder wie eine große Erweiterung, noch wie eine kleine. Ein Mittelding, von dem wir uns eigentlich etwas mehr erwartet haben. Aber manchmal ist das Altbekannte eben doch das sichere.
Technik
0
Umfang
0
Gameplay
0
Spezifisch
0
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Besser
Völlig neues Land zum Erkunden
Spannende, witzige Nebenquests
Packende Hauptquest
Neue Gesichter und alte Bekannte
Psijik-Orden Fertigkeitslinie
Schmuckhandwerk
Schlechter
Innovationslos
Keine neue Klasse o.ä.
Weder großes, noch kleines Addon
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Runner3

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70
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Vor acht Jahren wurde Commander Video erstmalig im Wii-Ware Titel Bit.Trip Runner gesichtet. Seit dem hat sich die Pixelfigur im Dauerlauf bis in ihr drittes Game vorgekämpft. Runner 3 erscheint für PC und Nintendo Switch. Was sich seit seinem ersten Pixelauftritt geändert hat, erfahrt ihr in unserem Review zu Runner 3.

Seit seinem ersten Auftritt hat sich das klassische Gameplay von Runner nicht geändert. Commander Video, der Held des Spiels, oder sein weibliches Gegenstück – Commandergirl Video – machen sämtlichen Marathonläufern Konkurrenz: Sie laufen schnurstracks durch die unterschiedlichen Level, die mit Hindernissen und einsammelbaren Goldbarren gespickt sind. Wir als Spieler haben die Aufgabe diesen Hindernissen auszuweichen, sei es durch Sprünge, das betätigen von Trampolins oder durch die Möglichkeit sich zu ducken. Die Musik und die akustischen Signale helfen uns dabei den perfekten Takt zu finden, um Hindernissen präzise ausweichen zu können. Ziel eines Levels ist es natürlich alle 100 Goldbarren einzusammeln. Sammelt man die im Level verteilten Radios ein, dann ändert sich nach und nach der Sound des Spiels. Auch das beliebte Tanzen ist wieder dabei! Findet man zwischen den Hindernissen mal ein wenig freie Fläche, kann ein kleines Tänzchen für einen Batzen Punkte sorgen. Trifft man auf ein Hindernis oder fällt in einen Abgrund, startet man einfach und problemlos von vorne (oder einem Checkpoint) und muss noch einmal sein bestes geben um voran zu kommen. So kommt es teilweise zu einigen Versuchen, besonders wenn man es darauf abgesehen hat alle Goldbarren einzusammeln. Soweit ist also alles beim Alten.

 

Noch eine Schippe draufgelegt!
Obwohl das bekannte Konzept wohl ewig funktionieren würde, haben die Entwickler von Runner 3 noch einen Oben drauf gelegt. Neue Gameplay-Elemente bringen ein wenig mehr Spannung und Abwechslung ins Spiel. Neu dabei ist der Doppelsprung, durch den sich nun einige neue Konzepte verwirklichen lassen, man aber auch gerne mal in ein Fettnäpfchen tritt. Durch das nach unten drücken des Controllsticks ist es nun auch möglich im Sprung schnell wieder zu Boden zu kommen. Diese Funktion benötigt man des öfteren wenn man enge Stellen passieren möchte. Auch die Sprintstrecken, wo Commander Video einen Zahn zulegt und die gewohnten Mechanismen an das schnellere Lauftempo angepasst sind, sorgt für Abwechslung und Herausforderung. Hin und wieder ruht Commander Video für kurze Zeit seine Beine aus. Still steht er in dieser Zeit aber nicht. Wilde ritte auf Raupen oder in Loren, sowie kurze Ausflüge ins Reich der Lüfte mit Hilfe von einem Flugzeug sorgen für Abwechslung. Durch Perspektivenwechsel und das spontane Wegbrechen oder aufbauen von Streckenabschnitten kommt viel Abwechslung ins Spiel.

 

Leider kann dies manchmal auch frustrierend sein, da man die Abschnitte nicht antizipieren kann und spontan reagieren muss und dann mit unter mal einen Goldbarren verpasst oder in ein Hindernis „bonkt“. Wie kein anderer Runner-Teil zuvor setzt Runner 3 auf Trial-and-Error und besonders unser muscle-memory. Das kann man mögen, muss man aber auch nicht. Der Flow wird anfänglich häufig gebrochen und kommt erst nach einigen Versuchen auf, wenn man die Tricks und Kniffe im Level gelernt hat. Hat man das Level aber erst einmal durch, dann läuft es sich fast von allein und man ist für die Alternative bereit. Denn dann darf man den Juwelen-Run ausprobieren. Hier kann man zusätzlich 25 Juwelen einsammeln und darf innerhalb des Levels dann neue Routen beschreiten. Für die konzentrierten Perfektionisten unter euch ist Runner 3 sicher sehr gelungen. Diejenigen die sich leicht frustrieren lassen und ein wenig ungeduldig sind, könnte der Spaß schnell vergehen.

 

 

 

Lebhafte Level
Grafik und Design tragen einiges zum Spielgefühl bei und sind so lebhaft und abwechslungsreich wie nie. Jede der drei Welten (mit den Mottos Essen, Horror und Industrie) ist für sich stimmig und zeigt dabei innerhalb der Level so viel Abwechslung, dass es immer etwas zu sehen gibt. Während das Foodland anfangs ein reinstes Schlaraffenland ist, darf man sich dort später auch durch einen Kühlschrank und Regale schlagen und darf auf Wackelpudding herumhüpfen. In den gruseligen Gefilden des Spooky-Lands trifft man auf knorrige Bäume, einen Vergnügungspark und eine Bibliothek samt richterlichem Tribunal. Jedes Level ist einzigartig und versprüht nicht nur durch die lustige Synchronisation von Charles Martinet (der Stimme von Super Mario) Charme. Während man konzentriert die Level spielt, fehlt oftmals der Blick für die Umgebung. Deshalb ist es manchmal garnicht so schlimm, wenn man an einem Hindernis scheitert oder jemand anderem beim Spielen zuschaut. Man wird garantiert immer etwas entdecken. Die Level wirken aufgrund der Perspektivwechsel oft sehr dynamisch und lebhaft. Leider muss man auf diesen Augenschmaus häufig lange warten. Die Ladezeiten der Level sind leider sehr lang. Ist man erst einmal in seinem Level angekommen, dann läuft alles ohne langes Laden, aber der Weg dahin erfordert ein wenig Geduld. Es ist ein wenig Schade, dass Runner 3 nur drei große Welten hat. Wer nicht aufs Perfektionieren oder die Rangliste aus ist, ist nach ca. 10 Stunden bereits durch. Der Preis von 30 Euro ist da meiner Meinung nach leider etwas zu hoch angesetzt.

 

Inkonsistentes Feedback
Wer Runner spielt, verlässt sich vor allem auf eines: Den Sound! Eingesammelte Goldbarren oder das Ducken unter Hindernissen hinweg gibt akustisches Feedback, welches uns sagt, ob wir im Takt sind. Auch die Hintergrund-Musik ist hierfür zuständig und gibt uns den Beat. Unterstützt werden wir dabei durch das HD-Rumble der Switch, welches extrem zum Spielgefühl beiträgt. Schaltet man es aus, vermisst man sofort etwas! Leider saugt die Rumble-Funktion aber auch extrem viel Akku, so dass der Akku der Switch sogar im Vergleich zu Grafik- und Leistungsbomben wie etwa Zelda Breath of the Wild sehr schnell geleert wird. Man wundert sich dann aber doch immer wieder, dass einige Spielelemente akustisches oder taktiles Feedback geben und andere nicht. Lässt man sich hart auf den Boden fallen, bekommt man taktiles Feedback – Zerbricht man mit Tritten eine Wand kommt nicht mal irgendeine Form von Feedback. Manchmal kommt auch der Sound von eingesammelten Goldbarren ein wenig später als gewohnt. Insbesondere wenn man viele schnell hintereinander einsammelt kommt es zu einer Art akustischem Lag, so dass man auf einmal den Sound von drei bis vier Goldbarren knapp hintereinander hört, und dass obwohl der Sound eigentlich im Versuch vorher richtig dargestellt wurde. Auch ist es manchmal schwierig die Pfade zu wechseln, weil man weder im vorhinein weiß, auf welchem Pfad man sich aktuell befindet, noch in irgendeiner Art und Weise angezeigt wird, ob man grade im kritischen Fenster für den Pfadwechsel ist. Diese Inkonsistenz im Feedbackprozess ist anfänglich sehr verwirrend. Man gewöhnt sich später daran, aber dies hätte hier auch einfach ein wenig besser gelöst werden können. Leider zeigt sich Runner 3 im Vergleich zu seinen Vorgängern musikalisch eher unspektakulär und wenige Lieder bleiben wirklich hängen. Das Upgraden der Musik innerhalb der Level war bisher immer eines der Highlights und verhalf zu einem richtigen Flow-Erlebnis. Diesmal bleibt die Musik einfach nicht hängen und es macht wenig unterschied, ob man nun die Radios einsammelt oder nicht.

