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Logitech G560 – 2.1 Sound mit spielbasierter RGB-Beleuchtung

Die G-Serie von Logitech richtet sich speziell an die Anforderungen von Gamern. Die Produktpalette umfasst unter anderem Headsets, Mäuse, Tastaturen und nun auch ein 2.1 Lautsprecher-System. Das USP des G560 nennt sich Lightsync und will nicht nur Ohren, sondern auch Augen verwöhnen. Wie das mit der RBG-Beleuchtung genau funktioniert, habe ich mir angesehen.

Auspacken und Anschließen

Der Lieferumfang des G560 umfasst zwei Satellitenlautsprecher, einen Subwoofer, USB- sowie Stromkabel und eine Bedienungsanleitung. Bereits beim Herausnehmen aus der Verpackung fällt die hochwertige Verarbeitung der Einzelteile auf. Gewicht, Design und Verarbeitung der Anschlüsse lassen auf eine wertige Hardware schließen. Nach dem Anstecken an den Strom die erste Frage: Wie verbinde ich das Gerät am besten mit dem PC? Zur Auswahl steht Bluetooth, USB und eine Kopfhörerbuchse. Der Hausverstand sagt, will man die Dinger mit der Logitech Gaming Software ansteuern, muss es wohl USB sein. Gesagt, getan und der Hausverstand hatte recht. Musikwiedergabe über Bluetooth oder mittels Kopfhörerkabel ist zwar problemlos möglich, das volle Erlebnis erschließt sich aber nur mit einer USB-Verbindung.

Die beiden Satelliten sind mehr oder weniger rund mit einer tropfenförmigen Aussparung jeweils an einer Seite. Die Größe liegt bei 148 x 166 x 118 mm und das Gewicht bei 1,79 kg. Klein und handlich also. Passen mit Sicherheit auf jeden Zockertisch. Anders sieht es da mit dem Subwoofer aus. Der ist nicht nur deutlich größer, sondern mit 5,5 kg auch ein ordentlicher Brocken. Eine gute Basis für einen kräftigen Wumms denke ich mir. Die Taste für Bluetooth-Pairing, der Ein- und Ausschaltknopf und ein Kopfhörerausgang befinden sich auf der Rückseite des rechten Lautsprechers. Die G-Taste, womit sich die Helligkeit der Beleuchtung regulieren lässt und die Tasten zur Lautstärkeregelung befinden sich oben am rechten Lautsprecher.

G560 LIGHTSYNC PC-GAMING-LAUTSPRECHER

Klangtest

Ohne groß Einstellungen vorzunehmen, wollte ich wissen, wie die G560 klingen. Als Gaming-Lautsprecher sind sie vor allem für Spiele optimiert. Aber, kann man damit auch zufriedenstellend Musik hören? Netflix schauen? Zuerst das Wichtigste: Games. Was sofort auffällt, ist die intensive Basswiedergabe des Woofers und die Lautstärke. Das System arbeitet mit einer Leistung von 120 Watt – im Peak sind sogar 240 Watt möglich. Das ermöglicht ein maximales Schalldruckniveau von 97 dB. Das ist laut! Bei normaler Lautstärke ist der Bass etwas überpräsent. Das ist typisch für Gaming-Lautsprecher. Auf höheren Lautstärken wirkt das Tonprofil ausbalancierter. Dort leiden die doch recht kleinen Satelliten aber unter der hohen Leistung und die oberen Mitten beginnen leicht zu scheppern. Im Großen und Ganzen bin ich mit der Klangqualität des G560 aber sehr zufrieden. Explosionen wirken kräftig, Dialoge sind klar verständlich und Umgebungsgeräusche vermitteln einen immersiven Eindruck. Gleiches gilt für Musikwiedergabe und das Schauen von Serien und Filmen.

Anpassungsmöglichkeiten

Verbindet man das G560 mit dem PC, sollte man unbedingt die Logitech Gaming Software installieren. Erst mit dieser werden die Lautsprecher zu echten Gaming-Boxen. Hier lässt sich in einem integrierten Equalizer der Sound nach den eigenen Vorlieben verändern. Zudem hat man die Möglichkeit aus dem Stereosystem simulierten 3D-Sound heraus zu kitzeln. Dies funktioniert mittels „DTS: X Ultra Surround Sound“ so gut, dass sich Positionen von Gegnern (beispielsweise in Shootern) präzise erhören lassen.

G560 LIGHTSYNC PC-GAMING-LAUTSPRECHER

Lightsync

Besonderes Feature der G560 ist Lightsync. Hiermit wird Sound sichtbar. Die Satelliten-Lautsprecher strahlen, dem Sound oder Spielgeschehen nach, Farben nach hinten ab, die an die Ambilight-Technologie erinnern. Mittels der PC-Software kann auch die Beleuchtung individualisiert werden. Für einige Spiele, wie beispielsweise Battlefield 1, Civilization VI, Counter Strike: Go, Dota, Fortnite, GTAV oder The Division, gibt es bereits vordefinierte Profile. Auf Wunsch kann man das Farbenspiel aber auch einfach an den Sound koppeln oder auf bestimmte Bereiche des Bildschirms anpassen. Das von Logitech bereitgestellte SDK (Entwicklerkit) lässt hoffen, dass in Zukunft noch viele weitere Spiele von Lightsync direkt unterstützt werden.

Logitech G560
LOGITECH G560
Fazit
Für einen Preis von 249 Euro darf man sich mit Sicherheit ein solides Soundsystem erwarten. Genau das liefert Logitech mit dem G560 auch ab. Obwohl der Bass etwas zu dominant ist (einen eigenen Regler für den Subwoofer gibt es leider nicht) und die oberen Mitten im höheren Lautstärkenbereich leicht zu scheppern beginnen, kann der Klang überzeugen. Vor allem, wenn man die Logitech Gaming Software installiert hat, lassen sich viele Einstellungen noch an die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben anpassen. Die RGB-Beleuchtung mit der Lightsync-Technologie ist ein sehr nettes und gern gesehenes Extra. Die Farben unterstreichen das Spielgeschehen und sorgen für Abwechslung im Spielzimmer. Auch hier sind die Einstellungsmöglichkeiten sehr vielseitig. Ich persönlich finde es toll, dass sich das System auf drei Arten mit einem Wiedergabegerät verbinden lässt.
Technik
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Umfang
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Gameplay
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Spezifisch
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Leserwertung1 Bewertung
95
Besser
RGB-Beleuchtung
Lightsync mit Spielprofilen
Satter und klarer Sound
3D-Sound wird simuliert
hochwertig verarbeitet
gute Kabellänge
vielseitige Konnektivität
Schlechter
teilweise zu starker Bass
Qualität nimmt mit zunehmender Lautstärke etwas ab
0
Wertung

So zockt es sich mit der G513 Carbon-Tastatur

Die Logitech G513 Carbon ist eine mechanische RGB-Gaming-Tastatur. Auf dem Papier handelt es sich hierbei um eine Spitzentastatur mit integrierter Beleuchtung, die sich dem jeweiligen Spiel anpasst. Ich habe mir das Gerät genauer angesehen und auf seine Qualitäten getestet. Unter anderem dieser Text ist mit dem Keyboard geschrieben worden.

Hochwertig

Mit einem Gewicht von etwas über einem Kilogramm ist die G513 relativ schwer. Das fällt direkt beim Auspacken der Tastatur auf. Außerdem auffallend: Das Design. Mit 132 x 455 x 34 mm ist die G513 eine platzsparende Tastatur ohne großen Rahmen drum herum. Wozu auch? Alle wichtigen Tasten sind im Standardlayout vorhanden und sitzen auf einer Platte mit 5052-Aluminium-Magnesium-Legierung im gebürsteten Metallic-Look. Das Gerät liegt gut am Tisch und verrutscht nicht. Das liegt an den sechs Gumminoppen an der Unterseite. Im Lieferumfang mit dabei ist eine sehr bequeme Handauflage aus Kunstleder und mit Memory-Foam. Die Auflage kann allerdings nicht an die Tastatur angesteckt werden, sondern muss davor platziert werden. Das stört aber zu keiner Zeit, da auch die Auflage rutschfrei und solide am Tisch aufliegt. Das 1,8 Meter lange USB-Kabel wird über zwei Steckplätze mit dem PC verbunden. Der Grund: An der Hinterseite der Tastatur befindet sich ein USB-Steckplatz, der Strom aber auch Daten übertragen kann. So kann man direkt am Keyboard das Smartphone aufladen oder die Gaming-Maus anschließen.

 

Zwei Ausführungen

Die G513 kommt in zwei Varianten: Als Romer-G Tactile und Romer-G Linear. Der Unterschied? Linear-Tasten haben einen sanfteren Druckpunkt. Die Tasten fühlen sich weich und geschmeidig an. Mir ist es aber gelegentlich passiert, dass ich Tasten unabsichtlich gedrückt habe. Der Druckpunkt ist nämlich nur schwer bis gar nicht zu spüren. Tactile-Tasten klackern mehr. Die Tastatur wird lauter im Handling. Ein Druckpunkt ist aber viel klarer zu spüren. Das ist generell etwas angenehmer beim Schreiben. Die tatsächlichen Unterschiede halten sich aber in Grenzen. In beiden Fällen sind die Tasten absolut hochwertig. Eingaben funktionieren schnell, zuverlässig und präzise. So, wie es eben sein soll. Ebenfalls beeindruckend: 26-Key-Rollover und Anti-Ghosting. Außerdem sind im Lieferumfang zusätzliche Tastenkappen mit Vertiefung samt Montagewerkzeug enthalten.

G513 CARBON MECHANISCHE RGB-GAMING-TASTATUR

Makro und Beleuchtung

Wie eingangs erwähnt, kommt die Tastatur im Standardlayout. Außer den herkömmlichen Tasten findet man keine zusätzlichen. Dennoch gibt es die Möglichkeit, die Beleuchtung zu ändern, in den Gaming-Modus zu wechseln oder die Lautstärke zu verändern. Dies funktioniert über die von Notebooks bekannte FN-Taste, die jeder F-Taste eine zusätzliche Funktion verleiht. Verändert werden kann die Standard-Einstellung über die Logitech Gaming Software. Eine Installation dieser würde ich dringend empfehlen! Hier können nicht nur Makros definiert werden. Man hat zudem die Möglichkeit, die Beleuchtung zu verändern. Hierzu gibt es verschiedene Presets wie horizontale Wellen oder Afterglow. Außerdem können Spielprofile aktiviert werden. So erkennt die Software das auf meinem Rechner installierte PlayerUnknown’s Battlegrounds (PUBG). Im Spiel sind die benötigten Tasten mit unterschiedlichen Farben hervorgehoben. Neben PUBG gibt es Profile für enorm viele Games. Logitech bezeichnet diese besondere Möglichkeit der Beleuchtung als Lightsync. Die RGB-Beleuchtung der G513 macht einen tollen Eindruck. Vor allem, da die Tasten nur für sich und nach oben hin in Farben erstrahlen. Unter den Tasten bleibt es dunkel.

Logitech G513 Carbon
Fazit
Die mechanische Gaming-Tastatur G513 von Logitech ist mit einem Preis von 179 Euro nicht billig. Man bekommt dafür aber eine absolut hochwertige Tastatur, die den eigenen Vorlieben nach anpassbar ist und das Prädikat „Gaming“ absolut verdient hat. Die RGB-Beleuchtung lässt sich mit Hilfe der Logitech Gaming Software individualisieren. Das Gerät erkennt automatisch installierte Spiele und stellt individuelle Profile bereit, die den Gaming-Spaß erhöhen. Multimedia- und Makro-Tasten sind ebenfalls vorhanden. Das Tippgefühl ist solide, knackig und zuverlässig. Das Keyboard ist in meinen Augen ein wertvoller, wenn auch nicht billiger, Begleiter beim Spielen sowie im PC-Alltag.
Technik
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Umfang
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Gameplay
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Spezifisch
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Leserwertung4 Bewertungen
68
Besser
individuelle Beleuchtung
viele Spielprofile
USB-Anschluss direkt am Gerät
hochwertige Verarbeitung
zusätzliche Tastenkappen
bequeme Handauflage
Schlechter
etwas weiches Druckgefühl
0
Wertung

Turtle Beach Stealth 600 – kabelloses Headset für Xbox One und PS4

Das Turtle Beach Stealth 600-Headset ist ein kabelloses Headset für PS4 oder Xbox One und gleichzeitig der kleine Bruder des Stealth 700. Bei wireless Geräten spielen Akkulaufzeit und Übertragungsgeschwindigkeit bzw. Latenzen eine wichtige Rolle. Natürlich sollen auch die Klangqualität und individuelle Einstellungsmöglichkeiten vor dem Kauf berücksichtigt werden. Ich habe mir angesehen, was das Stealth 600 auf der Xbox One und dem PC zu bieten hat.

Ausgepackt und aufgesetzt

Bereits beim Auspacken fällt das geringe Gewicht des Headsets auf. Das liegt unter anderem daran, dass das Stealth 600 hauptsächlich aus Plastik besteht. Die Verarbeitung wirkt auf den ersten Blick solide, auf Grund des Plastiks entsteht aber ein billiger Look. Trotz der Plastikhülle dürfte das Headset stabil gefertigt sein. Sowas lässt sich aber erst nach einem Langzeit-Test sagen. Der Tragekomfort ist auf jeden Fall gegeben. Sowohl am Bügel, als auch auf den Ohrmuscheln befinden sich weiche Polster. Das Headset liegt angenehm am Kopf auf und fängt auch nach längeren Gaming-Sessions nicht zu drücken an. Gut für Brillenträger: Das ProSpecs-Design minimiert beim Spielen den Druck auf die Brillenbügel.

Turtle Beach Stealth 600 - kabelloses Headset für PS4 oder Xbox One

Tasten und Anschlüsse

Auf der linken Ohrmuschel des Headsets befinden sich der einklappbare Mikrofonbügel, die Ein-/Aus-Taste, ein Mode-Button, die Taste für das drahtlose Pairing mit der Xbox, zwei Regler, die die Lautstärke des Spiels und Voice-Chats getrennt voneinander regeln lassen und ein Micro-USB-Eingang, über den das Headset aufgeladen werden kann. Schließt man das Stealth 600 außerdem via USB an einen PC an, kann man über den Turtle Beach Audiohub die Firmware des Geräts aktualisieren.

Verbindung herstellen (auch am PC)

Nach dem Einschalten des Stealth 600 muss man sowohl am Headset, als auch auf der Xbox One den Pairing-Button kurz gedrückt halten. Nach einigen Sekunden haben sich die beiden gefunden. Eine Verbindung wird anschließend automatisch hergestellt. Das ist selbsterklärend und klappt alles sehr schnell und reibungslos. Ich empfehle, in den Audioeinstellungen der Konsole die Option „Windows Sonic Surround Sound“ zu aktivieren. Erst hierdurch kommen die Surround-Fähigkeiten des Headsets voll zur Geltung. Ebenfalls toll: Das Headset kann auch auf einem Windows 10-PC verwendet werden. Voraussetzung ist ein separat erhältlicher Xbox Wireless Adapter oder bereits im Rechner verbautes Xbox Wireless.