 

Freischalten und Perfektionieren
Obwohl Runner 3 nur drei große Welten hat, gibt es doch noch einiges zu Entdecken. Neben den normalen Leveln und den Juwelenpfaden hat Commander Video noch viele weitere Aufgaben. Wer genug Goldbarren sammelt, schaltet Bonuslevel frei, die knackig schwer, aber schaffbar sind. Noch einmal eine richtige Herausforderung. Fast in jedem Level sind ein bis zwei Sticker zu finden. Dafür muss man sich gelegentlich mal in Abgründe stürzen oder Abschnitte wählen, die nicht sonderlich augenscheinlich sind. Viele der Sticker sind für das Marionettentheater ausgelegt. Andere sind Collectibles die ihr für die Hero Quests braucht. Diese Sidequests werden euch von verschiedenen Figuren aufgetragen, die ihr in manchen Levels finden könnt. Dabei müsst ihr meistens drei Sticker einsammeln (z.B. drei Babyköpfe oder drei Roboterteile). Diese findet ihr nach Annahme der Hero Quest in manchen Leveln. Wisst ihr mal nicht weiter, dann verraten euch die lustigen Nebencharaktere in welchen Leveln ihr suchen müsst. Durch das Erfüllen der Hero Quests werden neue spielbare Charaktere (wie etwa Eddie aus Brütal Legend, Shovel Knight oder Charles Martinet himself) freigeschaltet. Ein weiteres einsammelbares Item ist die Videokasette, die ihr in jeder Welt finden könnt. Sie schaltet ein Retro Game mit mehreren Leveln frei. Diese Retro-Games sind keine klassischen Runner Games sondern sind eher an normale Platformer angelegt. Man kann sich also frei Bewegen, springen und kicken, hat drei Leben und muss pro Level fünf Gildans einsammeln. Diese Goldmünzen benötigt ihr um für Commander Video stylische Extras freizuschalten. Im Laden könnt ihr Juwelen und Gildans z.B. für Assessoires, verschiedene Capes (also die Streifen die im Extra-Modus hinter euch hergezogen werden) und Kostüme frei. Diese Extras sind sehr abwechslungsreich und zahlreich, und geben Commander Video einen individuellen Look.

 

Runner3
Fazit
Runner3 bleibt seinem angestammten Konzept treu. Neue Gameplay-Elemente wie Fahrzeuge, Perspektivenwechsel, Sprintstreifen und Doppelsprünge bringen dennoch frischen Wind in die Reihe. Die Level sind Abwechslungsreich wie noch nie und es gibt im Hintergrund immer etwas zu entdecken oder Items einzusammeln. Diesmal gibt es auch Sidequests bei denen man neue Charaktere freischalten kann. Hat man eines der Level nach einigen Versuchen geschafft, kann man sich an den Juwelen-Pfad, eine Alternative, etwas schwerere Variante des Levels, trauen. Wie kein Runner zuvor wird hier auf Trial-and-Error gesetzt, was für manche vielleicht frustrierend ist. Für die konzentrierten Perfektionisten unter euch ist Runner 3 sicher sehr gelungen. Diejenigen die sich leicht frustrieren lassen und ein wenig ungeduldig sind, könnte der Spaß schnell vergehen. Obwohl es viel zu entdecken gibt, gibt es nur drei Welten in Runner 3. Der vorhandene Umfang rechtfertigt hier aber meiner Meinung nicht den recht teuren Preis von 30 Euro.
Technik
50
Umfang
67
Gameplay
83
Spezifisch
100
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Tolle Rumble-Funktion…
Hübsche Grafik
Tolle Synchronisation
Abwechslungsreiches Level Design
Bonuslevel
Sidequests
Knackige Level…
Juwelen-Run
Retro-Game mit neuem Konzept
Neue Gameplay-Elemente
Freischaltbare Charaktere
Viele Accessoires
Negativ
... die viel Akku saugt
Unspektakuläre Musik
Lange Ladezeiten
Nur 3 Welten
Schlechte Preis/Leistung
Zu viel Trial and Error
Inkonsistentes Feedback
70
Wertung

Monster Prom

0
Leserwertung0 Bewertungen
0
86
Wertung

Für ein Date gehören bekannterweise immer zwei. Bei Monster Prom könnt ihr allerdings sogar zu viert losflirten. Awkward!?

 

Es klingt schon ziemlich schräg: Ein Dating-Simulator mit Multiplayer. Kann das überhaupt klappen? Genau dieser Frage haben wir uns gestellt und haben uns dem rein englischen Spiel Monster Prom angenommen. Das Ziel ist schnell erklärt, ihr sollt euer Date für den Abschlussball finden. Wie der Name schon verrät, seit ihr dabei auf eine Schule voller Geister, Werwölfe, Vampire und Zombies. Was zunächst nach Monster High klingt, wird überraschend gut inszeniert.

Am Anfang wählt ihr zwischen vier Charakteren aus, zwei weiblich und zwei männlich aussehen, deren Geschlecht ihr aber dennoch bestimmen könnt. Wer sich weder als Frau, noch als Mann identifiziert, kann sich auch als geschlechtsneutral einordnen. Wer möchte kann sowohl im lokalen, als auch im Online-Coop mit bis zu vier Freunden spielen und wir empfehlen dies zu tun! Vertraut uns, echt macht Spaß!

Nun geht es daran einen Fragebogen auszufüllen. Hierdurch bekommt ihr Sonderpunkte auf eure Stats. Dabei unterscheidet man zwischen Smarts, Charm, Money, Boldness, Fun und Creativity. Jedes davon ist im weiteren eine Voraussetzung um eine bestimmte Person zu daten. So werdet ihr den Sportler weniger mehr Kreativität abschleppen, aber bei der Prinzessin möchte eher jemanden mit viel Mut und Charm. Am Ende des Tests wird euch noch eine Frage gestellt, welche euch mehr oder weniger einen der sechs datebaren Monster zuweist. Zwar könnt ihr auch versuchen jemand anders daten, aber die Person die hierbei rauskommt wird euch am häufigsten über den Weg laufen.

Eure Date-Möglichkeiten haben dabei ein jeweils einzigartiges Aussehen und individuelle Charakter.


Von Links nach rechts:
Miranda – Eine Meerjungfrau mit viel Elan, Freude und Energie! Nur ein wahrer Prinz erobert ihr Herz.
Damien – Ein Dämon mit spitzer Zunge. Sei waghalsig um ihn zu zeigen, wer sein bester Partner ist.
Scott – Der kraftvolle Werwolf ist genauso vertrottelt wie liebevoll. Zum Knuddeln!
Liam – Vampire sind gebildet und dieser hier ist keine Ausnahme. Mit genügend Charm kannst du ihn auf den Ball ausführen.
Polly – Der Geist ist eine echte Partymaschine. Feiern bis der Arzt kommt und mit dem dann weitertanzen. Nur wer Spaß versteht, den nimmt sie mit.
Vera – Eine Gorgonin, welche man nicht reizen sollte. Cool und nicht auf den Mund gefallen, erreichst du sie nur, indem du reich, charmant und klug bist.

 

Spielt ihr im Multiplayer könnt ihr entweder um die gleich Person buhlen, oder jeweils einen anderen Partner suchen. Rundenbasiert macht ihr nach und nach eure Spielzüge, geht zur Schule, redet mit Leuten, oder schwänzt gleich komplett. Jede Entscheidung bringt euch aber immer zu einem neuen Gespräch, welches euch meistens vor eine Entscheidung stellt. Je nachdem wie eure Stats sind und wie ihr antwortet, könnt ihr das Interesse eures angebeteten Partners erkämpfen. Gegenstände aus dem Shop können euch eine gewisse Boni geben. So ist es mit einem Laken über den Kopf wesentlich einfacher das Geister-Girl um den Finger zu wickeln.

Die Erzählung, welche sich vollständig textbasiert und nur auf englisch präsentiert, ist dabei gespickt mit Worstpielen, gesellschaftskritisch und manchmal einfach nur zum Totlachen. Die Entwickler haben sich wirklich mühe gegeben, die sechs datebaren Charaktere mit viel Persönlichkeit zu versehen und diese perfekt miteinander agieren zu lassen. Fast jedes Gespräch zauberte mindestens ein Lächeln auf unsere Lippen.

Während sich die Aktionen öfters wiederholten (Bsp: Wir gingen zu Schule und lernten), waren die Interaktionen mit unseren Dating-Partnern sehr abwechslungsreich. Manchmal war es klar, was sie hören wollten und manchmal haben wir uns auch vertan. Auch unsere Stats haben Auswirkung auf unsere Antworten. So brauchen wir ohne Charm gar nicht erst versuchen jemanden elegant um den Finger zu wickeln. Wer aber Smart genug ist, kann wiederum mit einer klugen Aussage punkten. Da es immer nur zwei Möglichkeiten gibt, ist die gedacht richtige Antwort also nicht immer die Beste.

Wer am Ende dein gewünschtes Date um ein gemeinsames Abend beim Abschlussball fragt, der muss sich schon ordentlich ins Zeug gelegt haben. Andernfalls bekommt ihr nämlich einen Korb und dürft alleine zu den Event dackeln. Und ganz so einfach ist es gar nicht, sein Herzblatt zu bezirzen. Gebt euch also Mühe um wickelt das Monster eurer Wahl um den Finger!

Monster Prom
Fazit
Monster Prom macht fast alles richtig. Es ist witzig, die Charaktere haben individuelle Persönlichkeiten, es spielt sich gut und es hat einen Multiplayer. Letzeres hat unsere Aufmerksamkeit besonders auf das Spiel gezogen und auch wenn wir zunächst skeptisch waren, hat genau dieser den Dating-Simulator das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Wer wollte nicht schon einmal mit seinen besten Freunden gemeinsam ein Spiel spielen, in dem er digitale Personen datet? Richtig: Keiner! Und dennoch ist es genau das, was das Spiel zu einem einmaligen Erlebnis macht. Dazu kommen liebevoll gezeichnete Charaktere und Szenerien, welche perfekt mit dem Monster-Thema abrunden. Die Werwölfe und Vampire haben individuelle, wenn auch etwas stereotypische Persönlichkeiten, welche perfekt auf einander abgestimmt sind. So kommt es während der Dialoge zu wirklich lustigen Begebenheiten, welche es wer sind, die das Spiel genauer anzuschauen. Dennoch ist das Dating selbst etwas schwierig. Mit 4 spielbaren und 6 datebaren Charakteren, sind 24 Abschlussball-Dates möglich. Während einige, wenige davon leichter zu erreichen sind, stellen sich andere als schwieriger heraus. Man muss auf Details achten und es einfach ein paar Mal versuchen. Mit einer gefühlten Prise Glück, kommt ihr dann eurem Ziel vielleicht etwas näher.
Technik
76
Umfang
86
Gameplay
93
Spezifisch
90
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
Guter Soundtrack
Liebevolles Game-Design
Multiplayer (!)
Controller Unterstützung
4 spielbare Charaktere
6 mögliche Dates
Gute Spieldauer (30 – 60 min wählbar)
Viele Enden
Gute Preis/Leistung
Sehr hoher Wiederspielwert
Witzig und verrückt
Fordernd, aber machbar
Großartige Dialoge und Texte
Schlechter
Erfolgreiches Date fühlt sich etwas schwer erreichbar an
Nur auf englisch
Keine Sprachausgabe
Keine Speicherfunktion
Etwas “Trial and Error”
86
Wertung

Im Test: ROCCAT Horde

Wer ROCCAT kennt, der weiß, dass der Hardwarehersteller ein Gespür dafür hat, Gaming-Equitment mit Lichtelementen zu verbinden. Egal ob beleuchtete Mäuse, beluchtete Tastaturen, oder beleuchtete Headsets; Hauptsache beleuchtet. Mit der ROCCAT Horde und der ROCCAT Horde AIMO gibt es zwei neue Tastaturen, welche diesen Trend weiterführen.

 

Layout und Design

Zum Testen bekommen haben wir die Horde, welche sich auf den ersten Blick nicht von der AIMO unterscheidet. Beide sind USB-Kabel gebunden, welches flexibel und robust wirkt. Auf den ersten Blick fallen zwei Besonderheiten an der Tastatur auf. Zum einen die fünf Makrotasten am linken Rand und zum anderen mehrere Sondertasten sowie ein größerer Drehknopf am oberen rechten Rand. Die Größe der Tastatur ist mit fast 50cm breite und 19 cm tiefe etwas größer als der Standard. Die AIMO beinhaltet zusätzlich noch eine abnehmbare Armauflage. Ansonsten bietet ROCCAT kein revolutionäre Design, man bleibt lieber beim Altbekannten. Über die Verarbeitung selbst kann man nicht meckern, alles wirkt solide und robust.

 

Licht an!

Die Horde wäre nicht von ROCCAT, gäbe es kein Lichtsystem. Jede Taste wird beleuchtet, wobei sich hierbei der Unterschied zwischen der Horde und der Horde AIMO präsentiert: Während die AIMO in allen Farben leuchten und diese auch stufenlos ändern kann, leuchtet die Horde ausschließlich in blau. Ausgenommen sind die besagten Sondertasten am oberen rechten rand, welche sich in rot halten. Zur Erinnerung: Wir haben die Horde zum Testen und können daher wenig über die AIMO Funktionen aussagen.

Dennoch können wir einige Zusatzfunktionen der ROCCAT Swarm Software nutzen, um Helligkeit und bei Wunsch auch kleine Lichteffekte zu erzeugen. Wer möchte kann also seine Tastatur beispielsweise atmen lassen, wobei die Tasten heller und dunkler werden, wie bei einem Atemzug. Prinzipiell eine nette Idee und Spielerei, aber nicht wirklich überzeugend. Vor allem in der Nacht ist diese Funkion eher etwas störend. Besonders nett wird es hier wohl eher, wenn ihr mehrere ROCCAT Geräte habt, welche kombiniert auf einander leuchten und so eine schönes Farb-Ambiente erzeugen.

 

Ein Blick auf die Technik

Während sich die Gaming-Industrie momentan im Trend der mechanischen Tastaturen befindet, geht die Horde einen anderen Weg. ROCCAT setzt hierbei auf selbst entwickelte Mambran-2.0-Schalter. Dadurch soll man eine vergleichbare, wenn nicht sogar höhere Genauigkeit und kürzere Auslösewege erhalten. Mit einer Anschlagsgeschwindigkeit von 7,8 Millisekunden bei den normalen und 5,0 Millisekunden bei den Makrotasten, kann man sich wirklich nicht beschweren. Der Tastendruck funktioniert schnell, sauber, präzise und knackig. Dazu kommt eine angenehme Lautstärke: Wir hören den Tastendruck, aber er ist nicht störend laut. Auch online haben Mitspieler nicht das Gefühl, als würde man gerade mit Essstäbchen auf den Tasten rumtrommeln.

 

Praxis

Wer das volle Potenzial der ROCCAT Horde nutzen möchte, stellt sich seine Makrotasten entsprechend ein. Mit der Swarm Software stehen uns 5 Profile zur Verfügung, welche sogar nach Zuweisung automatisch von Programm zu Programm wechseln können. Wie bei jeder Tastatur muss man sich erst noch an das Tastenlayout gewöhnen, ganz instinktiv läuft dies zunächst nicht ab.

Beim Spielen erfüllt die Tastatur auf jeden Fall seinen Zweck, niemand kann hier der Horde die Schuld geben, wenn man mal wieder bei Overwatch verloren hat. Auch abseits des Gaming-Geschehens funktionieren beispielsweise die Medientasten in Kombination mit einem Musikplayer einwandfrei.

Die restlichen Sondertasten oben rechts sind zum Großteil dafür da um die ROCCAT Swarm Funktionen schnell ändern zu können, sind also wirklich keine Notwendigkeit. Der die Alt+Tab Tastenkombination nicht mag, kann sich diese mit der Tab-Wechseln-Taste in Kombination mit dem Drehknopf ersparen.

 

Preis und Leistung

Mit einem Preis von 79,99€ macht man bei der Horde sicher nichts falsch. Die Tastatur funktioniert gut, schnell und präzise. Ob man Sonder-Funktionen und -Tasten braucht und nutzen will, muss jeder für sich selbst entscheiden, dennoch erleichtern sie hier und da das Leben.

Interessierte Käufer sollten sich aber vielleicht dennoch zusätzlich noch die Horde AIMO anschauen. Diese bietet die selbe Verarbeitung, hat aber noch die eine oder andere farbliche Spielerei in petto. Wer also seinen PC in eine Lichterorgel umbauen möchte, sollte sich überlegen, ob er nicht eher zur AIMO für 99,99€ zugreifen möchte.

Im Test: ROCCAT Horde
Fazit
Gegen die ROCCAT Horde kann man wenig sagen. Eine solide, leise Tastatur mit einer Vielzahl an Möglichkeiten und Einstellungen. Das Design haut niemanden vom Hocker, aber die Verarbeitung und Technik spricht für sich. Auch in der Praxis überzeugt die Hardware mit schneller Reaktionszeit und knackigen Tastenanschlag. Wer allerdings das Maximum aus der kostenlosen ROCCAT Swarm Software rausholen will, sollte einen Blick auf die ROCCAT Horde AIMO werfen, welche wesentlich mehr Beleuchtungsfarben und einige neue Effekte bietet. Wer den Schnickschnack nicht braucht, ist mit der “normalen” Horde vollende bedient.
Technik
0
Umfang
0
Gameplay
0
Spezifisch
0
Leserwertung4 Bewertungen
46
Besser
Beleuchtete Tasten
Schneller, präziser, knackiger Tastenanschlag
Fünf Makrotasten
Solide Verarbeitung
Kostenlose Konfigurations-Software
Leiser Tastendruck
Schlechter
Keine individuelle Beleutchtung
Simples Design
0
Wertung

God Of War

Leserwertung0 Bewertungen
0
98
Wertung

Kratos ist zurück und zeigt sich auf der PS4 von einer ganz anderen Seite! Die Story und das Gameplay nehmen eine mächtige Wendung vom bekannten Stil der God Of War-Reihe, mit einem für uns grandiosen Ergebnis.

 

Kratos feiert sein Debüt auf der PS4 und leutet eine neue Ära für die God Of War-Reihe ein. Trotz, oder gerade dank massiver Veränderungen am bekannten Spielstil, begeistert der Titel (nach mehreren Patches) an jeder nur erdenklichen Ecke.

 

Weniger Blut, mehr Geschichte

Aufgepasst! Für alle, die God of War 1-3 nicht gespielt haben, wird die Review gekennzeichnete SPOILER enthalten. Der Titel setzt mehrere Jahre nach dem Ende von God Of War 3 an, Kratos verbrennt seine verstorbene Frau Faye und sammelt ihre Asche ein. Ihr letzter Wunsch: Gemeinsam mit Sohn Atreus soll die Asche vom höchsten Berg verstreut werden. Leichter gesagt als getan, denn Midgard hält alle Gefahren der nordischen Mythologie für die beiden bereit!

God of War - Test, Review, Kaufberatung
 

Die Geschichte beginnt einfach, doch wird sie schnell komplex, und dabei meisterhaft und emotional erzählt. Wendungen und Höhepunkte sind herrlich inszeniert und begeistern. Eine exzellenter Soundtrack, fantastische Kameraführung bei einer durchgehenden Perspektive (es gibt keinen einzigen harten Cut im gesamten Spiel) machen den Titel sagenhaft filmisch. Die englische Synchronisation ist außergewöhnlich gut; jede Stimme passt zur Figur und die alle Sprecher liefern eine Meisterleistung ab. Überraschenderweise war auch die japanische Synchronistion ein Fest, die wir jedem empfehlen!