Turtle Beach Stealth 600 - kabelloses Headset für PS4 oder Xbox One

Vorlieben anpassen

Das Stealth 600 verfügt über vier voreingestellte EQ-Modi: Signature Sound (gibt Medien so wieder, wie vom Künstler erwünscht), Bass Boost (erhöht den Bass), Bass + Treble Boost (verstärkt die Basswiedergabe sowie Höhen und Tiefen) und Vocal Boost (sorgt für klarere Sprachwiedergabe). Die Presets können mit der Mode-Taste durchgewechselt werden. Mit einem kurzen Druck auf die Powertaste aktiviert man das „Superhuman Hearing“. Das soll vor allem bei Shootern dabei helfen, Umgebungsgeräusche intensiver zu hören und Gegner so leichter orten zu können. Beim Zocken lassen sich über die beiden Lautstärkeregler der Sound vom Game und vom Sprach-Chat separat regeln. Das ist praktisch! Das Mikrofon kann durch Hochklappen des Mikrofonbügels stumm geschaltet werden.

 

Praxischeck & Soundqualität

Der Sound des Stealth 600 ist zufriedenstellend. Der Bass wird satt wiedergegeben. Explosionen wirken wuchtig. Die Klangqualität im Sprachchat ist ebenfalls angenehm – das gesprochene Wort kann klar und deutlich gehört werden. Je nach EQ-Setting kommen auch die Höhen und Mitten nicht zu kurz. Alles in allem ein solider Sound. Die Qualität des Mikrofons ist ebenfalls positiv. Beim Gegenüber ist wenig bis kein Rauschen zu hören. Meine Stimme war immer klar und verständlich. Praktisch ist das so genannte Mikrofon-Monitoring. Hierbei kann die eigene Stimme über das Headset wiedergegeben werden. So fängt man bei lautem Spielsound nicht an durchs Zimmer zu schreien. Die angegeben Akkulaufzeit von 15 Stunden konnte nicht ganz eingehalten werden. Ein paar (auch längere) Gaming-Sessions können aber mit einer Akkuladung durchgezockt werden.

Turtle Beach Stealth 600
Fazit
Das Stealth 600 kostet 99 Euro und ist meiner Ansicht nach ein solides Gaming-Headset. Ich finde es gut, dass man keinerlei Adapter benötigt, um eine Verbindung zur Xbox One herzustellen. Schade ist jedoch, dass eine Bluetooth-Funktion nur beim 50 Euro teureren Stealth 700 vorhanden ist. Die beiden Geräte unterscheiden sich sonst nur minimal voneinander. Da ist der doch recht deutliche Preisunterschied etwas zu hoch. So kann man das Headset nur mit einem Xbox One Wireless Adapter auch auf einem Windows 10-Rechner verwenden. Eine Verbindung zum Smartphone ist gar nicht möglich. Die Akkuleistung ist solide und der Sound ebenfalls zufriedenstellend. Die vordefinierten EQ-Settings können zwar nicht selbst noch modifiziert werden, decken aber ein breites Sound-Spektrum ab. Für den Preis von knapp hundert Euro haben wir hier ein sehr vernünftiges Headset bekommen.
Technik
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Umfang
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Gameplay
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Spezifisch
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Leserwertung1 Bewertung
88
Besser
Alle Tasten bequem zu erreichen
leichtes Setup
Mikro einklappbar
extra Kabel für Mobile
geringes Gewicht
ansprechendes Design
kräftige Stimme
wuchtiger Bass und guter Surround Sound
Schlechter
Kopfbügel zu kurz
kein Bluetooth
zu viel Plastik
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Wertung

Surviving Mars

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Leserwertung0 Bewertungen
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71
Wertung

Wolltet ihr schon immer einmal den Mars besiedeln? Richtig, wer nicht? Mit Surviving Mars könnt ihr den roten Planeten in euren Besitz nehmen und eure eigene Kuppelstadt bauen. Dabei müsst ihr nicht nur die Bedürfnisse eurer Siedler im Auge behalten, sondern euch auch mit den Gefahren auseinander setzen, welche auf eurer neuen Heimat warten.


Vom Entwickler Haemimont Games präsentiert Publisher Paradox Interactive das Aufbauspiel Surviving Mars. Hier ist der Name Programm, denn grob gesagt ist es eure Aufgabe eine lebensfähige Siedlung auf den unwirklichen Planeten auf zu bauen.

Mars Rover 2.0

Doch wie bauen Menschen eine Stadt auf dem Mars? Richtig: Gar nicht! Zumindest nicht eigenhändig.
Kaum auf dem Planeten gelandet erhalten wir 3 Fahrzeuge. Eines zum Erkunden von Anomalien, eines zum Transportieren von Waren und eines zum Steuern kleinerer Roboter. Letztere sind hierbei das A und O, denn die kleinen Helfer flitzen um das Fahrzeug herum, bringen Waren und Material von A nach B, bauen Strukturen und halte diese auch in Schuss.

Bevor die ersten Menschen auf der Oberfläche landen, muss erst einmal die Grundversorgung gesichert sein. Sauerstoff kann mit speziellen Raffinieren relativ leicht erzeugt werden. Wasser kann entweder aus der Atmosphäre extrahiert, oder aus einer unterirdischen Quelle (wenn vorhanden) abgezapft werden. Der benötigte Strom kann durch Solarzellen, oder Windturbinen gewonnen werden. Es empfiehlt sich eine gute Mischung aus beiden zu haben, da in der Nacht die Solargeneratoren nicht laufen und die Windturbinen abhängig von der Windstärke sind. Außerdem startet ihr standardmäßig mit 2 Stirling-Generatoren (ein Motor, welcher durch hitzebedingte Luftausdehnung läuft), welche ebenfalls ordentlich Energie erzeugen. Der Strom speist via Kabel natürlich die Sauerstoff- und Wasser-Produktion, welche wiederum durch Röhren mit dem gewünschten Gebäude verbunden werden.

Ziel ist aber natürlich der Aufbau einer Siedlung und dafür hat die Menschheit eine simple Lösung durch Glaskuppeln gefunden. Diese kleineren bis riesigen Strukturen werden an die Grundversorgung angeschlossen. Im Inneren platziert ihr verschiedene Einrichtungen, angefangen von kleinen Wohnquartieren, bis hin zu Kasinos. Zunächst ist der Platz noch recht gering, wodurch vorerst nur die Grundversorgung gewährleistet werden kann, wie Hydrokulturfarmen, in welchen eure Siedler Nahrung wachsen lassen kann, welche wiederum in Lebensmittelgeschäften verteilt werden kann.

Vergrößert sich eure Siedlung durch neue Gebäude und größere Kuppeln, welche ihr erst erforschen müsst, könnt ihr Drohnen-Hubs bauen. Dies sind kleine Stationen, welche Helfer-Roboter zur Verfügung stellen. Somit seid ihr nicht dauerhaft von der mobilen Version abhängig, sondern könnt euch auf andere Projekte konzentrieren, während die kleinen Helfer selbstständig arbeiten.

Wissenschaft, die Wissen schafft

Um im Spiel weiter zu kommen, müsst ihr Forschung betreiben, weshalb ein Forschungslabor schon zu Beginn sehr viel Sinn macht. Hier entwickelt ihr Ideen für größere Kuppel-Strukturen, mehr Kapazität für eure Raketen, welche die Erde mit dem Mars verbinden, und vieles mehr. Alle Forschungen bringen euch voran und erleichtern euch Schritt für Schritt den Ausbau. Außerdem erhaltet ihr neue Gebäude, in welchem eure Siedler arbeiten, oder relaxen können.

Mit jeder neuen Entdeckung kommt ihr auch einen Schritt zur autonomen Siedlung näher. Bald müsst ihr fehlende Ressourcen nicht mehr von der Erde kaufen, sondern könnt diese selbst herstellen. Schickt ihr euren ferngesteuerten Erkunder auf Tour, kann dieses Fahrzeug Anomalien analysieren. Dadurch könnt ihr auf Anhieb schnell Forschungspunkte beschaffen, um Forschungsprojekte schneller ab zu schließen, oder aber auch ganz neue Forschungen frei zu schalten, welche sonst erst später verfügbar wären. Zusätzlich gibt es Spezialprojekte, welche eurer Siedlung einen größeren Bonus geben. Diese zu erforschen sind meist aufwendiger, lohnen sich allerdings.

Wir sind nicht alleine

Neben dem Aufbau eurer Siedlung, könnt ihr unterschiedliche Aufgaben erhalten, um die Vergrößerung interessanter zu gestalten. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen und helfen euch gleichzeitig im späteren Verlauf auf ein bestimmtes Ziel hin zu steuern. Damit erzählt jede Siedlung seine eigene Geschichte, welche durch Katastrophen, wie Sandstürme, oder Meteoriten-Hagel immer eine neue Herausforderung bieten. Doch keine Sorge, kein Stein kann euren Abwehrlasern standhalten. Außerdem sind eure Siedler dynamisch. Sie können durch Katastrophen sterben, sich aber auch fortpflanzen. Außerdem habe alle spezielle Eigenschaften, welche euch eine gewisse Boni geben. Aber das harte Leben auf dem roten Planeten kann seine Narben hinterlassen. Wundert euch also nicht, wenn der eine oder andere Siedler seine Emotionen versucht im Alkohol zu ertränken.

Wem das alles noch nicht genug ist, darf sich auf die Mod-Unterstützung freuen. Hier könnt ihr der Community eure Kreationen zur Verfügung stellen, oder jene von anderen in Anspruch nehmen. Damit bieten sich erneut viele Möglichkeiten, welche das Spiel auch im Endgame auf lange Zeit interessant gestalten könnten. Außerdem ist Paradox Interactive für seine DLC-Freundlichkeit bekannt, weshalb wir uns sicher auf neue Inhalte freuen dürfen.

Neben den großteils guten Realismus, welches das Surviving Mars liefert, könnte es aber auch gut geschehen, dass ihr unerwarteten Besuch erhaltet. Mehr möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Findet selbst heraus, ob sie im Frieden kommen, oder nicht.

Surviving Mars
Fazit
Surviving Mars bietet eine sowohl überschaubare, als auch umfangreiches Aufbau-Simulation. Ihr fangt klein an, könnt durch Forschung aber richtig groß werden. Die Entwickler haben es dabei geschafft ein gutes Gleichgewicht aus Realismus und Gaming-Unterhaltung zu finden. Dadurch fühlt es sich nach einem strategischen Siedlungsspiel an, ohne zu viel Spielspaß zu verlieren. Dennoch bringt das Grundspiel nicht genug Umfang mit, um im Endgame vollständig zu begeistern. Ihr baut immer größere Kuppeln, mit immer mehr Inhalt, um immer mehr Siedler unterbringen zu können. Doch ab einen gewissen Punkt kommt hier einfach zu viel Monotonie auf, was zwar durch die nebenbei erzählte Geschichte verbessert, aber nicht gelöst wird. Hat man einmal eine gewisse Grundversorgung gewährleistet und kann alle Ressourcen herstellen, fehlt es ein wenig an der Motivation eine neue Kuppel zu bauen und neu zu balancieren zwischen Arbeitskräften und Ressourcen. Generell bietet Surviving Mars eine solide Aufbau-Simulation mit viel Auswahl. Aber irgendwann ist die Luft raus und man beginnt lieber eine neue Siedlung, als die alte weiter aus zu bauen. Es gibt hier und da ein paar Überraschungen zu entdecken (um Spoiler zu vermeiden, solltet ihr dies selbst tun), aber dies hilft nur bedingt um am Ball zu bleiben. Dennoch hege ich große Hoffnungen an die Modding-Gemeinde und kommende DLCs welche das Spiel zu einem richtigen Hit machen können.
Technik
59
Umfang
81
Gameplay
68
Spezifisch
77
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
Detailreiche Umgebung und Gebäude
Animierte Siedler und Geschäfte/Häuser
Mehrere fiktive Radiosender
Stabiles Gameplay
Zufällig generierte Welten
Viele Gebäude
Umfangreicher Tech-Tree
Zufällige Katastrophen
Mod-Unterstützung
Hoher Wiederspielwert
Gute Fairness
Unterstützende Hilfe als Tutorial
Überschaubares Interface
Viel Auswahl an Bau-Möglichkeiten
Solide Aufbausimulation
Modding Unterstützung
Schlechter
Grafik teils recht kantig
Viel Text, keine Audiosynchronisierung
Fragwürdige Preis/Leistung
Überschaubares Grundspiel
Fehlende Langzeitmotivation
71
Wertung

Where The Water Tastes Like Wine

1
Leserwertung0 Bewertungen
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85
Wertung

Jenseits der immer gleichen Massen an Videospielen erhebt sich Where The Water Tastes Like Wine mit einem interessanten Konzept: Hier werden Literatur, Kultur und Spiel miteinander verbunden und schaffen ein Game, welches zum Nachdenken und Mitfühlen anregt.

Where The Water Tastes Like Wine erzählt eine Geschichte über Geschichten. Die Wirtschaftskriese der 30er Jahre prägt die Bevölkerung der USA. Die Große Drepression hat viele Träume zerstört und den Menschen bleibt nichts als ihre Geschichten. Du bist ein einsamer Wanderer ohne Freunde und Familie. Eines Abends nach einer tagelangen Wanderung findest du eine Hütte in der die seltsamsten Gestalten am Pokertisch sitzen. Du lässt dich auf die Runde ein und versuchst dein Glück. Als es dann um alles oder nichts geht verlierst du den Zug. Doch du kannst deinen Poker-Partner, ein Direwolf, nicht mit Geld bezahlen. Stattdessen nimmt er dir deine Seele und schickt dich auf die Suche nach Geschichten. Du sollst aber nicht irgendwelche Geschichten sammeln, du sollst die Lebensgeschichten, die Ängste und Sorgen, die glücklichen Momente der Menschen sammeln. Du ziehst also los um ganz Amerika zu erkunden und die Geschichten der Menschen des Landes herauszufinden. Die Reise geht im Norden in Maine los. Wo du hin wandern wirst, bleibt dir selbst überlassen.

Auf deiner Reise wanderst du entweder zu Fuß, mit dem Zug oder per Anhalter durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Landschaft ist recht Monoton. Hier und da findet sich eine Bergkette, ein Fluss, eine Stadt, man sieht die Grenzen der Bundesstaaten und am Horizont immer kleine Symbole, die dir den Standpunkt einer neuen, spannenden Geschichte zeigen. Dein ständiger Begleiter ist die Folk-Musik, die die musikalische Mentalität der Regionen widerspiegelt. Diese ändert sich je nach Region ein wenig. Mal kommen neue Instrumente hinzu. Mal liegt der Fokus auf einem bestimmten Sound. Die Sänger und das Tempo können sich ändern. Eines bleibt aber immer gleich: Das Hauptthema bleibt im Kopf und kann tagelang ein angenehmer Ohrwurm sein. Wenn du lustig bist, kannst du auch selbst vor dich hinpfeifen und dadurch ein bisschen schneller über die Weltkarte wandern. Das, vielleicht hin und wieder etwas langweilige, Wandern gibt dir Zeit die kürzlich erlebten Geschichten sacken zu lassen, Zeit zum nachdenken. Die Kamera ist leider nicht ganz so flüssig und kleine Ruckler und leichtes Flimmern tauchen gelegentlich auf.