SPOILER Einsteiger ohne Vorkenntnisse werden zunächst etwas verwirrt sein, warum Kratos bärenstark ist und dezente Aggressionsprobleme hat. Als ehemaliger Gott des Krieges, Schlächter aller griechischen Götter, hat er ein neues Leben im Reich der nordischen Mythologie angefangen und versucht seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Zwar wird dies im Spielverlauf ebenfalls behandelt, doch hat das Hintergrundwissen nicht geschadet, um vor allem die frühen Zusammenhänge zwischen Kratos‘ Verhalten und Handlungen zu verstehen. SPOILER ENDE

Atreus weiß von der Vergangenheit seines Vaters nichts, und so handelt die Geschichte ebenfalls davon, wie sich Vater und Sohn näher kennenlernen, sich gemeinsam unbekannten Gefahren stellen, und letztlich die Wahrheit übereinander erfahren und wie sie damit umgehen.

 

Wunderschöner Ortswechsel 

Auch die Optik ist ein Fest, Auf der PS4 Pro sieht der Titel bildschön und gestochen scharf aus. Abwechslungsreiche Areale, flüßige Animationen und ein übersichtliches Interface begeistern, wie schon lange nicht mehr. Besonders toll: Das HUD lässt sich umfangreich verändern und manuell einstellen! Eine sehr willkommene Geste, vor allem auf der Konsole. Nach diversen Patches haben wir nur mehr selten und nur sehr kleine Grafikglitches entdeckt, die jedoch völlig untergehen im Gesamtbild.

Das neue nordische Setting ist exzellent umgesetzt. Inhaltlich und optisch ist der Wechsel von Griechenland nach Midgard makellos gelungen. Der Titel bleibt der Mythologie weitgehend treu und erzählt an gewissen Stellen seine eigene Variante.

Nicht nur die Optik hat einen Neuanstrich bekommen: Kratos kämpft und bewegt sich völlig anders im Vergleich zu seinen Vorgängern. Die Bewegungen wirken flüssiger, realistischer und haben nachvollziehbares Momentum. Dadurch wirkt der Titel zwar etwas langsamer als seine Vorgänger, aber keineswegs weniger spaßig zum Spielen. Ausgestattet mit der Leviathan-Axt stehen euch eine überschaubare Anzahl an Nah-God of War - Test, Review, Kaufberatung und Fernkampfattacken, Blocken und Ausweichen sowie Kombinationsangriffe zur Verfügung: komplex genug, damit es nicht langweilig wird, aber nicht zu umfangreich, dass man überfordert ist! Am Ende hatten wir brutalen Spaß und konnten uns mächtig austoben.

 

Rüstung macht den Krieger

Genauso sind auch die RPG-Elemente des Spiels. Ihr sammelt Erfahrungspunkte, Ressourcen, Ausrüstung und Spezialangriffe ein, die euch die Reise erleichtern. Jeder Statuswert hat einen klaren Zweck, welcher im Menü erklärt wird. Jedes Material wird festgehalten und seine Fundorte geschildert, jedes Rüstungsteil sieht einzigartig aus und ist für einen spezifischen Spielstil nützlich, jedes Waffenupgrade auch optisch ersichtlich und jedes gesammelte Material für ein spezifische Upgrade brauchbar. Talismane (welche passive Perks mit sich bringen) und Verzauberungen (welche bestimmte Statuswerte erhöhen) sorgen für die Extraportion Individualität im Kleiderschrank von Kratos.

God of War - Test, Review, Kaufberatung
 

Eine exzellenter Mix aus Qualität und Quantität eines individuellen Spielstils, der nicht nur sehr spielerfreundlich ist, sonder auch sehr viel Spaß gemacht hat. Etwas Schade ist, dass man leicht tricksen muss, um genug Geld zu farmen, damit man alle Rüstungen auf die höchste Stufe schmieden kann. Dem Sammlertrieb hätte man hier etwas freundlicher entgegen kommen können.

Auch Sohneman Atreus hilft mit und wird ausgerüstet. Er gibt Rückendeckung mit abrufbarem Pfeilhagel und Spezialattacken; eine gewaltige Hilfe im Spiel, vor allem im späteren Verlauf!

Im Kampf begegnen euch eine Vielzahl an kleinen und großen Gegnern, die unterschiedliche Strategien und Attacken erfordern. Blind die Knöpfe hämmern bringt euch recht schnell an die Grenzen des Fortschritts. Die vielen Schwierigkeitsgrade garantieren, dass jeder auf seine Kosten kommt! Manche große Brocken ähneln sich jedoch dabei sehr. Die Bosskämpfe sind zwar weniger episch mit Quicktime-Events versehen, waren aber dennoch schön in ihrer Inszenierung und knackig herausfordernd.

Doch sind die Kämpfe weitaus weniger brutal, als in den Vorgängern. Die Finish-Moves im Kampf sind weniger blutig und grotesk inszeniert sowie die Spielsequenzen selber. Das neue God of War setzt mehr auf die Qualität seiner Story und God of War - Test, Review, Kaufberatung Inszenierung, um zu begeistern, statt ausschließlich auf seine spektakulären Methoden der Gegner-Dezimierung. Persönlich finde ich diesen neuen Schritt fantastisch gelungen und hatte bei einem Singleplayer-Spiel das letzte mal nur bei The Last of Us so viel Spaß.

Immer was zu tun in Midgard

Die Spielwelt selber gibt auch einiges her: Vollgepackt mit versteckten Truhen, Sammelgegenständen, Hintergrundgeschichten, Rätseln und wahrlich nützlichen Sidequests gibt es viel zu entdecken. Eure Waffen und Fähigkeiten werden dabei sehr unterhaltsam in Rätsel integriert und sorgen für tolle Abwechslung. Auf der Weltkarte wird euch dabei klar gezeigt, wie viele Geheimnisse und Truhen ihr im jeweiligen Areal noch finden könnt. Backtracking wird im laufe des Spiels auch kein Problem sein.

Nach gut 20 Stunden haben wir die Story beendet, vieles blieb dabei jedoch unentdeckt. Mittlerweile gibt es auch einen New Game Plus-Modus, welcher eine gewaltige Palette an zusätzlichen Rüstungen, knackigen Content und vor allem härtere Gegner bietet. Gut, dass ihr Ausrüstung, Erfahrung und Bargeld behaltet!Doch selbst ohne Neuanfang gibt es nach dem Ending viele Stunden Spielspaß. Das Potential für Fortsetzungen ist enorm und auch üppige DLC’s können in der Zukunt erscheinen…

So testen Wir

 

God of War - Test, Review, Kaufberatung
God Of War
Fazit
God of War erfährt eine Flut von positiven Reviews, und selten stimme ich solchen Hypes zu, doch der neue Kratos verdient es. Ob Story, Gameplay oder Inszenierung, das Spiel macht es richtig und bietet prächtigen Content in einer wunderschönen Verpackung. Actionreiche, herausfordernde Kämpfe, die selbst nach 20 Stunden nicht langweilig werden, runden eine herrliche Story ab. Dabei werden die Feinheiten und Details nicht vergessen, was vor allem Kenner der Serie zu schätzen wissen werden. Lediglich für Neueinsteiger ohne Vorkenntnisse zur Reihe ergeben sich dadurch, gerade zu Beginn des Spiels, hin und wieder Fragezeichen, die erst im späteren Verlauf beantwortet werden. Doch ist das der größte Makel den wir entdecken konnten. Dafür platzt er regelrecht vor positiven Feature, große und kleine, die wir der Textlänge zu liebe nicht alle geschildert haben. Das neue God of War bricht mit vielen Traditionen der Reihe, doch ist dieser Wandel auf allen Ebenen hervoragend gelungen und begeistert. Klare Kaufempfehlung an das Spiel, welches meinen bisher höchsten Score wahrlich verdient hat.
Technik
95
Umfang
100
Gameplay
95
Spezifisch
100
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
wunderbare Grafik
hervorragende Synchronisation
fantastischer Soundtrack
viele, unterschiedliche Collectibles
große Welt mit mehr als 20 Stunden Spielspaß
großes Sortiment an Rüstungen, Upgrades und Gegner
actionreiches Gameplay mit einer tollen Mischung aus Komplexität und Strategie
exzellenter Einsatz von RPG-Elemente
fantastische Story und Inszenierung in jeder Hinsicht
herrliche Umsetzung des nordischen Settings
umfassende Individalisierungsmöglichkeiten des HUD
Schlechter
sehr selten findet man Grafik-Glitches
Einsteiger werden zu Beginn des Spiels verwirrt von einigen Storyaspekten sein
98
Wertung

Frostpunk

0
Leserwertung2 Bewertungen
85
82
Wertung

Der Titel von Frostpunk verrät schon sehr viel über das Aufbau-Spiel. Storytechnisch verknüpft es Steampunk mit einem eiskalten Hintergrund, denn in einer Art Paralleluniversum kämpft die Menschheit im Jahre 1887 ums nackte Überleben. Während wir in der realen Welt immer wieder mit der Klimaerwärmung konfrontiert werden, müssen wir in Frostpunk gegen eine zerstörerische Eiszeit ankämpfen.

 

Wir schreiben das Jahr 1887, die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Während die Welt in einer massiven Eisszeit versinkt und alles Leben zu verschlucken droht, machen sich die letzten Londoner zu ihrem neuen Zuhause auf. Die britische Hauptstadt ist der Kälte zum Opfer gefallen und dem Rest der menschlichen Zivilisation ist es wohl nicht anders ergangen. In der Aufbau-Simulation dürfen wir uns in 3 Szenarien werfen, welche jede seine eigene Geschichte in dieser trostlosen Welt erzählt.