 

Geschichte
Genau diese Geschichten bilden das Kernstück von Where The Water Tastes Like Wine. Es sind nicht die bunten Felder, sondern die Geschichten, die die Landschaft prägen. Diese sind kurz, einprägsam, mit einem hauch Melancholie. Sie erzählen von Freude, Trauer, Freiheit, Autorität, Glaube, Tod, Natur, Familie und vielen anderen Themen. Die Geschichten werden von der dunklen und ruhigen Erzählerstimme auf Englisch vorgelesen. Aber auch eine deutsche Textausgabe ist vorhanden, so dass man auch ohne Englischkenntnisse die Geschichten von Where The Water Tastes Like Wine genießen kann. Insgesamt können 219 Geschichten in den ganzen USA gesammelt werden. Sie sind sehr vielfältig, doch man merkt eindeutig, wie sie das Landschaftsbild prägen. In Florida und Georgia ist die Hitze zu spüren, wenn man durstigen Baumwoll-Pflückern seinen letzten Tropfen Wasser gibt. Eine ganz andere Hitze ist in den trockenen Feldern von Michigan und Indiana zu spüren. Dort verhungern die Bauern, weil nichts gedeiht und gigantische Sandstürme bedrohen das Leben. In den Städten tummeln sich Geister und du entdeckst Gassen die an die Vergangenheit der modernen Städte erinnern. Manche Geschichten klingen ein bisschen übernatürlich und unglaublich, andere erzählen die erbarmungslose Realität der Generation der Wirtschaftskrise. Während du die Geschichten erlebst, kannst du dich gelegentlich entscheiden wie du reagieren möchtest. Nachdem du einem Farmer beim Suchen seines Sohns in der alten Scheune geholfen hast, findest du ihn tot im Futtersilo. Wie entscheidest du dich? Wirst du dem Vater die bittere Wahrheit sagen oder ihn im Ungewissen lassen, ein Fünkchen Hoffnung geben? Je nach dem, wie du dich entscheidest, wird die Geschichte in eine von insgesamt 16 Kategorien eingeordnet. Zu jeder vorgetragenen Geschichte werden auch schön illustrierte Bilder gezeigt, so dass man sich die Geschichten auch ein wenig anhand der Bilder merken kann.

Am Lagerfeuer
Doch diese kleinen Geschichten sind nicht unbedingt die Geschichten, die du dem Direwolf sammeln sollst. Denn die wahren Geschichten sind die der Menschen, die du immer wieder auf deiner Wanderschaft triffst. Am Lagerfeuer tauscht ihr Geschichten aus. Du wirst von den Leuten gebeten eine Geschichte zu einem ganz bestimmten Thema zu erzählen. Triffst du ihren Geschmack, dann geben sie auch ein bisschen von sich selbst preis. Der wandernde Priester Jimmy hört gerne Geistergeschichten. Hat er Vertrauen zu dir gefasst, wird er dir auch von seiner Vergangenheit erzählen. Dieser Beziehungsaufbau und diese Entwicklung ist das spannendste an Where The Water Tastes Like Wine. Insgesamt 16 verschiedene Autoren haben sich für die 16 Charaktere eine besondere Geschichte einfallen lassen. Die Namen der Sprecher findet ihr hier.

Die Geschichten die du erzählst bleiben aber nicht exklusiv bei deinen Gesprächspartnern. Auch sie erzählen die Geschichten weiter, so dass man hin und wieder anstatt auf neue, auf seine eigenen Geschichten trifft. Oft sind diese aber abgeändert. An einem stürmischen Tag an der Küste siehst du einen Leuchtturm. Um nicht von den drohenden Wellen verschlungen zu werden, beschließt du ihn aufzusuchen bis der Sturm vorbei ist. Im Leuchtturm empfangen dich zwei Leuchtturmwärter. Einer stark, mit einer dunklen Stimme und ein bisschen misstrauisch. Der andere zuvorkommend und höflich. Sie lassen dich über Nacht auf der Couch schlafen, bewirten sich mit frisch gebackenen Kuchen und erzählen dir, dass sie schon seit Jahren in diesem Leuchtturm leben. Eine schöne Geschichte. Erzählst du sie weiter verwandelt sie sich: Es heißt, in diesem Leuchtturm würden Liebende zusammenkommen. Später wird die Geschichte so umgewandelt, dass das Licht des Leuchtturms nur zu leuchten Beginnt, wenn Liebende sich im Leuchtturm treffen. Die genauen Details der abgewandelten Geschichten erfährt man leider nicht, aber du übernimmst sie in deine eigene Geschichtensammlung und kannst sie weitererzählen. Sie werden dann wirkungsvoller und interessanter. Pro Thema können drei Geschichten in deinem aktiven Repertoire sein. Die anderen kann man im Menü anschauen oder austauschen.

Auf Städtetour
Deine Wanderschaft durch die USA ist dennoch nicht Grenzenlos. Obwohl dein wandernder Charakter eher einem Gerippe ähnelt, als einem Menschen aus Fleisch und Blut gibt es trotzdem Grundbedürfnisse wie Hunger und Müdigkeit, die befriedigt werden müssen. Manche Geschichten enden auch mit der Konsequenz, dass du Energie verlierst. Hilfst du etwa Arbeitern auf einer Farm, bekommst du zwar Geld, verlierst aber auch etwas von deiner Energie. Eine durchzechte Nacht raubt dir den Schlaf und eine Einladung zum Essen von einer Großmutter, deren Enkel grade beim Baden sind gibt dir auch ein bisschen Energie zurück. Doch diese Ereignisse hängen von den Geschichten ab und können nicht unbedingt gezielt angesteuert werden. Dafür solltest du eine Stadt besuchen, denn dort kannst du gegen Geld deine Energie wieder aufladen. Es ist dir auch möglich nach Arbeit zu suchen oder zu betteln. Aber beide Methoden bringen dir nicht immer auch Geld ein. In den Städten kannst du auch ein Zugticket kaufen und so schneller von Stadt zu Stadt kommen. Hast du keine Energie mehr, geht es zurück zum Direwolf, den du mit deinen Geschichten davon überzeugen musst, doch noch einmal auf Wanderschaft gehen zu dürfen.

 

So testen Wir

 

Where The Water Tastes Like Wine
Fazit
Where The Water Tastes Like Wine ist kein herkömmliches Spiel. Es ist eine Geschichte über Geschichten. Du ziehst über die Karte der USA und findest viele, melancholische Geschichten über das Volk. Du tauchst in die Zeit nach der großen Depression ein und lernst die Schicksale der Menschen und des Landes kennen. Auf deiner Reise triffst du immer wieder auf sechzehn unterschiedliche Wanderer, die du mit deinen Geschichten versorgen kannst und deren Vertrauen du nach und nach gewinnst. Dadurch erfährst du dann die wahren Geschichten dieses Spiels. Alles was du erzählst, verbreitet sich nach und nach und deine Stories werden abgewandelt und spannender. Begleitet werden die Geschichten durch einen extrem guten Soundtrack und schöne Zeichnungen. Am besten Spielt sich Where The Water Tastes Like Wine über mehrere Abende hinweg, so dass man zwischendurch Zeit zum Nachdenken hat und das Spiel auf sich wirken lassen kann.
Technik
70
Umfang
93
Gameplay
87
Spezifisch
100
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Tolle Synchronisation
Hübsche Grafiken
Fantastischer Soundtrack
Über 200 Geschichten
16 individuelle Charaktere kennenlernen
~20 Stunden Spielzeit
Entscheidungen treffen
Geschichten ausbauen
Kreativ umgesetzt
Großartiger Erzählstil
Regt zum Nachdenken an
Negativ
Nicht ganz flüssig
Simpel gehalten
Keine Details zu ausgebauten Geschichten
Teilweise monotones herumlaufen
85
Wertung

Kingdom Come: Deliverance

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Skyrim im Mittelalterstil? Die Erwartungen waren hoch, und Kingdom Come: Deliverance erfüllt sie, zumindest an manchen Stellen. Wir haben den Titel ausgiebig getestet und legen mit gemischten Gefühlen das Pad nieder.

 

Wie bei vielen Spielen mit Hype gibt es ein böses Erwachen, auch Kingdom Come Deliverance ist keine Ausnahme. Die Versprechungen eines „echten“ RPG im Mittelalter, ohne Fantasy-Elemente, brachialem Realismus und Massenschlachten liegen noch in den Ohren. Doch selbst ohne diese Erwartungshaltung, ist der Titel ein Spezialfall, der viele am Kopf kratzen lässt. Wir haben die Version 1.25 für die PS4 getestet und sind somit schon in den Genuss vieler Gigabyte an Patches gekommen. Entsprechend werden wir auch das Spiel in diesem Zustand bewerten und nicht auf die Macken davor eingehen.

Kingdom Come Deliverance - Test, Review, Kaufberatung
 

Angesiedelt im Böhmen des Mittelalter spielen wir Heinrich, Sohn des Kalitzer Schmiedes. Kaum mit der Steuerung vertraut, wird das Dorf überfallen; wir brauchen Motivation, um die Story voranzutreiben, also müssen die Eltern sterben. Der Lehnsherr Radzig nimmt uns daraufhin auf, gibt uns ein Zuhause und Aufträge, damit wir am Ende unsere wohlverdiente Rache ausüben können.

 

Das (R)PG im Mittelalter

Die Story selbst ist nicht besonders spektakulär, liefert aber durchaus interessante Momente. Besonders die vielen historischen Informationen und das Mittelaltersetting sind durchaus gelungen. Die Wendungen sind aber recht vorhersehbar und packen emotional nicht wirklich. Die Rollenspielelemente kommen auch nur minimal durch und nehmen letztlich keinerlei signifikanten Einfluss auf die Hauptstory. Selbiges gilt für die Nebenquests – welche weitgehend spaßig und abwechslungsreich sind – und Zufallsbegegnungen – die leider nicht immer richtig funktionieren. Der Rollenspielaspekt ist an einer bitter kurzen Leine gehalten. Dabei ist die deutsche Synchro an sich gar nicht übel, doch öfters sackt die Lautstärke der Dialoge komplett Kingdom Come Deliverance - Test, Review, Kaufberatung ab, sie werden auf englisch (oder gar nicht) gesprochen und die dazugehörigen Figurenbewegungen sind gerne mal recht fehlplatziert; das kommt davon, wenn man eine handvoll Animationen schablonenartig auf Dialoge draufklatscht.

 

Die Grafik an sich haut nicht aus den Socken, sie ist recht hübsch und erfüllt ihren Zweck in einem großen, Open World Spiel. Diverse Grafikfehler und Macken gibt es auch, aber nichts, was das Spiel zum abstürzen gebracht hätte. Leider haben Titel wie The Witcher 3 die Messlatte verdammt hoch angesetzt, weshalb das Lob sich in Grenzen hält.

 

Hartverdienter Spielspaß

Genug von der Verpackung, wie spielt sich der Titel? Und hier kommen wir in eine fiese Zwickmühle, die mit einer Metapher erklärt ist. Andere Spiele sind moderne, geschmeidige Spielzeuge, einfach in der Handhabung und ihrer Komplexität. Kingdom Come Deliverance ist ein massives Holzspielzeug, mit Ecken und Kanten, an denen ihr euch gerne mal weh tut, doch macht das Spielen trotzdem irgendwie Spaß und gibt eine besondere Art er Befriedigung. Über die klobigen Bewegungen, dem teils holprigen Kampfsystem, die vielen zeitraubenden Spielelementen und die anstrengenden Mechaniken, ist Kingdom Come Deliverance irgendwo zwischen „spielerunfreundlich“ und „spaßig“.

Der gepriesene Realismus ist eben ein zweischneidiges Schwert: Schmutzige Kleidung, die sich auf euren Gesprächserfolg auswirkt, Schlaf, Sättigung, Haltbarkeit von Objekten und Lebensmittel klingen zwar sehr aufregend, machen aber nicht alle glücklich. Diese Spielmechaniken sind schlicht Selbsterhaltung, damit ihr ohne negative Effekte das Spiel normal spielen könnt; sie fressen Zeit und ihnen nachzugehen war nicht wirklich spaßig umgesetzt. Kräuter einsammeln ist ein Graus, da bei jeder (!) Pflanze eine 2 Sekündige Animationssequenz abgespielt wird. „Schnellreisen“ und „Warten“ ist ebenfalls ein Zeitfresser, welche die ohnehin langen Ladezeiten noch anstrengender machen.

Kingdom Come Deliverance - Test, Review, Kaufberatung
 

Schlösserknacken, Bogenschießen und Alchemie sind derart gewöhnungsbedürftig und unlustig, dass wir sie die ersten Stunden komplett gemieden haben. Den krönenden Abschluss macht ein foltergleiches Speichersystem: Gespeichert wird in unregelmäßigen Zeitabständen vom Spiel selber, wenn ihr spezifische Quests annehmt, oder euch Schlafen legt. Schnellspeichern geht nur, wenn ihr den sogenannten „Retterschnaps“ verwendet, welcher am Anfang des Spiel eine mächtige Summe kostet. Das ihr so dann mal bei einem unglücklichen Tod ein oder zwei Stunden Spielzeit verliert, wird euch öfters passieren. Merkwürdig auch: Bei den ganzen Nebenskills wie Alchemie, Taschendiebstahl oder Lesen, kam es Niemandem in den Sinn, dem Sohn des Schmiedes die Fähigkeit zu geben, eigene Waffen zu schmieden? Hurr Durr Durr, wir schleifen und reparieren die Ausrüstung halt lieber. Warum also, haben wir uns das Spiel dennoch mehr als 25 Stunden angetan?

 

Mühsam ernährt sich das Level 1 – Eichhörnchen

Sadistische Tendenzen sind ohnehin gegeben, und Kingdom Come Deliverance hat aufgrund seiner miesen Härte an die alte Gothic-Zeit erinnert. Jeder Erfolg den wir trotz aller Umstände verbuchen konnten, hat sich umso besser angefühlt. Das Level-Up-System ist da besonders angenehm: Benutzt einfach die entsprechende Fertigkeit und sie wird aufgewertet und erhaltet Skill Points für weitere Perks. Heinrich kann so zu einem alleskönnenden Halbgott werden. Ein (neuer) Trank ermöglicht euch dabei, die Punkte neu zu setzen.

Und Erfolge im Kampf sind die Schönsten, leider deswegen, weil der Kampf zu Beginn eine wahre Tortur ist. Ihr schlagt von 5 Seiten zu und könnt mit der Waffe stechen. Kombos brauchen richtiges Timing und die richtige Schlagabfolge. Da ihr euch zunächst nur mit schickeren Lumpen und einem gefühlten Ast prügelt, kriegt ihr erstmal gehörig eins auf den Deckel von den meisten Gegnern. Die sperrige Handhabung macht vor allem Kämpfe in Unterzahl zu einem Alptraum, aus dem es scheinbar kein erwachen gibt. Aber mit jedem erschlagenen Gegner, jedem besseren Rüstungsteil, jedem Level Up eurer Fertigkeiten gewinnt ihr mehr und mehr die Oberhand.

 

Waren anfangs zwei BauerKingdom Come Deliverance - Test, Review, Kaufberatung ntölpel eine kaum lösbare Mammutaufgabe, bringen euch später 4-5 voll ausgerüstete Söldner höchstens zum Schmunzeln. Leider liegt hier aber ein deftiges Problem: Nach genügend Spielzeit, habt ihr keine Herausforderung im Kampf mehr. Schwierigkeitsstufen gibt es nicht und euer Schwertarm mäht bei ordentlicher Ausrüstung gottgleich alles nieder. Die versprochenen Massenkämpfe entpuppen sich dabei als lediglich größeres Gemenge, und bleiben weit hinter den Versprechungen zurück. Andere Waffen stehen zwar auch zur Verfügung, doch ist nur wirklich das Schwert in den Fokus des Skilltree gerückt, und das gilt doppelt für den Bogen.

Kingdom Come Deliverance - Test, Review, Kaufberatung
 

Die große Spielwelt wird leider auch eher zügig recht unattraktiv. Grund ist, dass sie weitgehend leer ist. Hier und da mal ein paar Gegner, ein Reh oder Hase zum Jagen, Pflanzen zum Pflücken oder kleine Dörfer zu entdecken. Ihr findet schlicht zu wenig, als dass es spannend wäre, die Spielwelt auf eigene Faust zu erkunden. Diese Erkundung wird richtig bitter, wenn euch meterhohe Gebüsche komplett den Weg versperren, ihr einen Fluss nicht überqueren könnt (weil Schwimmen im Mittelalter scheinbar noch seltener war, als die Lesekunst Hurr Durr Durr) oder das Terrain die Bewegungen eurer Figur einfach zum Stocken bringt.

Auf dem PC sind viele dieser Macken mit inoffiziellen Mods und Patches gelöst, wodurch der Spielspaß massiv steigen kann. Vor allem die Modderszene wird ihren Spaß mit Kingdom Come haben, doch Konsolenbesitzer schauen hier in die Röhre. Wer sich das Spiel also für die PS4 oder Xbox One holen will, sollte sich das wirklich, wirklich gut überlegen.

Kingdom Come: Deliverance
 Kingdom Come Deliverance - Test, Review, Kaufberatung Wertung der Redaktion:

70/100

  • Publisher: Deep Silver
  • Getestet auf: PS4 
  • auch für: Xbox One, PC
  • Preis: 64,99 €

 

 

22/30 Technik + ordentliche Grafik
+ passender Soundtrack und Vertonung
+ stabiles und ruckelfreies Spielen
- noch einige Grafik und vor allem Dialogfehler
 seeehr lange Ladezeiten

23/30 Umfang + umfangreiche Skills und Perks 
+ große Spielwelt zum entdecken
 viele Stunden Spiel“spaß“
 Abwechslungsreiche Nebenquests
- abgesehen vom Schwertkampf, sind die restlichen Waffen minder nützlich
 Große Spielwelt, aber recht inhaltslos
 keine Schwierigkeitsstufen
19/30 Gameplay + vielfältige Mechaniken für höheren Realismus
+ interessantes Kampfsystem für Zweikämpfe
 umfangreiche Spielmechaniken, die bei jeder Spielweise aufgewartet können
 tolles Skill- und Levelsystem
- gnadenloses Speichersystem
 holzig, klobige Steuerung, macht vor allem Kämpfe in Unterzahl unlustig
 viele, unnötig Zeitraubende Spielelemente
 Gottgleich im Endgame und ohne Herausforderung
6/10 Spezifisch + sehr schöne Treue zum Setting
 jeder Erfolg fühlt sich herrlich an

 trotz vielfacher Patches, immer noch einige Macken
 viele fragliche und unnötig zeitraubende Spielelemente

[wptouch target=“mobile“]Die Wertung kann nur auf einem PC oder Tablet gelesen werden.
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Fazit:

Kingdom Come Deliverance ist ein interessanter Titel, an dem aber noch einige Zeit geschliffen werden muss. Zu viele Spielelemente rauben einem den Spielspaß und vor allem unnötig Zeit. Die derbe Handhabung und der Realismus schrecken zunächst ab, doch mit etwas Übung und zunehmenden Fortschritt steigt man hinter die anfänglichen Probleme und kann das Spiel mit seinem tollen Levelsystem wirklich genießen. Leider liegt es am Ende hinter den Erwartungen zurück, der Rollenspielaspekt ist kaum bemerkbar und die Welt ist viel zu leer für ihre Größe. Trotz großer Patches ist das Spiel noch von einigen Macken geplagt, läuft aber stabil und ruckelfrei. Konsolenspieler sollten sich einen jetzigen Kauf zweimal überlegen, da viele seiner Problemchen sich am PC einfacher lösen lassen und auch die Modderszene sich der leeren Welt liebevoll annehmen wird. Wer seine Titel etwas härter mag und gerne etwas Zeit investiert, wird viele Stunden beschäftigt sein, doch muss er noch mit einem bittersüßen Kompromiss aus Spiel und Spaß rechnen.

[rating itemreviewed=“Kingdom Come: Deliverance“ rating=“70″ reviewer=“Martin Federlein“ dtreviewed=“05.03.2018″ best=“100″ worst=“0″]

 

[/rating]

So testen Wir

 

Age of Empires: Definitive Edition

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Wertung

Lange Zeit hat man von Seiten Microsofts von Age of Empires gar nichts mehr gehört. Die Ensemble Studios wurden 2009 aufgelöst und es herrschte, abgesehen von der Age of Empires 2: HD Edition entwickelt von den Moddern „Forgotten Empires“, ziemliche Flaute. Mit der Ankündigung einer ganzen Palette an Remakes sowie Age of Empires 4 im Zuge des 20-jährigen Jubiläums der Serie hat sich die Situation grundlegend geändert. Den Anfang macht die Neuauflage des ersten Serienteils – die Age of Empires: Definitive Edition, die nun endlich am 20.02.2018 nach mehrmaliger Verschiebung veröffentlicht werden soll.

Was macht nach wie vor das immer noch so große Interesse der Spielerschaft an Age of Empires im Allgemeinen aus? Mit ziemlicher Sicherheit ist es zu einem großen Teil schlicht die Nostalgie. Und ob diese Gefühle der Vergangenheit wieder aufleben können, wollen wir im Test der Age of Empires: Definitive Edition für euch klären. Microsoft hat die Modder von Forgotten Empires für alle nun kommenden Remakes beauftragt.

Für alle die zum ersten Mal etwas von Age of Empires hören: das Spielprinzip ist so simpel wie einfach. Wir wählen zu Beginn eine aus 16 Kulturen des Altertums, sammeln Holz, Nahrung, Gold und Steine mit unseren Arbeitern um Gebäude und Einheiten bauen zu können sowie in den Zeitaltern fortschreiten zu können. Das offensichtliche Ziel ist es, all unsere Kontrahenten auszuschalten bevor uns ebendas passiert. Ein typisches Echtzeit-Strategiespiel also.

Age of Empires: Definitive Edition
Unser kleines Dorf.

Was ist neu?

Die erste Frage die sich stellt ist natürlich, was man sich persönlich vom Remake des ersten Age of Empires erwartet. Sind die eigenen Erinnerungen an das Original des ersten Serienteils vielleicht von den Nachfolgern oder auch anderen Spielen verfälscht und ich erwarte etwas ganz und gar an diese Erinnerungen Zugeschnittenes oder möchte ich tatsächlich, dass alles eins zu eins übernommen wird – eventuell auf Kosten von sinnvollen Komfort-Funktionen, die doch aus den Nachfolgern übernommen werden können?
Beginnen wir mit einer kurzen Auswahl über die wichtigsten Neuerungen und Veränderungen des Remakes im Vergleich zum Original:

  • Neue Grafik, inklusive Zoomstufen, 4K-Auflösung, Kantenglättung und vieles mehr
  • Neues HUD: Anzeige von Einheitenlimit, Tech-Tree, Untätige Dorfbewohner, Epochen Fortschritte
  • Komplett neuer Soundtrack und Voice-Acting
  • Gameplay-Anpassungen: Einheitenlimit auf 250 angehoben, Hotkeys, Warteschlangen für Einheiten und Gebäude, Dorfbewohner beginnen automatisch zu arbeiten, Felder sind begehbar…
Age of Empires: Definitive Edition
Vor dem Match können wir auch den klassischen „Retro“-Modus wählen.

Was funktioniert?

Wie man anhand der obigen Neuerungen erkennen kann, sind einige Komfort-Funktionen eingebaut worden, die das Gameplay im Vergleich zum Original teils deutlich verbessern und einfach angenehmer machen. Glücklicherweise machen diese Features das typische Age of Empires nicht zu einem gänzlich neuen Spiel, sondern sollen es um sinnvolle Verbesserungen erweitern.

Age of Empires: Definitive Edition
Wir greifen eine feindliche Stadt an!

Auch der Umfang kann sich sehen lassen. Forgotten Empires hat das Hauptspiel als auch die Erweiterung „The Rise of Rome“ eingebaut. Damit sind nun auch wieder alle Kampagnen mit ihren Missionen aus dem Original komplett spielbar. Ebenfalls gleich geblieben ist die Anzahl der Epochen, in denen wir voranschreiten können. Von der Altsteinzeit geht’s in die Jungsteinzeit, weiter in die Bronzezeit bis wir schließlich in der Eisenzeit landen.

Für Fans von Offline-Modi gibt es ein ganz besonderes Highlight: es gibt wieder einen LAN-Modus, der komplett ohne Internetverbindung gespielt werden kann.

Age of Empires: Definitive Edition
Oft sind frühe Angriffe die effektivsten.

Gameplaytechnisch ist die Definitive Edition dem Original doch sehr ähnlich geblieben. Nach wie vor kämpfen wir die Schlachten des Altertums mit seinen entsprechenden Völkern und Einheiten. Aufgrund des deutlich erhöhten Einheitenlimits (von 50 auf 250) und des neuen HUD sind Schlachten besser denn je – leider gibt es hier aber einige Wermutstropfen, von denen man kaum absehen kann.

Was funktioniert nicht?

Zwei dieser Wermutstropfen sind die Wegfindung und die KI. Ab etwa zehn Einheiten in gemeinsamer Bewegung fangen diese an, sich gegenseitig zu blockieren. Grund dafür dürften unter anderem die fehlenden Einheitenformationen sein, die bekanntlich erst ab Age of Empires 2 mit an Bord waren. So kann es passieren, dass wir ganze Armeen oder Flotten im Handumdrehen trotz Überzahl und strategischem Vorteil einfach verlieren, weil sich die einzelnen Einheiten gegenseitig blockieren, kein Ziel finden oder umständliche Wege laufen. Das gleiche gilt übrigens leider auch für die Dorfbewohner, also unsere fleißigen Arbeiter. Mikromanagement ist damit meistens so gut wie nicht machbar.

Das Wasser sieht fantastisch aus – die Wegfindung kann hingegen nicht überzeugen.

Die KI wiederum stellt sich gerne mal mit ihren teuren Nahkampfeinheiten einfach vor unsere mit Türmen verteidigten Mauern und lässt sich in aller Ruhe von uns massakrieren. Sie setzt ihre Einheiten nicht nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip ein und unterliegt außerdem oft der gleichen problematischen Wegfindung wie unsere eigenen Einheiten.

Auch die KI ist nicht immer die hellste…

Zudem ist die Balance zwischen den einzelnen Völkern, Einheiten und vor allem den Zeitaltern alles andere als ausgefeilt. Wenige Schiffe etwa können ganze Küstenstädte innerhalb kürzester Zeit allein in Schutt und Asche legen, Streitwägen und Hopliten sind wie im Original immer noch zu mächtig und beim Zeitalterwechsel sind die technologischen Unterschiede oft so stark, dass wir selbst mit zwanzig Keulenträgern gegen fünf Reiter des nächsten Zeitalters unterliegen.

Kampagnen sind auch wieder mit dabei – zehn Stück an der Zahl.

Wie sieht es technisch aus?

Die Definitive Edition ist mit Sicherheit kein hässliches Spiel. Den größten Unterschied zum Original macht tatsächlich die Grafik aus. Die liebevollen Animationen, die neuen Zoomstufen, grafischen Aufbesserungen und Details wie die (vorberechnete) Zerstörung von Gebäuden machen schon einiges her. Auch der komplett neue Sound rundet das Paket schön ab.

Neu: der Tech-Tree!

Unglücklicherweise haben sich aber auch technisch einige Macken eingeschlichen. Forgotten Empires hat die AoE: Definitive Edition komplett auf der alten Engine des Originals entwickelt und das merkt man dem Spiel auch an. Schon bei Matches ab vier Spielern in Abhängigkeit von Zoomstufe und Einheitenlimit ruckelt das Spiel teilweise schon relativ stark – unabhängig von der Stärke des Rechners. Zudem verursachen die Zoomstufen gelegentliches Flimmern an den Rändern oder in unaufgedeckten Bereichen der Karte.

Age of Empires: Definitive Edition
Die Grafikeinstellungen sind leider stark begrenzt.

Leider sind die Grafik-Einstellungen dermaßen beschränkt, dass wir in dieser Hinsicht nicht besonders viel individuell anpassen können. Im Allgemeinen macht das Spiel technisch einen recht durchwachsenen Eindruck.

So testen Wir

 

Age of Empires: Definitive Edition
Age of Empires: Definitive Edition
Fazit
Ich muss es leider so sagen - die Age of Empires: Definitive Edition macht zum jetzigen Zeitpunkt einfach keinen fertigen Eindruck. Gute Komfort-Funktionen aus den Nachfolgern und deutlich schönere Grafik sowie Sound werden von den großen Mankos stark überschattet. Die grauenvolle Wegfindung, eine sehr mäßige KI, Balanceprobleme und technische Macken wie Ruckeln, Flimmer und stark beschränkte Grafikoptionen halten mich zum jetztigen Moment davon ab, dem Spiel eine klare Kaufempfehlung auszusprechen. Auch wenn es im Kern dem Original ähnlich ist und nach wie vor nostalgische Gefühle aufkeimen lässt.
Technik
82
Umfang
86
Gameplay
58
Spezifisch
30
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Besser
Unterschiedliche Zoomstufen
Schöner Soundtrack
Befriedigendes Zerstörungssystem der Gebäude
Liebevolle Animationen
Ansehnliche Grafik
Einige Komforts aus den Nachfolgern...
Beinhaltet AoE + Addon
LAN-Modus
Sechzehn Völker in vier Epochen
Zehn Kampagnen
Übersichtliches HUD
Bekannter AoE-Spielfluss
Große Schlachten
Nostalgie
Schlechter
Flimmern beim Zoom
Kaum Grafikoptionen
Teils Ruckler
Punktestatistik nicht immer richtig
Relativ magere Einheiten- und Gebäudeauswahl
... nimmt aber eventuell Nostalgiegefühl
Keine Spezieleinheiten oder -technologien für Völker
Wegfindung grauenvoll
Mikromanagement schwer machbar
Balance-Probleme
Dumme KI
Nur für Windows 10
Nur über Windows Store (Xbox App) verfügbar
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Bayonetta 1 & 2

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89
Wertung

Im Jahr 2010 erschien Bayonetta auf Xbox360 und PS3. Seit dem hat sich Bayonetta von „dem Spiel mit dem weiblichen Dante“ zu einem, von den Fans geliebten, Franchise entwickelt und im Jahr 2014 einen WiiU-Exklusiven zweiten Teil spendiert bekommen. Jetzt wagt sich Bayonetta auch auf die Nintendo Switch. Ob sich bei den Portierungen der beiden Teile viel getan hat, verraten wir euch im Review.