Der Start des jeweiligen Szenarios ist dabei fast gleich. Ein riesiger Generator wurde in einer engen Schlucht errichtet und benötigt Kohle um die Menschen, welche sich hier eingefunden haben um zu Überleben, mit genügend Wärme zu versorgen. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Siedlung und somit die Menschheit, überlebt.

Eisige Kälte

3 Szenarien erzählen dabei jeweils ihre eigene Geschichte zu einer anderen Siedlung. Während wir in der einen Erzählung einen tödlichen Eissturm überleben sollen, müssen wir in der anderen Pflanzensamen vor der Kälte schützen. Als letztes müssen wir Unmengen an Flüchtlingen aufnehmen und einen Klassenkampf zwischen Arbeitern und Reichen entgegenwirken.

Die Geschichte wird jeweils in Textform erzählt, ist dabei recht spannend und kleinere Ereignisse lassen uns Entscheidungen zu bestimmten Situationen treffen. Diese können wir meistens durch neue Gesetze durchsetzen. Das beste Beispiel hier hierfür die Kinderarbeit: Entweder lassen wir unsere Nachkommen mit anpacken und so beispielsweise Kohle schürfen, oder wir stecken sie zunächst ins Heim und lassen sie später in Krankenhäusern, oder Forschungsanlagen mithelfen.

Generell wird zwischen 3 unterschiedlichen Klassen unterschieden: Arbeiter, Ingenieur und Kinder. Viele Berufe, wie den Holzfäller können meist alle 3 erledigen. Andere Aufgaben wiederum können nur bestimmte Berufsgruppen übernehmen. So wird ein Arbeiter nicht Forschen und ein Ingenieur nicht auf die Jagd gehen. Da es meist an Menschen mangelt, um alle Gebäude zu besetzen, um gegen Kälte, Hunger und Ressourcenmangel zu kämpfen, ist es wichtig ein gutes Gleichgewicht zu finden.

Als Alternative kann man sich aber noch einen Automaton zur Hilfe holen. Dies sind haushohe, autonome Roboter, welche bestimmte Gebäude vollständig besetzen können. Warum 10 Leute Stahl schmieden lassen, wenn es ein dampfbetriebener Roboter alleine kann? Und das auch noch 24 Stunden am Tag!

Aber es ist nicht alles Gold was glänzt. Die Maschinen müssen regelmäßig an dem Generator ihre Dampfgeneratoren aufladen. Fällt der besagte Generator also aus, stehen auch bald die Automatonen still. Außerdem ist der Bau recht ressourcenlastig und verbraucht zusätzlich noch einen Dampfkern, welcher nicht gebaut, sondern nur in der Wildnis, durch Expeditionen, gefunden werden kann. Dieser ist recht kostbar, da er auch zum Bau besonders effektiver Gebäude benötigt wird.

Ein Kampf ums Überleben

Frostpunk macht euch das Leben schwer und ihr werdet mehrere Anläufe brauchen, um ein Szenario abschließen zu können. Währenddessen wird die bereits erwähnte Story erzählt, welche euch neue Aufgaben gibt, die ihr meist in einem bestimmten Zeitfenster erledigen sollt. So kommt während des Spiels nie Langeweile auf, ständig müsst ihr planen, was ihr als nächstes erforscht und baut. Dabei wird es draußen immer kälter und eure Arbeiter werden krank, arbeiten dadurch weniger effizient und sterben schlimmstenfalls auch.

Das Interface gibt euch immer einen guten Überblick über alle Bedürfnisse eurer Einwohner, auch wenn es etwas Erfahrung braucht, alles zu verstehen, was euch angezeigt wird. Doch die Menschen melden sich schon von selbst, sollte etwas dringend sein und geben ihre Bedürfnisse bekannt. Sie fordern euch auf das Problem zu lösen, meistens mit mehreren Herangehensweisen. Je nachdem wie ihr eure Entscheidung trefft steigt und fällt die Hoffnung und es kann zu Unruhen kommen, welche eure Position als Leiter der Siedlung schnell zunichte machen können, solltet ihr zu viele schlechte Entscheidungen treffen.

Wann wird’s mal wieder richtig Sommer…?

Frostpunk bietet eine tolle Grafik, ein verständliches Interface und einen schönen, passenden, wenn auch recht eintönigen Soundtrack. Bei Ereignissen wird sogar ein eigener Sound abgespielt. Super, so verlieren wir nie völlig den Überblick!

Die Gebäude sind mit viel Details versehen und sowohl die Menschen, als auch die Automatonen hinterlassen Schneisen und Fußspuren im Schnee, welche mit der Zeit auch wieder zugeschneit werden. Eine schön aussehende Simulation, welche herausfordernd, aber fair ist, gleichzeitig den Spielspaß aber weit oben hält. Einzig die kleinen Karten, welche durch die Schlucht beschränkt sind, sind etwas schade. Gerne würde man in einem Endlosspiel eine größtmögliche Stadt aufbauen wollen.

Ebenfalls etwas ernüchternd ist der Umfang von Frostpunk. Die drei Szenarien haben wir im Test nach rund zehn Spielstunden auf der normalen Schwierigkeitsstufe bestanden. Zwar könnten wir diese noch mit schwierigeren Herausforderungen neu starten und einige Entscheidungen anders treffen (was ich auch tun werde), aber prinzipiell haben wir das Spiel damit durch.

Dank der wirklich guten Geschichten, welche spannend und abwechslungsreich erzählt werden, hat Frostpunk einen hohen Wiederspielwert und es sollen in Zukunft noch mehr Szenarien hinzugefügt werden. Ob als DLC oder als gratis Update steht dabei noch offen, erfahrungsgemäß aber eher als kleine, günstige DLCs.

Frostpunk
Fazit
Mit Frostpunk hat der Entwickler 11 bit studios ein wirklich tolles Spiel auf den Markt gebracht. Ähnlich wie schon bei This War of Mine, erzählt das Spiel mehrere grandiose Geschichten, welche man wirklich mitfühlen kann. Dabei hat die Simulation eine gewisse Schärfe was das Gameplay angeht und vor allem am Anfang recht fordernd ist. Dennoch ist es jederzeit fair und kann dank individuellen Schwierigkeitsgraden notfalls auch entsprechend an euch angepasst werden. Grafisch ist das Spiel dabei ein Augenschmaus, welches euch mit vielen kleinen Details erfreut. Zoomt einmal etwas näher heran und ihr werden merken, dass ihr vieles bisher gar nicht wahrgenommen hat. Generell macht Frostpunk auch hier sehr viel richtig. Aber leider nicht alles. Der Umfang könnte definitiv mehr sein. 3 Szenarien mit jeweils einer eigenen Geschichte stehen euch in der bisherigen Grundversion zur Verfügung. Mit Sicherheit werden mehrere kostenpflichtige DLCs erscheinen, ähnlich wie bei This War of Mine, aber diese sind noch nicht verfügbar. Auch ein Endlosmodus wäre fantastisch gewesen. Mit 29,99€ auf Steam ist Frostpunk für seinen Umfang vielleicht etwas überteuert. Zwar hat es einen tollen Wiederspielwert, im Test konnten wir aber alle 3 Szenarien innerhalb von 10 Stunden durchspielen. Dennoch ist es ein tolles Spiel, welches ich nur empfehlen kann, wenn auch nicht unbedingt für den Preis. Kommende DLCs könnten diesen Aspekt aber wieder verbessern und ich freue mich schon darauf mehr von Frostpunk zu sehen. Bis dahin werde ich mich noch einige Male in die Geschichten dieser eisigen Steampunk-Welt stürzen und um das Überleben meiner Siedler kämpfen.
Technik
93
Umfang
50
Gameplay
96
Spezifisch
90
Leserwertung2 Bewertungen
85
Besser
Tolle Grafik
Viel Detailreichtum
Gutes Interface
Gute Steuerung (Maus & Tastatur)
Erweiterungen sind geplant
Mehrere Schwierigkeitsstufen
Schwierigkeitsstufen anpassbar
Moralische Entscheidungen
Hoher Wiederspielwert
Fordernd, aber fair
Gute Balance
Fantastische Stories
Tolle Atmosphäre
Gute Lernkurve
Schlechter
Keine Sprach-Synchronisierung
Kein Endlosmodus
Fragliche Preis/Leistung
Bisher nur 3 Szenarien
Zu wenig Umfang
82
Wertung

Yakuza 6 – The Song of Life

0

Yakuza 6 erzählt wie seine Vorgänger die Geschichte um das Leben von Kazuma Kiryu, den „Drachen von Dojima“. Der wird wie immer in viel zu viele Dinge gleichzeitig verstrickt, mal mehr und mal weniger selbst verschuldet.

Eigentlich wollte der gute Kiryu ja nur eines: endlich das Yakuzaleben hinter sich lassen und wieder Zivilist sein. Das betont er im neuesten Teil der Yakuza Serie auch gerne und häufig, „ich habe die Yakuza hinter mir gelassen“ werdet ihr darum auch mehr als nur ein paar Mal zu hören bekommen. Warum heißt das Spiel also Yakuza 6 und nicht Zivilist 1? Naja, wie das mit mafiösen Vergangenheiten so ist, holen sie einen ja oft mehr oder weniger gerne ein. Doch ganz von vorn.