Die beiden Bayonetta-Teile haben vieles gemeinsam: Nicht nur die sexy Hexe Bayonetta ist in beiden Spielen Hauptcharakter, auch in Sachen Gameplay und Story findet man viele Parallelen. Für viele Spieler und Spielerinnen sind die Portierungen von Bayonetta 1 und 2 eine willkommene Möglichkeit, noch einmal auf einer aktuellen Konsole in die wundersame Welt von Paradiso und Inferno einzutauchen. Für viele andere jedoch, stellen die Portierungen den ersten Berührungspunkt dar. Für diese möchten wir ins unserer Zusammenfassung noch einmal die beiden Teile kurz beschreiben und für die Alteingesessenen auf Änderungen und Neuerungen zu sprechen kommen. Wenn ihr euch für ein ausführliches Review zu Bayonetta 2 interessiert, könnt ihr dies gerne hier tun. Zu Letzt könnt ihr euch auch noch unsere Bewertungen zu den beiden aktuellen Portierungen anschauen.

In der Welt der Umbra-Hexen
Die hochgewachsene, schlanke und überaus reizvolle Dame, die den Spielen ihren Titeln verleiht, trägt den Namen Bayonetta.  Ihre Berufung: Mit Hilfe von vier hübschen Handfeierwaffen auf der Erde für Ruhe zu sorgen. Denn unsere Welt, so wie wir sie kennen, ist hart umkämpft. Die himmlischen Mächte von Paradiso und die Dämonen aus Inferno versuchen immer wieder sich ihrer zu bemächtigen. Niemand anderes als die Umbra-Hexe Bayonetta wäre besser dafür geeignet, sich diesem Kampf zu stellen. Niemand anderes als Bayonetta kämpft mit so viel Stil und Charme.

Im ersten Bayonetta-Teil begleitet ihr sie auf eine Reise in die Vergangenheit. Bayonettas Herkunft ist schleierhaft und in der mediterranen Stadt Vigrid sucht sie nach Antworten. Diese und noch viel mehr findet sie dort auch. Darunter die Hexe Jeanne, den Journalisten Luka und ein kleines Mädchen. Wie genau es weiter geht, dürft ihr gerne selbst herausfinden. So viel soll gesagt sein: Im zweiten Teil macht sich Bayonetta erneut auf um sich Engeln und Dämonen zu stellen. Diesmal um eine geliebte Freundin zu retten. Es geht in den Norden zum Berg Fimbulvinter und dem ruhigen Städtchen Noatun. Auch dort darf Bayonetta wieder den Babysitter Spielen und macht sich mit dem rätselhaften Jungen Loki bereit für eine Bergtour.

Der Stil der Bayonetta-Teile ist wahrlich einzigartig. Mit der vollkommen übertriebenen sexyness der Hexen und dem überzogenen und übercoolen Humor, der sich selbst nicht ganz ernst nimmt, gilt es klarzukommen. Wer sich darauf einlässt, wird sicherlich viel Spaß mit Bayonetta haben. Die Story, die im ersten Teil noch recht verworren ist und viele Fragen offen lässt, wird im zweiten Teil gut weitergeführt und einige offene Fragen werden beantwortet. Auch kann man über die Zeit feststellen, dass die Hexe keineswegs bloß eine taffe Frau ist, sondern auch ihre weichen Seiten präsentiert und sich weiterentwickelt.

 

 

Bring it!
Was viele Menschen Fans von Bayonetta werden ließ, ist insbesondere das Gameplay. Bayonetta gehört in das Genre des Hack’n’Slay wobei es hauptsächlich darum geht die Gegner effizient mit möglichst wenig Schaden niederzustecken. Bayonetta zeigt dabei aber sehr viel Action und erfordert vom Spieler einiges an Fähigkeiten ab. Das Gameplay von Bayonetta ist hierbei besonders mit den Spielen der Devil May Cry-Serie zu vergleichen. Obwohl nur wenig Tasten zum Kämpfen genutzt werden, könnt ihr viele einschlagende Kombos produzieren. Wer mit Bayonetta kämpft, wird sich sehr schnell sehr mächtig fühlen. Ihre Kampfart ist stilvoll und schnell. Als besonderes Feature gilt die Hexenzeit. Weicht man gekonnt aber knapp vor einem Gegner aus, aktiviert sich diese und setzt die Umwelt in Zeitlupe. Nur Bayonetta darf weiterhin normal agieren und kann somit ihre Gegner gehörig verkloppen. Für gutes Spielen wird man mit Magiepunkten belohnt. Diese kann man einsetzen um mächtige Folterangriffe auszulösen. Im zweiten Teil kommt noch der Umbran-Klimax hinzu, in dem für kurze Zeit normale Angriffe in einschlagende Hexenfäuste verwandelt werden.

Am Anfang muss man sich an das Gameplay erst gewöhnen, denn ganz ohne sind die Kämpfe nicht. Wer noch Probleme hat, sollte sich nicht scheuen auf einem niedrigeren Schwierigkeitsgrad zu beginnen. Die Hauptstory ist in beiden Teilen nach maximal 15 Stunden durchgespielt, weshalb ein zweiter, dritter, vierter oder auch fünfter Spieldurchlauf auf einem höheren Schwierigkeitsgrad durchaus machbar und gewollt ist. Zudem gibt es einige Gegenstände wie Waffen, Kostüme und Verbesserungen zu sammeln und zu kaufen. Zudem gibt es versteckte Portale in eine andere Welt. In Bayonetta 1 werdet ihr nach Alfheim gelangen, in Bayonetta 2 nach Muspelheim. Dort warten besonders schwere Herausforderungen in einer Art Arena auf euch, die ihr vielleicht nicht auf Anhieb bezwingen könnt. Dabei hilft es dann definitiv das ein oder andere Level noch einmal zu spielen um euch mit neuen Techniken, Items und Waffen ausstatten zu können. Im zweiten Teil dürft ihr euch zusätzlich über den Hexen-Klimax-Modus freuen. Hier könnt ihr in einer Arena Engel und Dämonen besiegen und Währung einsetzen, um noch mehr zu gewinnen. Der Clou dabei: Ihr müsst besser sein als euer Gegenspieler. Auf der Switch-Version kann man nicht nur, wie auf der WiiU-Version, gegen einen CPU spielen oder online gegen andere Spieler, sondern nun auch im lokalen Modus.

 

 

Ob Alt, ob Neu: Bayonetta bleibt sich treu
Die wunderschönen kreierten Landschaften und Städte in beiden Bayonetta-Teilen haben eines gemeinsam: Stets werden sie sie in epischen Kämpfen Opfer der Zerstörungsgewalt. Während man gerne mal ein paar Spielpassagen in Ruhe die Umgebung erkunden kann, muss man sich vor allem auf eines gefasst machen: Jede menge epische Kämpfe. Die Inszenierung von Bayonetta ist bombastisch und jederzeit episch. Von den Cutszenes, über die Musik bis hin zu Bayonettas Finishern in Kämpfen mit gigantischen Engeln und Dämonen. Manchmal paaren sich die Kämpfe mit Pop-Interpretationen von altbekannten Liedern und verleihen dem ganzen einen verspielten Touch. Darüber hinaus verfügt Bayonetta über eine Sprachausgabe und recht hübsche Cutszenes, mal ganz klassisch, mal im Stil von Bildausschnitten eines Films. Während Bayonetta 2 überaus schick aussieht, muss man der Portierung von Bayonetta 1 doch die etwas matschig wirkenden Cutszenes ankreiden. Hier hätte man gerne noch ein wenig mehr Arbeit reinstecken dürfen. Dennoch merkt man, dass die Switch hier ordentlich ausgelastet wird. Der Akku ist deutlich schneller leer als bei anderen Switch-Spielen und das Gerät arbeitet auf Hochtouren. Dafür sind die Ladezeiten um einiges kürzer als bei den früheren Fassungen. Dass muss man schon loben!

 

Die Touch-Steuerung, die für die Versionen auf der WiiU eingeführt wurde, wird weitherhin wohl nicht besonders für die hohen Schwierigkeitsgrade geeignet sein, macht aber auf den einfacheren dank glatterem Display und Multi-Touch-Funktion der Switch durchaus mehr spaß als auf der WiiU.
Auch eine Amiibo-Einbindung ist im zweiten (leider nicht im ersten) Teil vorgenommen worden. Man kann nun täglich bis zu 32 Amiibos einscannen. Je mehr man einscannt, desto mehr Zutaten, Halos und Gegenstände erhält man. Bis zu 500.000 Halos per Tag sind somit zu erreichen. Bei dem Tempo kann man sich innerhalb einer Woche den gesamten Inhalt des Ladens freikaufen. Das ist zum einen natürlich angenehm, da man so schon früh im Spiel an neue Techniken, Kostüme und Items kommt, andererseits nimmt es aber auch den Belohnungseffekt, wenn man sich endlich etwas freikaufen konnte. Die beiden Bayonetta Amiibos, sowie Peach, Bowser, Link, Samus und Fox schalten Kostüme frei. Diese sind allerdings nicht exklusiv, weshalb ihr auch ohne Amiibos in den Genuss der Kostüme kommt.

 

 

Bayonetta 1 und 2 könnt ihr separat im e-shop erwerben. Bayonetta 1 für 29,99€ und Bayonetta 2 für 49,99€. Kauft ihr beide, bekommt ihr die Teile für insgesamt 59,99€. Beim Kauf der Retail-Version von Bayonetta 2 ist ein Downloadcode für Bayonetta 1 enthalten. Die Preise sind für eine Portierung eher happig. Zumindest für Spieler und Spielerinnen, die bereits früher in den Genuss von Bayonetta gekommen sind. Wer zum ersten mal mit Bayonetta in Berührung kommt sollte sich aber nicht scheuen, hier zum Vollpreis zuzuschlagen.

So testen Wir

 

Bayonetta 2
Fazit
Bayonetta 2 hat alles zu bieten, was sich ein Fan von Hack 'n' Slay wünschen kann: Knallharte Action, Witz und Herausforderungen, auch wenn sich der zweite Teil im Vergleich zum ersten als ein wenig leichter herausstellt. Technisch hat sich nicht viel geändert, was aber auch bedeutet, dass die Qualität gewohnt gut ist. Trotz einigen Backtracking-Elementen ist das Level-Design ausgesprochen gut ausgefallen. Die Schauplätze sind ansprechend und die Durchmischung von Bosskampf und Lauf-Einlagen angenehm und passen zum Verlauf der Story. Diese ist im Vergleich zum Vorgänger sehr nachvollziehbar und beleuchtet Bayonetta auch mal von ihrer weichen Seite. Das soll aber nicht bedeuten, dass unsere Hexe nicht genauso humorvoll, trocken und stilvoll sein kann, wie wir sie kennen. Das halbe Spiel ist immer noch eine reine Parodie des Videospiel-Business. Beim Gameplay hat man sich einige Neuerungen einfallen lassen aber auch Dinge wie Angel Attack weggestrichen. Trotz kurzer Spielzeit gibt es viele Items und Kostüme, die freigeschaltet werden wollen. Um die notwendigen Heiligenscheine dafür zu sammeln, kann man den neuen Mehrspieler-Modus, den Hexen-Klimax, verwenden.
Technik
93
Umfang
97
Gameplay
90
Spezifisch
70
Leserwertung0 Bewertungen
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Positiv
Scharfe Grafik
Stabile 60 FPS
Epischer Soundtrack
Gute Sprachausgabe
Hoher Wiederspielwert
Viele Collectibles
Mehrere Schwierigkeitsgrade
Multiplayer-Modus (auch lokal)
Präzises Gameplay
Prinzip der Hexenzeit
Umbran Klimax
Touch-Steuerung für Einsteiger
Umfangreicher Amiibo-Support
Zusatzkostüme
Negativ
Technisch nicht viel neues
Einiges an Backtracking
Schwierigkeitsgrad manchmal zu leicht
Durch Amiibos zu schnell den Laden leerkaufen
Angel Attack gestrichen
91
Wertung
Bayonetta 1 & 2
Fazit
Die Portierung auf die Nintendo Switch ist gelungen. Bayonetta strahlt wieder in ihrem Hexenglanz und kämpft sich durch Horden von Engeln und Dämonen. Neue Nintendo-Kostüme sorgen für optische Abwechslung. Auch die Touch-Steuerung ist wieder ins Gameplay integriert, welche allerdings auf höheren Schwierigkeitsgraden eher ungeeignet ist. Leider sehen die Cutszenes auf der Switch recht schwammig aus. Eine Überarbeitung hätte uns gefreut! Dafür dürft ihr mit dem gewohnt präzisen Gameplay der Umbra-Hexe und dem abgedrehten, fast in die Satire reichenden Humor ein paar angenehme Stunden mit Bayonetta verbringen.
Technik
90
Umfang
83
Gameplay
90
Spezifisch
100
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Tolles Art-Design
Stabile 60 FPS
Epischer Soundtrack
Gute Sprachausgabe
Geringe Ladezeiten
Hoher Wiederspielwert
Viele Collectibles
Mehrere Schwierigkeitsgrade
Präzises Gameplay
Prinzip der Hexenzeit
Knackige Herausforderungen
Touch-Steuerung für Einsteiger
Zusatzkostüme
Angel Attack Minispiel
Negativ
Cutszenes sehr schwammig
Ein bisschen zu teuer
Nervige Quicktime-Events
89
Wertung

The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia

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The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia bringt den Manga auf die Spielkonsole! Doch wie bei vielen Adaption macht der Titel einiges Richtig und schießt gleichzeitig an anderen Ecken hart vorbei.

 

 

 

 

 

Der erfolgreiche Manga The Seven Deadly Sins hat durch seine Animeadaption auf Netflix immer mehr an Popularität gewonnen. Die Geschichte um die Elitegruppe des Königreichs Britannia gibt es nun als Kampfspiel, mit Anführer Meliodas und Co. als spielbare Figuren. Als Fan der Serie sind wir auf dem aktuellsten Stand was den Anime und Manga angeht, weshalb die Vorfreude, aber auch Skepsis gegenüber dem Spiel groß waren.

 

In der Welt von Magie, Feen, Riesen und Dämonen

Ihr spielt die Geschichte der ersten Season des Anime nach und erlebt dabei die Schlüsselmomente. Das Königreich Britannia ist nach einem Coup von zwei seiner heiligen Rittern in Chaos verfallen. Die dritte Tochter des Königs, Elizabeth, macht sich auf die Suche nach den Seven Deadly Sins, einer Gruppe außerordentlich mächtiger Krieger, welche vor 10 Jahren eben dieses Verbrechens beschuldigt worden ist und sich seitdem versteckt hält. Auf ihrer Reise findet sie den Anführer der „Sins“, Meliodas, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der restlichen Bande. Wie sich herausstellt, steckt hinter dem Coup mehr als nur eine politische Intrige und ein 3000 Jahre alter Krieg zwischen Menschen und Dämonen scheint erneut auszubrechen…

Optisch ist der Titel dabei quietschfidel und bunt. Alle Figuren sind ihrem original treu nachgestellt und die passenden Synchronstimmen lassen einen richtig gut in die Anime/Spielwelt eintauchen. Manche Animationen und Bewegungen wirken jedoch recht holzig und grob. Musikalisch wird meist ein passender Sound aufgelegt, der jedoch nicht aus den Socken haut. Ein paar mal ist der Titel ohne Fehlermeldung eingefroren, doch dank Autosave-Funktion war das nicht weiter tragisch.

 

 

Das Spiel hält sich weitgehend brav an die Vorlage (sowohl was die Story angeht, als auch die Persönlichkeit der Figuren), macht aber hier und da relativ nachvollziehbare Änderungen. Was aber sehr Schade ist: die dramatischen und emotionalen Aspekte aus dem Original werden gar nicht oder nur stark zensiert im Spiel behandelt, was dem Ganzen viel Charme raubt. Meistens wird damit die Hintergrundgeschichte einer der „Sins“, welche furchtbare Tat sie ausgeübt hat, um ihrem Namen gerecht zu werden, recht unspektakulär. Die Altersfreigabe ab 12 Jahren einzuhalten schien hier wichtiger gewesen zu sein, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Nun lässt sich streiten, ob man damit noch die Fans des Mangas, die sicherlich ältere Zielgruppe des Spiels, erreicht. Persönlich fanden wir den Schritt nicht gut und extrem viel Potential ging mit dieser Entscheidung verloren. Für ein junges Publikum ist die Story auf jeden Fall geeignet, doch nicht ohne eben jene Einbußen der dramatischen und oft lebenskritischen Inhalte.

 

Schnelle Action ohne Tiefgang

Und nicht nur inhaltlich scheint der Titel für ein junges Publikum gemacht zu sein. Das Gameplay ist recht einfach und generisch, ohne großartige Komplexität. Jeweils ein Knopf für schnelle Angriffe, starke Angriffe, Blocken, Distanzattacke, Superangriff und eine Reihe von Ausweichmanövern. Jeder Charakter hat zusätzlich 3 Spezialangriffe, welche sich jedoch sehr schön an seine Originalfiguren orientieren und meist 1:1 übernommen wurden. Im Kampf müsst ihr dann meist eine starke Spielfigur besiegen oder eine Reihe von unbedeutenden Rittern mit Zeitlimit. Die Spielwelten sind zwar Abwechslungsreich und lassen sich oft zerstören, aber großartig strategische Elemente sind nicht vorhanden.

Lediglich ein „Kristallsystem“, bei dem spezifische Kristalle auf dem Spielfeld unterschiedliche Effekte im Kampf auslösen, wenn sie attackiert werden. So sind die Kämpfe anfangs recht unterhaltsam, doch das generische Gameplay wird schnell eintönig und der Mangel an Komplexität und Herausforderung lässt anspruchsvollere Spieler eher früher als später aufseufzen. Hinzu kommt ein selten faules Tutorial: Euch wird die Steuerung wie in einem Anleitungsheft einfach auf dem Bildschirm angezeigt nach dem Motto: Lies doch und probier es dann selber aus! Keinerlei Einführungen in die Mechaniken oder Testkämpfe, welche die Basics abdecken, werden euch gegönnt.

Eine Lebens- und Magieanzeige geben an, wie es um eure Figur steht. Meisten hat simples Buttonmashing des schnellen Angriffs gereicht, um siegreich aus Duellen hervorzugehen. Starke Attack haben meistens die Gegnerhorden schnell entschlankt. Die Kämpfe laufen weitgehend flüßig ab, aber bieten sehr wenig Herausforderung, einzig der Finalkampf hat wirklich etwas Taktik erfordert. Was jedoch wirklich toll ist, sind die jeweils einzigartigen Spielweise der Figuren. Jeder Charakter hat eigene Spezialattacken und seinen persönlichen Superangriff mit Animation. Dabei sind sie jeweils in die Typen Magie, Stärke und Schnelligkeit unterteilt, welche ihre Spielweise im Kampf repräsentieren. Gewisse Überschneidungen in der Handhabung gibt es zwar, aber es ist dennoch schön gewesen, die vielen Charaktere aus dem Anime mit einem jeweils einzigartigen Flair im Kampf zu spielen.

 

Klein und Fein, doch ohne Würze

In der Story bewegt ihr euch auf der Map von einem Event zum nächsten, erfüllt die Haupt- und Nebenquests, sammelt Kristalle und schmiedet Upgrades. Bis zu vier Upgrades können gleichzeitig ausgerüstet werden, welche euch Vorteile im Kampf bringen. Die benötigten Items und Kristalle dafür gibt es dabei in Nebenquests. In diesen Nebenquests schlüpft ihr auch gerne mal in die Rolle einer anderen Figur als den „Sins“, was eine wirklich tolle Abwechslung war. Ebenfalls schön: Jedes Upgrade braucht nur ein einzigartiges Item aus einer spezifischen Quest, sodass ihr nicht mühsam farmen müsst. Das Upgrademenü könnte jedoch etwas schicker sein und die Spielwelt könnte eine übergreifende Map zur Orientierung vertragen.

 

So kämpft ihr euch in der Story voran und erreicht nach ca. 10 Stunden das Ende. Eine Reihe von Nebenquests warten dann noch auf euch, um wirklich alle Upgrades freizuschalten und ein paar zusätzliche Charaktere für den Duellmodus zu erhalten. Der Duellmodus ist nämlich der zweite Spielmodus, bei dem ihr alleine oder zu Zweit, online oder offline, euch in einen Kampf mit den Figuren aus dem Spiel stürzen könnt. Eine wirklich tolle Ergänzung! Leider fehlt hier ein Hard-Mode oder New Game Plus, denn so bleibt der Wiederspielwert stark auf der Strecke liegen und bietet kaum Anreiz sich dem ganzen nochmal zu widmen.

 

 

The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia
 The Seven Deadly Sins Knights of Britannia - Test, Review, Kaufberatung Wertung der Redaktion:

69/100

  • Publisher: Bandai Namco Entertainment
  • Getestet auf: PS4 
  • auch für:
  • Preis: 69,99 €

 

 

25/30 Technik + hübsche, animetreue Grafik
+ ruckelfreie Action
+ original japanische Synchronsprecher
passende Vertonung und Soundtrack…
- … der aber auch nicht aus den Socken haut
 selten friert das Spiel ein
 teils hölzerne Animationen

21/30 Umfang + viele einzigartige Charaktere, treu aus dem Original übernommen
+ Storymodus von Season 1 mit vielen Nebenquests
 Duellmodus für lokale und online Schlachten mit fast allen Figuren aus Season 1
 simples Craftingsystem
- keinerlei Ergänzungen zum Anime/Manga…
 …stattdessen teils starke Zensur im Vergleich zum Original
 kein „Hard“ oder „New Game Plus“-Modus
18/30 Gameplay + schnelle Action auf unterschiedlichen Maps
+ einfache Handhabung der Manöver und hübsche Spezialattacken
 schöne Animationen der Spezialattacken
- mieserables Tutorial
 sehr generisches Gameplay ohne Komplexität, was schnell Monoton wird
 Kaum Herausforderung
5/10 Spezifisch + an vielen Stellene angenehme Treue zum Quellmaterial…
 ..aber gleichzeitig mit starker Zensur der Story, wodurch sie viel an Charme und Emotionalität verliert
 spürbar simpel und für ein junges Publikum gemacht

[wptouch target=“mobile“]Die Wertung kann nur auf einem PC oder Tablet gelesen werden.
[/wptouch]
Fazit:

[rating itemreviewed=“The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia“ rating=“69″ reviewer=“Martin Federlein“ dtreviewed=“09.02.2018″ best=“100″ worst=“0″]

The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia hat ein typisches Adaptionsproblem: Man will ein breites Publikum erreichen und opfert dafür gerade jene Elemente, die dem Original seinen einzigartigen Flair und Reiz verliehen haben. Diese angeknackste Verpackung wird nun einem ebenfalls sehr einfach gehaltenen und recht generischen, wenn auch solidem Fighting-Game aufgesetzt. Das Endergebnis macht weder richtig glücklich, noch ist es ungenießbar. Die vielen Charaktere sind zwar weitgehend an ihr Original gerichtet und lassen einen den Anime näher miterleben, doch das simple Gameplay und die zensierte Story sind deutlich für ein junges, 12-jähriges Publikum gerichtet. Diese Zielgruppe wird auch am meisten Spaß mit dem Titel haben. Ältere Fans, die das Original kennen, erfahren mit dem Spiel nichts neues von der Lore und werden von dem einfachen Gameplay eher früher als später kaum mehr Freude beziehen. Wir gehören zur letzteren Gruppe, weshalb wir nur gemäßigten Spaß mit dem Spiel hatten, was hinsichtlich des Preises einen recht bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

[/rating]

So testen Wir

 

Dragon Quest Builders

Leserwertung0 Bewertungen
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0
Wertung

Das Spiel Dragon Quest Builders, welches vom Entwickler Square Enix entwickelt wurde, bringt neben Minecraft und Portal Knights, ein weiteres Blockbau-Spiel auf die Nintendo Switch. Doch braucht die Spielergemeinschaft einen weiteren Nachahmer? Ich finde ja! Was das Spiel gut und was es schlecht macht, erfahrt ihr in unserem Review.

Noch ein Blockbau-Spiel?

Vielleicht geht es euch so wie mir und ihr könnt mit Minecraft nicht viel anfangen, weil euch keine Aufgaben gestellt werden. Dann könnte Dragon Quest Builders, vom Entwickler Square Enix, etwas für euch sein. Immerhin bietet das Blockbau-RPG genügend selbstständige Ideen, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Neben der knuddeligen Anime-Optik, für welche der Dragon Ball-Schöpfer Akira Toriyama persönlich zum Stift gegriffen hat, bietet es stets Aufgaben, damit ihr auch immer was zu tun habt und keine Langeweile auftritt. Das tolle an den Aufgaben ist, dass diese schön ineinander greifen, aufeinander aufbauen und sich gut in die Story einfügen. Dies haben die Entwickler gut gelöst, um die Spieler an der Stange zu halten.

Haben wir etwas verpasst?

Zu Beginn unseres Abenteuers müssen wir unseren Charakter erstellen, doch die Variationsmöglichkeiten sind sehr stark eingeschränkt. Wir können lediglich nur die Haar-, Haut- und Augenfarbe sowie das Geschlecht festgelegen. Hier hätten wir gerne unseren Charakter individueller einstellen wollen. Nach dieser enttäuschenden Charaktererstellung stellen wir fest, dass die Welt leider untergegangen ist und wir in einem Grab schlummern.

Dragon Quest BuildersIhr denkt, dies sei schon schlimm genug? Die Situation ist noch viel aussichtsloser. Die Menschheit hat das Bauen verlernt, muss auf den monsterverseuchten Ebenen ums Überleben kämpfen und das Land verfällt immer weiter. Doch die Götter sind uns hold und Dank einer göttlichen Intervention, werden wir ins Leben zurückgerufen und als auserwählter Erbauer damit beauftragt, dass einst so stolze Land Alefgard wieder in seinem alten Glanze erstrahlen zu lassen. Wir werden sehr oft vom göttlichen Wesen darauf hingewiesen, dass wir kein Held sind! Ok, wir haben es verstanden.

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut!

Da wir sehr oft darauf hingewiesen wurden kein Held zu sein, müssen wir eben unsere Zeit mit Erkundungstouren, dem abbauen von Materialien und dem Wiederaufbau des kleinen Dorfes Cantlin ausfüllen. Das Tutorial ist zwar trocken gestaltet, da es keinerlei Sprachausgabe sondern nur Texte gibt, doch man bekommt alles WichtigeDragon Quest Builders vermittelt. Das Dorf Cantlin ist unsere erste Anlaufstelle auf unserer Reise. Insgesamt bietet Dragon Quest Builders vier umfangreiche Kapitel mit unterschiedlichen Bedingungen und Landschaften. Zunächst wird die Stadtflagge platziert, welche das Gebiet als sicheren Hafen für die kommenden Reisenden kennzeichnet und zudem für uns als Speicherpunkt fungiert. Automatisches Speichern gibt es nicht und deshalb müssen wir in regelmäßigen Abständen unseren Fortschritt sichern. Anfangs müssen wir für die Menschen noch einfache Forderungen wie eine Fackel, eine Strohmatte zum Schlafen, oder das Einrichten einer Küche erfüllen. Doch mit der Zeit werden die Aufgaben und die Rezepturen komplexer und die Stadt muss weiterentwickelt werden.

Sehr schön finden wir, dass es keinerlei Zeitdruck gibt und man die gestellten Aufgaben nach belieben erledigen kann. Wir sollten stets bedenken, dass innerhalb des dynamischen Tag- Nachtwechsels die Kreaturen bei Dunkelheit aggressiver sind und uns sogar bis ins Lager verfolgen können. Deshalb bekommen wir auch sehr zeitig die Aufgabe gestellt, Verteidigungsanlagen und Mauern zu errichten, um uns und unsere wachsende Bevölkerung zu schützen. Sollten die Angreifer dennoch mal in die Stadt gelangen, dann helfen uns unsere Mitmenschen beim bekämpfen der Kreaturen.

Es gibt selbstverständlich auch Bosse, für die man nicht nur eine besondere Strategie, sondern auch öfters Gegenstände aus sehr raren Rohstoffen benötigt. Mit Ausnahme Dragon Quest Buildersdieser Gefechte stellen die Auseinandersetzungen mit den Monstern kaum eine Gefahr für uns dar. Meistens müssen wir den Gegnern nur ausweichen, zum Gegenangriff ansetzten und diese Taktik so oft wiederholen, bis wir gewonnen haben. Eine sehr unkomplizierte Action. Dragon Quest Heroes und viele andere Spiele bieten hier mehr Tiefgang. Selbst die gelegentlichen Lagerverteidigungen, welche in gewissen Abständen auftauchen, bei denen man einen Ansturm abwehren muss, sind recht einfach gehalten. Keine Sorge, die Lagerverteidigungen werden erst gestartet, wenn man einverstanden ist und sich ausreichend vorbereitet hat.

Erkunden, Sammeln, Bauen…

Wollen wir hauptsächlich die Umgebung erforschen, dann können wir dies uneingeschränkt tun. Unser Erkundungsdrang wird immer wieder durch Geheimnisse und Puzzles wie Schatztruhen in Höhlen belohnt. Wollen wir uns hingegen nur auf das Sammeln und Verarbeiten von Rohstoffen konzentrieren, dann können wir auch dies ohne Dragon Quest BuildersEinschränkung machen. Hier gilt das ungeschriebene Rollenspielgesetz – je weiter man sich vom Lager entfernt, umso seltener und besser werden meist die Ressourcen. Sollten wir keinen Platz mehr in unserem doch recht kleinen Inventar haben, dann werden die Materialien in unsere Lagertruhe im Dorf transferiert, welche wir sehr früh im Spiel erhalten haben. Je weiter wir uns vom Dorf entfernen, umso härter werden auch die Gegner. Deshalb machen wir solche langen Erkundungstouren nur, wenn wir mindestens mit einem Kupferschwert ausgerüstet sind und eine angemessene Rüstung besitzen.