Kiryu wird direkt zu Beginn des Spiels für drei Jahre verknackt. Als er wieder rauskommt, muss er feststellen, dass seine Ziehtochter Haruka nach einer Autoattacke im Koma liegt und scheinbar zwischenzeitlich ein Baby bekommen hat. Wer der Fahrer des Wagens war oder wer der Vater des Babys ist, das sind die Fragen mit denen sich Kiryu fortan beschäftigen wird. Dabei kommt er im Laufe der Geschichte, wie schon angedeutet, auch wieder in Kontakt mit seinem ehemaligen, sagen wir, Arbeitgeber. Der Drache von Dojima ist in Yakuzakreisen schließlich nach wie vor eine Berühmtheit, auch wenn die neue Generation der Yakuza ihn teilweise eher spöttisch (böser Fehler) und als Relikt aus alten Zeiten betrachtet (ganz böser Fehler). Und so wird man während seiner Suche nach Antworten immer wieder von kleineren und größeren Problemen der verschiedenen Clans aufgehalten. Die Hauptstory bleibt dabei stets motivierend und man fühlt sich oft wie in einem gut geschriebenen Gangsterfilm. Teilweise so sehr, weil die Zwischensequenzen, von denen es einige gibt, sich gerne mal auf zehn bis fünfzehn Minuten erstrecken. Zwar kann man die Sequenzen theoretisch auch einfach „durchklicken“, denn die Sprachausgabe ist komplett japanisch, allerdings nimmt das viel vom Flair des Spiels.

Die Eierlegende Wollmilchsau

Wie gesagt, die Story ist motivierend und man möchte immer gerne wissen, wie es weitergeht. Wenn, ja wenn da nicht diese klitzekleinen Dinge wären, die Yakuzaspieler schon aus vorherigen Teilen kennen dürften: Nebenaufgaben und Minispiele. Davon gibt es natürlich auch in Yakuza 6 wieder einige und sie schaffen es, euch immer wieder von eurem eigentlich Ziel abzulenken. Ihr lauft durch Tokio und plötzlich sollt ihr jemandem beim Onlinedating helfen. „Aber ich wollte doch eigentlich…ja ok dann helf ich kurz.“ So wird es euch öfter ergehen, sei es beim Onlinedating oder beim Kampf gegen Geisterpiraten oder als Aushilfsmaskottchen zur Steigerung des lokalen Tourismus. Alternativ dazu könnt ihr beim Karaoke euer Gesangstalent beweisen, was besonders mit der Option „leidenschaftliches Mitsingen“ sehr lustig ist. Oder ihr tobt euch beim Baseball aus, trainiert im Fitnessstudio und findet Freunde in einer Bar. Was wollte ich nochmal eigentlich?… Achja! Vater von Baby und Autoangreifer finden!

Gewalt IST eine Lösung

Spielt man Yakuza, dann bekommt man schnell das Gefühl, überall laufen nur Gruppen rum, die auf Krawall aus sind. Alle paar Straßenecken hört man ein „Heeey“ und schon seid ihr von Schlägern umzingelt. Dann heißt es Fäuste auspacken und ab geht die Post. Trotz seiner 44 Jahre kann der gute Kiryu nach wie vor gut austeilen und seine Gegner mit verschiedenen Schlägen und Tritten, Würfen und Kontern aufmischen. Man darf nicht vergessen, dass die Yakuzareihe im Kern ein Straßenprügler ist, bei der Probleme gerne mal mit Gewalt gelöst werden. Die Kämpfe laufen dabei chaotisch und gleichzeitig doch irgendwie kontrolliert ab. Mit einer Taste schlagt ihr, mit der zweiten gibt’s Tritte und mit der dritten nehmt ihr einen Gegner in einen Würgegriff. Zu Beginn des Spiels haut ihr einfach auf die Tasten und die Gegner liegen recht schnell im Dreck; später halten sie dann mehr aus, ihr bekommt aber auch mehr Kniffe dazu. Durch so ziemlich alle Aktivitäten im Spiel bekommt ihr nämlich Erfahrungspunkte. Die sind in verschiedene Kategorien eingeteilt, durchs Kämpfen bekommt ihr vorranging Stärkeerfahrung, gewinnt ihr im Mahjong dürft ihr euch vor allem über Wissenserfahrung freuen, beim Baseball gibt’s Geschicklichkeitserfahrung, usw. Die Hauptquelle für Erfahrung stellt jedoch Essen dar. Habt ihr genug Hunger, dann dürft ihr euch in einem der zahlreichen Restaurants über Burger, Sushi, Ramen, Steak, Kuchen und noch viel mehr Köstlichkeiten hermachen. Je nach Art des Essens bekommt ihr auch hier verschiedene Arten von Erfahrung. Die gesammelten Punkte dürft ihr dann in Kiryus Kampffähigkeiten investieren. Dadurch steigert ihr einerseits Werte wie Lebenspunkte, Angriff oder Verteidigung, andererseits lernt ihr auch neue Techniken, die euch das Leben im Kampf deutlich erleichtern. So könnt ihr dann fortan Fahrräder auf Gegnern zerschmettern, sie wortwörtlich gegen Hauswände klatschen oder – meine Lieblingstechnik – den Kopf eines Gegners in eine Ladenmikrowelle stecken und den Mitarbeiter dann bitten, diese anzustellen (ja, das steht so in der Beschreibung).

Während den Kämpfen sammelt ihr „Hitze“, die ihr auf Knopfdruck aktiviert. Wer dann noch in Kiryus Weg steht, hat echte Probleme. Dadurch sind euch gegnerische Angriffe fast egal und eure eigenen Angriffe bekommen nochmal extra mehr Wumms, inklusive nur im Hitzemodus verfügbarer Spezialangriffe. Doch auch eure Gegner können diesen Modus aktivieren, meist sobald sie eine bestimmte Menge Schaden kassiert haben und dann solltet auch ihr euch vorsehen. Denn bei alle Offensivkraft kann auch der Drache von Dojima auf die Bretter geschickt werden. Da heißt es dann Blocken lernen, denn das ist in der Welt von Yakuza noch wichtiger als der pure Angriff.

Insgesamt sind die Kämpfe in Yakuza 6 gelungen, wobei vor allem die 1vs1 Kämpfe gegen stärkere Gegner Spaß machen. Bei drei oder mehr Bossgegnern gleichzeitig ist man hingegen gerne mal damit beschäftigt, den richtigen Moment abzupassen und sich sonst außer Reichweite zu bewegen. Das ist vielleicht realistisch, fühlt sich beim Spielen aber leider nicht so toll an.

Don Kiryu

Nach einer Weile werdet ihr dann sogar selbst zum Clanchef und dürft Mitglieder rekrutieren, Hierarchien festlegen und in Clankriegen um eure Vormachtstellung kämpfen. Dabei zieht ihr ausnahmsweise mal nicht selbst ins Gefecht, sondern lasst eure Mitglieder die Drecksarbeit für euch erledigen. In einer Art Mini-Echtzeitstrategiespiel schickt ihr verschiedene Anführer und Truppentypen ins Feld, die unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Roundhousekick, Heilung oder K.O.-Schlag sind nur einige der Techniken, die eure Truppenführer drauf haben und den Ausgang der Schlacht entscheidend beeinflussen können. Die Clankämpfe bieten neben der Hauptstory einen weiteren Handlungsstrang, der zum Teil glaubhaft in die eigentliche Geschichte eingewoben ist. Falls euch die Clanmissionen im Rahmen der Story nicht genug reichen, dürft ihr euch online mit anderen Spielern messen und eure Teams antreten lassen.

Neben all den ganzen Ablenkungen gibt es zusätzlich noch Troublr, eine Art Nachrichtendienst für gute Taten. In sehr(!) regelmäßigen Abständen bekommt ihr im Spiel Mitteilungen auf euer Smartphone. Darin melden sich besorgte Bürger, dass hier und dort kleinere Aufgaben auf euch warten. Mal hängt jemand an einem Hausdach und muss befreit werden, mal müssen Straßenrowdys vermöbelt werden oder ihr bringt jemandem Toilettenpapier (ja, auch das) vorbei, es gibt immer etwas zu tun. Prinzipiell eine nette Idee, allerdings wiederholen sich die Aufgaben SEHR schnell und wirklich viel Spaß machen sie auch nicht.

Yosh!

Was Yakuza 6 wirklich toll hinbekommt, ist die Stimmung Tokios einzufangen. Wenn ihr durch die Straßen lauft, fühlt sich das einfach gut an. Grelle Leuchtreklame, viele Menschen, kleine Straßenläden und Restaurants, die Stadt platzt nur so vor japanischen Klischees. Dazu ein stimmiger Soundtrack, der die visuellen Eindrücke schön unterstreicht. Die Animationen, insbesondere die Mimik beim Sprechen, könnte besser sein, die Sprecher selber jedoch sind tadellos und überzeugend. Überhaupt spielt sich Yakuza 6 einfach angenehm. Ihr könnt nach einer längeren Spielpause die letzten Storysequenzen nochmals anschauen, um wieder ins Spiel reinzukommen und für Neueinsteiger gibt es zu jedem bisher erschienenen Serienteil eine Zusammenfassung.

Yakuza 6 ist sicherlich kein Spiel für jedermann, wer aber auf japanische Kultur und teils abgedrehte Nebenquests steht, sich nicht von Zwischensquenzen abschrecken lässt und kein Problem mit teils übertriebener Gewalt a la Fahrrad ins Gesicht klatschen hat, der sollte sich Yakuza 6 zumindest mal anschauen. Es erwartet euch eine wirklich gut erzählte Geschichte mit tollen Sprechern und einem zwar nicht überragenden aber auch nicht nervigen Soundtrack. Dabei bietet euch Yakuza 6 neben dem eigentlichen Spiel eine Fülle an vollständig spielbaren Arcade Games, eine Mahjong Simulation, eine Baseball Liga, ein Mini-RTS, ein Rhythmusspiel und, und, und…Kurzum: es wird so schnell nicht langweilig!

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Yakuza 6 – The Song of Life
Wertung der Redaktion: 

80/100

  • Publisher: SEGA
  • Getestet auf: PS4
  • auch für: –
  • Preis: ~59€

 

 

 
25/30 Technik + Detaillierte Grafik
+ Stimmiger Soundtrack
+ Gute Synchro
+ Japanische Stimmung gut umgesetzt
+ Einfache aber effektive Steuerung
- Animationen teils zu hölzern
- tw. Frameratewackler
25/30 Umfang + Große Spielewelt
+ Gute Spieldauer
- Weniger Hauptstory als in den Vorgängern
25/30 Gameplay + Hoher Wiederspielwert
+ Gute Fairness
+ Spaßige Minispiele & Nebenaufgaben
+ Sowohl Haupt- als auch Nebenstories motivieren
- teils sehr lange Zwischensequenzen
5/10 Spezifisch + Motivierendes Erfahrungssystem
+ Cool inszenierte Spezialattacken

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[wptouch target=“mobile“]Die Wertung kann nur auf einem PC oder Tablet gelesen werden.
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Fazit:

[rating itemreviewed=“Yakuza 6 – The Song of Life“ rating=“80″ reviewer=“Yannik“ dtreviewed=“24.04.2018″ best=“100″ worst=“0″]

Yakuza 6 ist sicherlich kein Spiel für jedermann, wer aber auf japanische Kultur und teils abgedrehte Nebenquests steht, sich nicht von Zwischensquenzen abschrecken lässt und kein Problem mit teils übertriebener Gewalt a la Fahrrad ins Gesicht klatschen hat, der sollte sich Yakuza 6 zumindest mal anschauen. Es erwartet euch eine wirklich gut erzählte Geschichte mit tollen Sprechern und einem zwar nicht überragenden aber auch nicht nervigen Soundtrack. Dabei bietet euch Yakuza 6 neben dem eigentlichen Spiel eine Fülle an vollständig spielbaren Arcade Games, eine Mahjong Simulation, eine Baseball Liga, ein Mini-RTS, ein Rhythmusspiel und, und, und…Kurzum: es wird so schnell nicht langweilig![/rating]

 ►So testen Wir

 

Meisterdetektiv Pikachu

Leserwertung0 Bewertungen
0
75
Wertung

Die Pokémon-Reihe sticht schon seit zwei knapp zwei Jahrzehnten mit besonderer Beliebtheit hervor. Da ist es kein Wunder, dass hin und wieder einmal ein Spin-Off zu den Hauptspielen erscheint. Meisterdetektiv Pikachu ist eines von ihnen und kreuzt damit die Welt der Pokémon mit, besonders für Kinder, spannenden Kriminalfällen.

Die Welt der Pokémon ist groß. Menschen und Pokémon leben gemeinsam in Städten und Dörfern. Auch Ryme City ist eine Stadt voller Pokémon. In dieser begegnet der junge Tim Goodman bei einem kleinen Konflikt mit zwei Griffel einem Pikachu mit Detektiv-Mütze. Wie sich schnell herausstellt, kann Pikachu sprechen. Aber scheinbar ist Tim der einzige Mensch der ihn versteht. Gemeinsam lösen sie nicht nur ihren ersten Fall, sondern stellen auch fest, dass sie weitere Gemeinsamkeiten als die Detektivarbeit haben: Harry Goodman! Der ist nämlich Tims Vater und bei einem mysteriösen Unfall verschwunden. Wie sich herausstellt, ist Pikachu Harrys Partner-Pokémon, kann sich selbst aber an wenig erinnern. So ziehen die zwei zusammen los um das Verschwinden von Harry aufzuklären. Dabei kommen die beiden einer großen Verschwörung auf die Schliche. Und obwohl man zu beginn schnell zu dem Entschluss kommt, dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist, wird man am Ende doch mit ein paar Dingen überrascht, die man sich nicht hätte träumen lassen.

 

 

Ein besonderes Pikachu
Das besondere an Pikachu: Es ist ganz anders als man sich ein Pikachu vorstellt. Das kleine, süße Mause-Pokémon entpuppt sich als waschechter Kerl. Dunkle Stimme, sarkastisch bis zum Umfallen und vollkommen in Kaffee vernarrt. Der wird natürlich schwarz getrunken. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen! Doch im Laufe des Spiels lernt man dieses besondere Pikachu sehr zu schätzen. Es hilft nicht nur ausgesprochen gut beim Lösen der Fälle, sondern hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. So trifft Pikachu zum Beispiel einmal auf ein anderes Pikachu. Unser Detektiv empfiehlt diesem „der aller beste zu sein, wie keiner vor ihm war“. Was wohl aus diesem Pikachu geworden ist? Berührt man das Detektiv-Pikachu-Symbol auf dem unteren Bildschirm, wird man immer wieder mit solchen Sprüchen, Aktionen und Interaktionen von Pikachu und anderen Pokémon überrascht. Die Vielzahl aller kleinen Sequenzen zu sammeln, stellt eine optionale Aufgabe in Meisterdetektiv Pikachu dar.

 

 

Hübsche Inszenierung
Im Großen und Ganzen ist Meisterdetektiv Pikachu aber wie ein netter, ca. 13 Stunden langer interaktiver Film. Über verschiedene Kapitel hinweg löst ihr nach und nach die Geheimnisse um Ryme City und Tims Vater auf. Dabei ist das Spiel nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch sehr gut inszeniert. Der Spannungsbogen ist genau richtig, die Geschichte nicht zu lang, die Kapitel in sich sehr gut abgeschlossen und es bleiben genug Fragen offen, um die Motivation zu bekommen, noch ein bisschen weiter zu spielen. Grafisch sieht das Spiel, für 3DS-Verhältnisse wohlgemerkt, sehr gut aus. Es finden sich sehr viele kleine Cutszenes, so dass das Spiel sehr filmisch wirkt. Die Hauptcharaktere und Pokémon sind allesamt sehr hübsch und individuell gestaltet. Von den unbedeutenden Nebencharakteren kann man das hingegen nicht wirklich sagen. Musikalisch sticht Meisterdetektiv Pikachu nicht sonderlich hervor. An bekannten Melodien findet man nichts vor. Wirkliche Ohrwürmer sind auch nicht zu finden. Dennoch passt die Musik zum Gesamtbild.

Insgesamt richtet sich Meisterdetektiv Pikachu eher an jüngeres Publikum. Die Geschichte ist gut nachvollziehbar, nicht zu kompliziert gestaltet und lässt sich ohne große Probleme flüssig durchspielen. Ein weiterer Pluspunkt ist die gelungene Vertonung. Das Spiel bietet eine gute und oft genutzte Sprachausgabe, welche ausschließlich in Englisch gehalten ist. Dennoch müssen die Spieler einiges an Text auch selber lesen können, weshalb ich Meisterdetektiv Pikachu ab der fünften Schulklasse und aufwärts empfehlen würde. Eltern, die zusammen mit ihren Kindern spielen möchten, können dies natürlich auch schon früher machen, wenn sie gerne vorlesen.

 

Auf zum Verhör!
Der Grund, warum die Informationen zum Gameplay erst so spät in diesem Review auftauchen ist einfach: Das Gameplay ist relativ hintergründig. Meisterdetektiv Pikachu ist eher mit einem Film oder einer Virtual Novel mit ein paar Gameplay-Elementen zu vergleichen, als mit einem Spiel mit großer Inszenierung. Die Orte an denen man zusammen mit Tim und Pikachu auf Erkundungstour geht sind recht überschaubar. Viel zu sehen und zu sammeln gibt es abgesehen von den Pikachu-Sequenzen nicht sonderlich, so dass man eher von Pokémon zu Pokémon oder von Person zu Person tingelt um sich mit ihnen zu unterhalten und Beweise zu sammeln.

 

 

Das tolle an der Sache: Man kann dank Pikachu auch endlich mit Pokémon sprechen. So kann man viele Hinweise sammeln, an die man unter normalen Umständen nicht gekommen wäre. Das Gameplay besteht, wie bereits gesagt, hauptsächlich aus Dialogen. Man findet einen neuen Hinweis und läuft dann das Gebiet ab um alle Menschen und Pokémon dazu zu befragen. Man bekommt einen neuen Hinweis und wiederholt das Ganze. Hin und wieder wird man mit recht kreativen Rätseln konfrontiert. Dies aber auch eher selten, so dass sie eine wunderbare Abwechslung darstellen. Hin und wieder muss man recht simple Quick-Time-Events meistern. Diese bieten alles in allem aber kaum spielerischen Mehrwert und sollen hier der Vollständigkeit halber noch Erwähnung finden. Hat man genug Hinweise gesammelt wird zusammen mit Pikachu im Notizbuch der Fall überprüft. Welche Hinweise sprechen für welche Schlussfolgerung? Hat man alles richtig kombiniert, wird der Fall gelöst!