Neben all den baulichen Arbeiten, den Erkundungstouren und dem Kämpfen, dürfen wir nicht unseren Gesundheitszustand, sowie unseren Hunger (entsteht durch Zeit oder durchs Crafting) vergessen. Deshalb haben wir immer ausreichend Heilsalben, Brote, Salate und Fleischspieße bei uns. Die Rezepte-Liste wird im Laufe der Zeit länger und bleibt stets übersichtlich. Doch die Benutzerführung ist in meinen Augen ein Manko. Wir können entweder nur ein Exemplar pro Arbeitsgang, oder alle zur Verfügung stehenden Rohstoffe auf einmal verarbeiten. Wenn ich aber zum Beispiel lediglich zehn Kupferbarren zur Weiterverarbeitung benötige, dann kann ich entweder zehn Mal den Knopf drücken und kurz warten, oder meinen gesamten Kupfervorrat umwandeln. Ein kleines Update der Entwickler würde hier Wunder bewirken können und die Bedienungsfreundlichkeit erhöhen.

Bei der visuellen Umsetzung gibt es immer wieder kleinere Probleme. Dabei meine ich Dragon Quest Buildersnicht den knuffigen Anime-Stil, oder gar die unterschiedlichen Landschaftsregionen, sondern die gewöhnungsbedürftige Kameraführung. In Höhlen oder sehr engen Abschnitten, wechselt die Perspektive in eine Art „Egoperspektive“. Ab diesem Moment sollte man vorsichtig sein. Denn wenn man nicht aufpasst und weiter Rohstoffe abbaut, dann kann man schnell die Orientierung verlieren. Im Notfall müssen wir uns irgendwie freischaufeln. Hinter Bäumen und anderen Objekten wird von unserem Charakter die Silhouette abgebildet. Das ist bei Kämpfen zwar nicht optimal, aber man weiß trotzdem im Großen und Ganzen, wo man sich befindet und hinläuft. Der Soundtrack ist gut, aber auf Dauer etwas nervig. Die Steuerung sowie die technische Umsetzung hingegen, wurden vom Entwickler gut umgesetzt.

 ►So testen Wir

 

Dragon Quest Builders
Dragon Quest Builders
Fazit
Vielleicht geht es euch so wie mir und ihr könnt mit Minecraft nicht viel anfangen, weil euch keine Aufgaben gestellt werden. Dann könnte Dragon Quest Builders vom Entwickler Square Enix etwas für euch sein. Neben der knuddeligen Anime-Optik, bietet es stets Aufgaben, damit ihr auch immer was zu tun habt und keine Langeweile auftritt. Zur Story - die Menschheit hat das Bauen verlernt, muss auf den monsterverseuchten Ebenen ums Überleben kämpfen und die Ruinen verfallen immer weiter. Dank der Götter werden wir ins Leben zurückgerufen und als auserwählter Erbauer damit beauftragt, das einst so stolze Land Alefgard wieder in seinem alten Glanze erstrahlen zu lassen. In vier Kapiteln müssen wir die Aufgaben unserer Mitmenschen erfüllen, die Städte aufbauen, Materialien abbauen und gegen Monster antreten. Letzteres stellt bis auf Bossgegner keine Gefahr für uns dar. Das Bauen macht Spaß und das Spiel bietet uns viel kreative Freiheit. Schade das es keinen Multiplayer gibt, damit wir unsere Kreationen mit anderen Teilen können. Die Steuerung und auch die technische Umsetzung wurden vom Entwickler gut umgesetzt. Lediglich die Musikuntermalung kann mit der Zeit etwas nervig werden. Aber im Großen und Ganzen ist Dragon Quest Builders wie geschaffen für die Nintendo Switch und für alle eine Alternative, welche mit Minecraft nichts anfangen können.
Technik
74
Umfang
80
Gameplay
75
Spezifisch
100
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
knuffiger Anime-Stil
 unterschiedliche Landschaftsregionen
Aufgaben greifen gut ineinander
viel kreative Freiheit
Viele Rezepturen
Schlechter
Musik teils nervig
kein automatisches Speichern
Kameraführung teils schlecht
kaum Tiefgang beim Kämpfen
0
Wertung

Dragon Ball FighterZ

0

Das langersehnte Dragon Ball FighterZ ist da und will den Bildschirm mit schneller und mächtiger Action füllen. Für Dragon Ball Fans ist der Titel ein wahr gewordener Traum, doch auch Liebhaber von Fighting-Games werden voll auf ihre Kosten kommen.

 

Das Dragon Ball-Franchise ist mit über 30 Jahren nicht nur ein Klassiker, sondern dank der aktuellen Animes und Filmen aktueller denn je. Dragon Ball FighterZ knüpft an die Popularität an, doch haben wir hier alles andere, als einen schnellen Cashgrab.

 

Der Anime zum spielen

Was sofort aufgefallen ist: trotz des 2.5D Gameplay sieht das Spiel legendär gut aus. Gestochen scharfe Grafik und Animationen lassen den Titel wie eine spielbare Version des Anime aussehen. Egal wie massiv die Action auf dem Schirm ist, das Spiel sieht gut aus und kommt nicht ins stottern. Arc System Works haben einen sagenhaft guten Job bei der Optik gemacht. Die Charaktere stehen ihrer Animeversion in nichts nach und die Originalsynchronsprecher haben exzellente Arbeit bei der Vertonung geleistet.

Launch-Trailer für Dragon Ball FighterZ veröffentlicht, Dragon Ball FighterZ - Test, Review, Kaufberatung
 

Kleinere Makel haben wir am Ende dennoch entdeckt, die dem Spielspaß jedoch nicht mal ankratzen: Manche Ladebildschirmanimationen ruckeln und manche Sequenzen im Story-Modus könnten etwas mehr Liebe vertragen und flüssiger animiert werden. Wenn ein Dialog übersprungen wird, gibt es manchmal auch merkwürdige Knackgeräusche von den Lautsprechern, aber das sind schon alle Rüpel gewesen.

 

Schnell, hart und ohne Atempause

Doch nicht nur Fans des Franchise werden ihre Freude haben. Dragon Ball FighterZ ist schlicht ein gutes Fighting-Spiel in einer tollen Dragonball-Verpackung. Leichte, mittlere und harte Angriffe können einfach zu Combos verbunden werden. Dragon Ball FighterZ - Test, Review, Kaufberatung KI-Attacken sorgen für vernichtende Spezialangriffe in den 3 vs. 3 Matches. Jeder Charakter hat ein einzigartiges Moveset, Stärken und Schwächen. Teleportation, Rush- und Ausweichmanöver sorgen für mehr Komplexität, sodass der Titel sich wirklich das Prädikat „Easy to learn, hard to master“ verdient. Jeder einzelne Charakter ist dabei mit viel Liebe gemacht. Seine Spielweise und Angriffe sind sehr nah an sein Animeoriginal orientiert, meist sogar 1 zu 1 übernommen, und im kompetitiven Kampf auch wirklich verwendbar. Qualität statt Quantität heißt es bei Dragon Ball FighterZ!

 

Mächtige KI-Attacken werden oft von herrlichen Animationen begleitet, die ihre Zerstörung richtig hervorheben. Vielfältige Stages sorgen dabei für angenehme Abwechslung und der Soundtrack für eine wahrlich kämpferische Stimmung.

Dank umfangreicher Tutorials und Trainingsmodi hat man schnell den Dreh raus. Jede gelungene Combo und Spezialangriff fühlt sich herrlich an, was nicht zuletzt an der Grafik und Inszenierung liegt. Doch mit einfachem Button-Mashing kommt man nur „so“ weit. Geübte Spieler können euch in derart zerstörerische Combos einfangen, dass eure Lebensanzeige in wenigen Sekunden pulverisiert wird, wenn ihr nicht genau wisst, was zu tun ist. Das richtige Timing und die Beherrschung aller Spielmechaniken werden für Wettkampforientierte Spieler essentiell, doch gerade dank dieser komplexeren Seite von FighterZ, hat das Spiel eSport Potential.

 

Spiel und Spaß in der Lobby

Online und Offline wird alles von der Lobby, einem kleinen begehbarem Areal, gewählt. Mit eurem Avatar bewegt ihr euch zu den verschiedenen NPC’s/Spielmodi hin und wählt sie aus. Faule Socken können sie via Schultertaste auch direkt anwählen. Euch stehen eine Reihe an Offline-Spielmodi zur Verfügung in denen ihr euch mit bis zu 16 Spielern austoben könnt! Darunter Arcade, Turnier, Versus, Training und ein Storymodus.

Im Storymodus erlebt ihr eine originale Dragon Ball-Story in drei „Arcs“. Um die ganze Story zu verstehen, müsst ihr alle „Arcs“ durchspielen. Wie auf einem Spielbrett, bewegt ihr eure Figur zu anderen Feldern (Hallo Dragon Ball Z Budokai 2) Besiegte Gegner liefern Erfahrungspunkte und andere Boni, welche die Werte eurer Figuren erhöhen. Zusätzlich könnt ihr eurem 3er-Gespann bis zu drei zusätzliche Skills verleihen, die beispielsweise ihre Angriffskraft, Verteidiung oder erhalten Erfahrung erhöhen. Besiegt den Boss der Map und das Kapitel ist geschafft. Eine nette Abwechslung, die euch für das komplette Durchspielen aller Arcs auch einen weiteren Charakter beschert!

Was wir wirklich toll fanden, waren die vielen Anspielungen, Dialoge und Szenen der Spielfiguren, welche euch wirklich in das Dragonball Universum eintauchen lassen. Wer jedoch nicht auf dem aktuellen Stand des Anime ist, wird diese liebevollen Details nicht verstehen.

Durch das Spielen verdient ihr Zenny, welche ihr im Shop gegen Kapseln eintauschen könnt. Die beinhalten neue Lobby-Avatare und andere Accessories, die euch im Kampf aber keinen Vorteil bringen. In der Lobby unterhaltet ihr euch mit Stickern und vorgefertigten Sätzen.

 

Kampf um die Krone

Reizvoll ist für viele sicher der Onlinemodus. Hier könnt ihr gegen andere Spieler aus der Lobby oder auf der ganzen Welt antreten. Leaderboards zeigen die jeweils erfolgreichsten Spieler an. Diese kriegen für ihre Teilnahme auch Belohnungen! Jeder Monat bekommt ein eigenes Leaderboard, welches entsprechend resettet wird. Die Onlinekämpfe laufen überraschend flüssig und laggfrei ab. Wir hatten keine Probleme bei unseren Onlinekämpfen, doch können die Server und die Internetverbindung eures Gegners sicher für den ein oder anderen Schabernack sorgen.

Dragon Ball FighterZ - Krillin und Piccolo bestätigt, Dragon Ball FighterZ - Krillin und Piccolo bestätigt, Dragon Ball FighterZ - Eindrücke der Closed Beta
 

Besonders umfangreich sind die Spielmodi nicht, jedoch sind alle wichtigen Varianten eines Fighting-Game enthalten und lassen sich angenehm individualsieren. Was wir jedoch schade finden, ist der aktuelle Mangel an freischaltbaren Feature. Lediglich drei Charaktere könnt ihr bis dato freispielen und besonders harte Versionen des Arcade-Mode. Das Figurenrooster ist mit aktuell 24 spielbaren Charakteren überschaubar, dank ihrer hohen Qualität aber wirklich angenehm. Dragon Ball FighterZ ist ein Fighting-Game im traditionellen Sinn, dafür jedoch ein extrem aufpoliertes, absolut hochwertiges und vor allem sehr spaßiges, und das zählt doppelt für Dragonball Fans! Welche Spielereien zukünftige DLC’s bringen bleibt abzuwarten. Die Möglichkeit, weitere Charaktere ohne Bargeld freizuschalten wäre schön, doch darf man solche Hoffnungen in der heutigen Zeit nicht all zu sehr anfächern…

 

Dragon Ball FighterZ
 Dragon Ball FighterZ - Test, Review, Kaufberatung Wertung der Redaktion:

93/100

  • Publisher: Bandai Namco Entertainment
  • Getestet auf: PS4 
  • auch für: Xbox One, PC
  • Preis: 54,99 €

 

 

29/30 Technik + fantastische Grafik
+ actionreicher Soundtrack
+ flüssiges Gameplay selbst in hektischen Momenten
 exzellente Synchronisation
- kleine optische/akkustische Mängel im Storymodus
26/30 Umfang + 24 einzigartige Charaktere
+ diverse on- und offline Spielmodi mit Individualisierungsmöglichkeiten
 Storymodus mit vielen Anspielungen auf den Anime
+ viele freischaltbare Extras für den Avatar..
- …aber sonst fast keine freischaltbaren Feature
28/30 Gameplay + actionreiches und herausforderndes Gameplay
+ für Einsteiger schnell erlernbar, für kompetitives Spielen komplex genug
 hochqualitative Charaktere, welche alle nützlich sind
 herrliche Finish-Animationen während des Kampfes
- Gameplay besteht ausschließlich aus Kämpfen, keine anderen (Spaß)Modi, kann monoton werden
10/10 Spezifisch + vorbildliche Treue zum Quellmaterial
+ wie eine spielbare Version des Anime

[wptouch target=“mobile“]Die Wertung kann nur auf einem PC oder Tablet gelesen werden.
[/wptouch]
Fazit:

[rating itemreviewed=“Dragon Ball FighterZ“ rating=“93″ reviewer=“Martin Federlein“ dtreviewed=“28.01.2018″ best=“100″ worst=“0″]

Lang ist’s her, dass ich einen derart hochwertigen Titel zum Release spielen durfte. Eine sagenhaft schöne Grafik, actionreiches Gameplay und eine derart detailreiche Treue zum Quellmaterial, macht Dragon Ball FighterZ zu einem fantastischen Fighting-Game in einer herrlichen Dragon Ball-Verpackung. Einsteiger und Profis sowie Neuling und Fans des Franchise werdern ihre Freude mit dem Spiel haben. Zwar ist der Inhalt überschaubar, dafür von einer Qualität, die ihres Gleichen sucht. Für Fans ist das Spiel wie ein wahrgewordener Traum, was nicht zuletzt an seiner bewundernswerten Ähnlichkeit zum Anime liegt. Die kompetitiven Onlinemodi laden dazu ein, sich an die Spitze zu kämpfen, doch wer sich eine Fülle von freischaltbaren Inhalten oder Abwechslungsreichen Gameplay erhofft, wird enttäuscht. Noch gibt es vorwiegend Inhalte kosmetischer Natur zum erspielen und man muss auf zukünftige DLC’s warten. Kämpfen steht absolut im Mittelpunkt von Dragon Ball FighterZ, doch das sieht fantastisch aus, macht brutalen Spaß und bietet knackige Herausforderungen! Das persönlich beste Dragon Ball-Videospiel, welches jemals auf dem Schirm lief.