 

So testen Wir

 

Meisterdetektiv Pikachu
Fazit
Meisterdetektiv Pikachu ist mehr ein interaktiver Film als ein Spiel. Die Geschichte ist grafisch und akustisch, dank vieler Cutszenes und Sprachausgabe, sehr gut inszeniert. Man taucht in die Rolle von Tim Goodman, der zusammen mit Pikachu, dem Partner-Pokémon von Tims verschollenen Vater, eben dieses Verschwinden aufdecken möchte. Das besondere daran: Pikachu kann sprechen und zeigt mit seiner tiefen Stimme, dem Sarkasmus und seiner Vorliebe für Kaffee eine ganz andere Seite des bekannten Pokémons. Die Geschichte um Tim und Pikachu richtet sich eher an Kinder ab 12 Jahren, die bereits lesen können. Sie ist gut nachvollziehbar und mit recht simpler Steuerung ausgestattet. Um einen Fall zu lösen spricht man mit vielen Menschen und Pokémon, muss Hinweise kombinieren und Rätsel lösen. Mit knapp 13 Stunden Spielzeit ist Meisterdetektiv Pikachu eine ausreichend lange Geschichte. Einen hohen Wiederspielwert bietet das Spiel aber nicht und dürfte für viele Erwachsene auch keine große Herausforderung bieten. Wer sich spielerisch einer spannenden Geschichte annähern möchte, kann Meisterdetektiv Pikachu gerne zu seiner Spielesammlung hinzufügen.
Technik
90
Umfang
50
Gameplay
77
Spezifisch
100
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Viele Filmsequenzen
Hübsch Animiert
Fast komplett vertont
Ausreichende Spieldauer
Gute Kapitel-Aufteilung
Viele Ortschaften
Simple Steuerung
Ermitteln bei Menschen und Pokémon
Unterhaltsame Pikachu-Sequenzen
Interessante Story
Negativ
Unbedeutender Soundtrack
Keine Deutsche Sprachausgabe
Dauer für manche zu kurz
Wenig Wiederspielwert
Wenig zu erkunden
Langweilige Quicktime-Events
75
Wertung

A Way Out

0
Leserwertung0 Bewertungen
0
0
Wertung

In Zeiten von Onlinemultiplayer und bombastischen Singleplayer-Spielen kommt nun ein Titel der alles anders machen will. A Way Out will eine fesselnde Story und Spielspaß bringen, aber im Coop-Modus! Ob online oder auf der Couch, der Titel setzt immer einen zweiten Spieler voraus.

 

Die Story selber könnte frisch aus einem 80er Miami Vice Film stammen. Vincent und Leo sitzen ihre Zeit im Knast ab, beide auf ihre Weise mehr oder weniger unschuldig, beide mit persönlichen Rachemotiven. Zufälligerweise richtet sich ihr Hass gegen dieselbe Person, also tun sich die Rabauken zusammen, um die wohlverdiente Rache auszuüben. Charakterlich sind unsere Protagonisten recht verschieden. Aggressiv gegen passiv, gewaltbereit gegen friedlich, spontan gegen durchdacht. In den vielzähligen Zwischensequenzen kam das auch super heraus.

A Way Out - Test, Review, Kaufberatung
 

Auf dem Papier klingt die Geschichte nicht so spannend, auch den unvorhersehbaren Plottwist werden Kenner bereits in der ersten Stunde riechen können. Dennoch hatte die Story seine Momente, die mitfühlen und mitfiebern haben lassen. Das Ending ist dabei wirklich Geschmackssache. Ohne alles zu spoilern: persönlich fanden wir es zwar nachvollziehbar, aber nicht befriedigend. Es wirkte plump und klischeehaft, wie aus einem billigen Kriminalroman kopiert. Waren die investierten Stunden in das Spiel dadurch sinnlos? Nein, aber nach all der Mühe will man mit einem guten Gefühl das Pad ablegen und stolz auf seine Arbeit sein.

 

Schöne Verpackung, ohne Inhalt

Optisch sieht der Titel dabei richtig ordentlich aus. Er haut nicht übermäßig aus den Socken, aber die Szenen wirken filmreif und sehen dabei durchgehend gut aus. Auch die rein englischen Synchronsprecher geben ihr Bestes und überzeugen gekonnt. Der durchgehende Splitscreen im lokalen und online Modus erfordert einen angenehm großen TV, doch die Inszenierung nutzt die Perspektive – mal mehr und mal weniger gut – um interessante Storyelemente zu betonen.

Doch wie spielt sich der reine Coop-Titel nun? Nicht besonders spektakulär leider. Ihr werdet von Quicktime Events zu Minispielen, über kleine Rätsel bis hin zu Geschicklichkeitseinlagen geschickt, welche aber allesamt sich wiederholen, kaum herausfordernd sind oder komplexe Mechaniken bieten. Anstatt dass eure Gameplay-Leistung und Entscheidungen einen Unterschied in diesem „narrativen“ Spiel machen, bilden sie lediglich kleine Stolpersteine auf einem linearen Weg. Ihr habt einen Abschnitt versemmelt? Game Over, versucht es erneut, bis ihr es schafft. Strafen oder andere negative Auswirkungen gibt es nicht. Am Ende gibt es auch Schießeisen, aber diese Sequenzen haben eher etwas Abwechslung, als Spaß gebracht. Wir möchten euch nicht zu viel verraten, aber das Finale bietet zwei Enden, welche sich beide nicht wirklich gut anfühlen. Eine dritte Alternative wäre da eine schöne Lösung gewesen.

Was bitter ist, die Koop-Einlagen sind bei weitem nicht dermaßen komplex, dass eine K.I. das nicht problemlos hinkriegen würde. Das Feature, dass zwei reale Personen wirklich spielen müssen, ist ein zweischneidiges Schwert. Hinsichtlich der Spielmechaniken ist es in A Way Out nicht gerechtfertig und falls ihr mal spontan wollt, müsst ihr auf einen Onlinepartner hoffen. Aber aufgepasst! PS4 Spieler brauchen unbedingt ein PS-Plus Abo, sonst ist der Titel online nicht spielbar. Zumindest reicht es, wenn einer von zwei Freunden den Titel besitzt, dann kann er seinen Kumpanen via Freundesanfrage zum Zocken  miteinpacken.

 

Zwei Genres vereint

Durch den geringen Einfluss des Spielers auf den Ausgang des Spiels, verliert dieses recht viel Spaß und Spannung, wodurch es sich sehr schnell eher wie eine interaktive DVD anfühlt. Selbst die wenigen Momente, in denen euch eine Wahl gelassen wird, werden schnell als bedeutungslose Zwischensequenz entlarvt, die keine wirklichen kurz- oder langfristigen Nachwirkungen mit sich bringen.

A Way Out - Test, Review, Kaufberatung

Die Unterschied in der Herangehensweise ist zwar vom Kern klar anders, aber persönlich empfanden wir die Inszenierung nicht derart überzeugend, dass wir emotional einen großartigen Unterschied empfunden haben.  Bereits nach 6-8 Stunden ist das kriminelle Drama vorbei und lockt höchstens füreinen einzigen, weiteren Durchgang, um die andere Palette an Entscheidungen zu treffen. Beim aktuellen Preis von 29,99€ fällt das Preis/Leistungsverhältnis eher unterdurchschnittlich aus.

Der rettende Faktor in diesem hübschen, aber ansonsten eher magerem Spiel, ist die Koop-Erfahrungen. Zu zweit werden auch weniger interessante Stellen plötzlich spaßig und unterhaltsam. Doch A Way Out lässt dabei so viel Potential auf der Strecke, dass es wieder weh tut. Komplexere Spielmechaniken, mehr Koop-fokussiertes spielen und ernsthafte Konsequenzen fehlen. Es gibt weitaus bessere Koop-Spiele, und auch weitaus bessere narrative Spiele; A Way Out geht hier einen Mittelweg, der eher Einsteiger des narrativen Genres begeistern wird.

A Way Out
Fazit
A Way Out bietet eine recht interessante, wenn auch insgesamt enttäuschende Erfahrung. In einer Zeit, wo Coop-Spiele vor allem im Local-Coop immer seltener werden, ist das Action-Adventure eine nette Abwechslung. Technisch und grafisch kann man sich nicht beschweren, alles lief reibungslos und war dabei schön an zu schauen. Auch die englischen Synchronsprecher haben eine Meisterleistung an den Tag gelegt Doch leider ist inhaltlich nicht alles Gold was glänzt. Eine durchschnittliche Story, herausforderungsloses und monotones Gameplay in einer linearen Handlungsführung nehmen dem Ganzen die Luft raus. Gerade in einem Coop-Spiel, welches sein Hauptaugenmerk auf die Geschichte legt, hätte man sich zumindest gewünscht, dass das Verhalten und die Entscheidungen der Spieler einen Unterschied machen. Lediglich das Ende bietet dann wirklich zwei Wege, welche sich aber beide unbefriedigend anfühlen.
Technik
90
Umfang
60
Gameplay
46
Spezifisch
50
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
ordentliche Grafik
gute (englische) Synchronsprecher
stabiles und ruckelfreies Spielen
nur ein Spieler braucht das Spiel zum Koop-Zocken
verschiedene, abwechslungsreiche Spielorte
ca. 7 Stunden pro Spieldurchgang
nette Koop-Minispiele
flüßige und reibungslose Steuerung
diverse Entscheidungsmöglichkeiten
Ordentliche Storyline
lustige Koop-Erfahrung
Schlechter
manchmal wird ein Dialog minder gut getroffen
Koop-Zwang kann (vor allem mit fremden online) frustrierend sein
reicht für maximal 2 Spieldruchgänge, dann hat man alles gesehen
mageres Preis/Leistungsverhältnis und Wiederspielwert
Entscheidungsmöglichkeiten unspektakulär
sehr wenig “Spiel”-Elemente
Sehr einfach
ohne PS-Plus Abo nicht spielbar auf der PS4
0
Wertung

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