[/rating]

So testen Wir

 

Darkest Dungeon

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Ruin has come to our family! Dieser markante Satz ist bereits seit einiger Zeit PS4 Besitzern und PC Spielern bekannt, denn das ist das erste, was man nach dem Starten von Darkest Dungeon zu hören bekommt. Jetzt kommen auch Switch Spieler in den Genuss des düsteren Rollenspiels.

Die Geschichte von Darkest Dungeon ist dabei schnell erzählt: ihr erhaltet einen Brief in dem euch vom Untergang und Verfall des alten Familienanwesens berichtet wird. Scheinbar war es eurem Vorfahren nicht genug, einfach nur reich zu sein, nein, er wollte mehr und hat bei Grabungen unter dem Landgut Dinge entdeckt, die wohl besser unentdeckt geblieben wären. Nun liegt es an euch, das Anwesen wieder in Schuss zu bringen, Abenteurer anzuheuern und schlussendlich, die Familie von den Schrecken des Darkest Dungeon zu befreien.

Glücklicherweise gibt es immer Depp…ich meine mutige Abenteurer, die sich mit der Aussicht auf Ruhm und Reichtum anlocken lassen. Insgesamt 15 (17 mit DLC’s) verschiedene Charakterklassen wollen sich von euch anheuern lassen. Je weiter ihr im Spiel fortschreitet, desto mehr „Helden“ könnt ihr gleichzeitig rekrutieren. Jeweils vier könnt ihr dann auf eine Mission schicken. Jede dieser Klassen hat dabei bestimmte Stärken und Schwächen, die ihr dringend berücksichtigen solltet. Die Arbaleste beispielsweise fühlt sich mit ihrer Armbrust vor allem in der hintersten Kampfreihe wohl, setzt ihr sie an die erste oder zweite Stelle kann sie so gut wie nichts mehr ausrichten. Der Kopfgeldjäger wiederum kann an erster oder zweiter Stelle am besten agieren, ganz vorn oder hinten stehen ihm seine Fähigkeiten nur begrenzt zu Verfügung. Jeweils acht Fertigkeiten beherrscht jede Klassen, wobei nur vier davon aktiv sein können. Ihr seht schon, vor jeder Mission gilt es einiges zu überlegen.

Natürlich stoßt ihr nicht sofort in die grausigen Tiefen des Darkest Dungeon vor, das wäre schließlich Wahnsinn (und von dem gibt es auch schon genug). Neben dem namensgebenden Darkest Dungeon gibt es noch vier weitere Gebiete, die ihr erforschen könnt und auch sollt, um euch auf die finalen Schrecken vorzubereiten. Diese sind thematisch sehr unterschiedlich und um das Anwesen herum platziert. In den Ruinen nahe des Anwesens trefft ihr vornehmlich auf Skelette und solche, die es mal werden wollen, im Wald warten Diebe und Wegelagerer, in der Meereshöhle Fischmenschen und sonstiges mit Kiemen und im Labyrinth werdet ihr mit den ehemaligen Experimenten eures Vorfahren konfrontiert, darunter vor allem Schweinemenschen. Jedes der Gebiete erfordert dabei andere Taktiken und verschiedene Gruppenzusammensetzungen. So sind die Skelette in den Ruinen quasi immun gegen Blutungen (macht ja auch irgendwie Sinn), daher machen Angriffe mit Blutungsschaden wenig Sinn. Charaktere wie der Wegelagerer, der solche Angriffe einsetzt, bleiben darum lieber in der Sicherheit des Dorfes. Stattdessen nimmt man in diesem Fall besser den Pestdoktor mit, denn der hat sich auf Angriffe mit Gift spezialisiert und dafür sind die Skelette dann schon deutlich anfälliger.

Sobald ihr eure Party ausgewählt und mit genügend Proviant ausgestattet habt, könnt ihr sie in einen der fünf Dungeons schicken. Diese können klein, mittel oder groß sein. In kleinen Dungeons müsst ihr nicht rasten, in mittleren und großen dagegen schon. Bei einer Rast füllt ihr -genug Proviant vorausgesetzt- Lebenspunkte auf und könnt verschiedene Rastfähigkeiten nutzen, die euch bei der weiteren Erkundung helfen. Ein Dungeon besteht ganz im klassischen DnD Stil aus Räumen und den sie verbindenden Gängen. Habt ihr eine Klasse mitgeschickt, die eine hohe Erkundungschance hat, dann wisst ihr mit etwas Glück, was in den euch umgebenden Räumen und Gängen auf euch wartet. Wenn nicht, dann müsst ihr blind losziehen. Da es nicht für einzelne Kämpfe, sondern nur für abgeschlossene Missionen Erfahrungspunkte gibt, lohnt sich die Erkundungsfähigkeit ungemein, da ihr so unnötigen Kämpfen im Zweifelsfall aus dem Weg gehen könnt oder die zumindest wisst, dass in dem nächsten Raum Gegner warten, wodurch ihr diese leichter überraschen könnt. Das lohnt sich gleich in doppelter Hinsicht: zum einen verliert ihr durch Kämpfe natürlich Lebenspunkte, doch vor allem steigert sich auch der Stresslevel der Helden.

Stress ist eines der zentralen Elemente von Darkest Dungeon. Im Verlauf von Missionen und wie erwähnt vor allem durch Kämpfe, steigt der Stresslevel an. Klar, in einem dunklen Gemäuer herumirren, in dem hinter jeder Ecke ein Monster lauern kann, stresst durchaus. Erreicht ein Held ein zu hohes Stressniveau, wird seine oder ihre Entschlossenheit getestet. Meistens geht das nicht gut aus und der Held wird in irgendeiner Form wahnsinnig, entwickelt starke Ängste oder dreht sonst irgendwie durch. Dann weigert er sich teilweise zu kämpfen, handelt eigenmächtig oder verursacht bei seinen Mitstreitern durch Aussagen wie „Wir werden alle sterben!“ nur noch mehr Stress. Man kann eine Mission zwar jederzeit abbrechen, aber dann entgehen einem natürlich die Belohnungen und seien wir doch mal ehrlich: der nächste Freiwillige kommt bestimmt. Denn bei Darkest Dungeon dürft ihr vor allem eins nicht haben: Mitleid mit euren Rekruten. Die kommen nämlich kontinuierlich nach und sind kostenlos, wodurch ihr Verschleiß fast schon vorprogrammiert ist. Der Waffenknecht hat bei der letzten Mission einfach zu viel Stress abbekommen? Egal, wird entlassen. Natürlich gibt es auch Helden, die sich über mehrere Missionen hinweg wacker schlagen und bewähren, in diese kann man dann investieren.

Nach getaner Arbeit geht es nämlich immer wieder ins Dorf, das in der Nähe eures Familienanwesens liegt, zurück. Dort habt ihr verschiedenen Möglichkeiten, eure Wagemutigen fit für die nächste Mission zu machen. So könnt ihr ihre Waffen und Rüstungen verbessern, Fertigkeiten aufwerten oder freischalten, negative Ticks und Krankheiten entfernen lassen oder positive Eigenschaften festigen. Auch der Stress kann hier auf verschiedenste Weise abgebaut werden, wobei jeder Rekrut seine persönlichen Lieblingsmethoden hat. Die Heilige geißelt sich gerne im Kloster oder betet, der Wegelagerer geht stattdessen ins Wirtshaus und spielt oder trinkt. Durch die Ticks, die sich eure Helden während ihrer Missionen quasi „einfangen“, kommt es dabei auch zu Konflikten. So besaß eine meiner Rekrutinnen die positive Eigenschaft, Stress durch meditieren deutlich schneller abzubauen. Dumm nur, dass einer ihrer Ticks war, dass sie für den Stressabbau nur das Bordell besuchen wollte. In dem Fall kann das Sanatorium helfen, denn dort könnt ihr Ticks auf ganz humane und ohne ethische Probleme entfernen lassen.

Habt ihr einen Dungeon oft genug erkundet, dann wird irgendwann eine Bossmission erscheinen. Bei dieser wartet -meistens im entferntesten Raum- ein besonders starker Gegner. Schafft ihr diese Missionen, winkt euch nicht nur mehr Gold und Erbstücke, mit denen ihr euer Anwesen ausbauen könnt, sondern auch besonders gute Relikte. Diese können eure Helden auf verschiedene Weise stärken, indem sie ihnen beispielsweise eine höhere Ausweichchance oder stärkere Blutungseffekte verleihen. Schlechtere Relikte haben dabei meist neben einem positiven auch einen negativen Effekt, seltenere Relikte dagegen stärken die Helden mit weniger Einbußen.

Überhaupt muss man bei Darkest Dungeon häufig zwischen positiven und negativen Folgen abwägen und mit diesen Konsequenzen dann auch leben, denn es gibt kein manuelles Speichern. Das Spiel speichert automatisch, sodass getroffene Entscheidungen permanent sind. Apropos permanent: sterben eure Helden, dann bleiben sie auch tot, es gibt keine Wiederbelebungszauber. Das ist vor allem im späteren Spiel schlimm, wenn man eine voll ausgebaute Heldengruppe verliert. Darkest Dungeon bietet euch jedoch drei Schwierigkeitsgrade, wobei auch der leichteste schon fordert. Es gibt außerdem die Möglichkeit, in den Optionen Dinge wie kritische Treffer der Gegner oder negative Ereignisse anzupassen bzw. auszuschalten.

Was Darkest Dungeon meiner Meinung nach wirklich besonders macht, ist die Atmosphäre. Einen ganz großen Beitrag dazu leistet der Sprecher, der (nur auf Englisch) Kämpfe und Ereignisse kommentiert. Dazu kommt ein schöner düsterer Grafikstil, die Landschaften und Charaktere teilweise sind fast schon morbide gezeichnet. Die Animationen sind insgesamt sparsam gehalten, fangen das Flair des Spiels jedoch gut ein. Der Soundtrack ist unaufdringlich aber eingängig, auf Wunsch kann das Spiel jedoch auch komplett stumm schalten.

Das größte Manko der Konsolenfassungen ist leider nach wie vor die unintuitive Steuerung, man merkt auch auf der Switch leider sehr deutlich, dass das Spiel primär für den PC optimiert wurde. Zwar haben die Entwickler für die Switch eine Touch-Steuerung eingebaut, diese lohnt sich aber nur bedingt. Vor allem, weil das Spiel im portablen Modus auf dem kleinen Bildschirm dann doch etwas klein ist, habe ich die Touch-Steuerung kaum verwendet. Gleichzeitig ist die Switch-Fassung dank der Möglichkeit, Darkest Dungeon unterwegs zu spielen, richtig gut.

Wollt ihr nicht nur das Hauptspiel, sondern auch die beiden bisher erschienenen DLC’s „The Crimson Court“ und „The Shieldbreaker“ spielen, könnt ihr das auf der Switch auch tun. Auch der dritte DLC, „The Color of Madness“, wird für die Switch erscheinen.

Insgesamt gehört Darkest Dungeon zu den besseren Rollenspielen der letzten Jahre, vor allem in dem, in letzter Zeit sprießenden, Rogue-like Genre. Die Atmosphäre ist fantastisch, was nicht zuletzt am tollen Erzähler liegt, der euch durch das Spiel begleitet. Auch Grafik und Sound tragen ihren Teil dazu bei, so dass mit dezenten Stilmitteln ein schön düsteres Rollenspiel mit Lovecraft Flair entsteht. Sterben die „Helden“, bleiben sie tot, dadurch werden Entscheidungen wichtig und jede Mission zum Nervenkitzel. Durch die große Auswahl an Klassen hat man die Möglichkeit, verschiedenste Kombinationen an Abenteurern loszuschicken und auf die fünf Dungeons abzustimmen. Ein Wehrmutstropfen bleibt auch bei der Switchversion die Steuerung, denn die ist ganz klar für den PC optimiert, als Konsolero muss man sich daher mit einer nicht wirklich optimalen Tastenbelegung herumschlagen. Dafür bietet die Switch den wirklich großartigen Vorteil, dass man Darkest Dungeon nun auch unterwegs spielen kann, was bei diesem Titel wirklich Sinn macht. Zwar sind vor allem die Texte in der mobilen Version recht klein, für mich überwiegen dennoch die Vorteile der Mobilität.

[wptouch target=“non-mobile“]

Darkest Dungeon
Wertung der Redaktion: 

84/100

  • Publisher: Red Hook Studios
  • Getestet auf: Nintendo Switch
  • auch für: PS 4, PS Vita, PC, iPad
  • Preis: P~24€

 

 

 
27/30 Technik + Schöne, düstere Grafik
+ Stimmiger Sooundtrack
+ Toller Sprecher
+ Tochsteuerung möglich (Switch)
- Sprachausgabe nur Englisch
- Tw. kleine Grammatikfehler
- Sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung
- Im Handheldmodus etwas kleine Schrift
25/30 Umfang + Dungeons sind thematisch abwechslungsreich
+ Je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedliche Länge
+ Viele Verschiedene Klassen und Kombos
- Missionsziele sehr ähnlich
27/30 Gameplay + Hoher Wiederspielwert
+ Schwer aber meist fair
+ Packendes Spielgefühl
+ Viele Ausbaumöglichkeiten im Dorf
+ Viele DnD Elemente
- Tw. leider Dungeongrinding nötig
5/10 Spezifisch + Viele Relikte zur Verbesserung der Helden
+ Tolles Setting
- Preis/Leistung für inzwischen doch recht altes Spiel etwas zu schlecht

[/wptouch]
[wptouch target=“mobile“]Die Wertung kann nur auf einem PC oder Tablet gelesen werden.
[/wptouch]
Fazit:

[rating itemreviewed=“Darkest Dungeon“ rating=“84″ reviewer=“Yannik Thelen“ dtreviewed=“22.01.2018″ best=“100″ worst=“0″]

Insgesamt gehört Darkest Dungeon zu den besseren Rollenspielen der letzten Jahre, vor allem in dem, in letzter Zeit sprießenden, Rogue-like Genre. Die Atmosphäre ist fantastisch, was nicht zuletzt am tollen Erzähler liegt, der euch durch das Spiel begleitet. Auch Grafik und Sound tragen ihren Teil dazu bei, so dass mit dezenten Stilmitteln ein schön düsteres Rollenspiel mit Lovecraft Flair entsteht. Sterben die „Helden“, bleiben sie tot, dadurch werden Entscheidungen wichtig und jede Mission zum Nervenkitzel. Durch die große Auswahl an Klassen hat man die Möglichkeit, verschiedenste Kombinationen an Abenteurern loszuschicken und auf die fünf Dungeons abzustimmen. Ein Wehrmutstropfen bleibt auch bei der Switchversion die Steuerung, denn die ist ganz klar für den PC optimiert, als Konsolero muss man sich daher mit einer nicht wirklich optimalen Tastenbelegung herumschlagen. Dafür bietet die Switch den wirklich großartigen Vorteil, dass man Darkest Dungeon nun auch unterwegs spielen kann, was bei diesem Titel wirklich Sinn macht. Zwar sind vor allem die Texte in der mobilen Version recht klein, für mich überwiegen dennoch die Vorteile der Mobilität.

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