Battlefield 1

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Mit Battlefield 1 geht es in der AAA-Shooter-Szene endlich wieder zurück in die Vergangenheit. Genauer gesagt in den ersten Weltkrieg. Hier erzählt das Spiel in 6 Singleplayer Missionen mal mehr und mal weniger spannende Geschichten und wirft uns anschließend in einen bombastischen Multiplayer. Nostalgiegefühle inklusive.

Der Story-Modus ist für Shooter dieser Art typisch kurz und knackig und bereitet den Spieler eigentlich nur auf den Multiplayer vor. So etwas stört mich normalerweise nicht, doch gerade bei Battlefield 1 hätte ich mir viel mehr Tiefe gewünscht, denn was Dice hier hingezaubert hat birgt sehr viel Potential. Schließlich geht es nicht um fiktive Zukunftsmusik, sondern um echte Geschichten von echten Soldaten. Aus einer Zeit, über die ich im Alltag viel zu wenig erfahren habe. Um einen Einblick in die Erlebnisse von Soldaten aus dem Krieg zu bekommen, erzählt Battlefield 1 sechs Geschichten, zu sechs Soldaten aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Alle davon eher gegen Ende des Kriegs angesiedelt. Die einzelnen Missionen sind dabei mit um die 90 Minuten Spielzeit relativ kurz und schaffen es nicht immer den Spieler emotional mitzunehmen. Das ist sehr schade, würden die Geschichten doch eigentlich sehr viel Inhalt bieten können. Wann hat man schon die Gelegenheit Einblicke in den ersten Weltkrieg zu bekommen. Mitzuerleben wie Fliegerpiloten, Sturmsoldaten und Panzerdivisionen „for the greater good“ ihr Leben riskieren. Das muss schon eine grauenhafte Zeit gewesen sein damals. Aber sei’s drum. Nach neun Stunden haben wir die Kampagne durchgespielt und Lust auf mehr.

Battlefield 1 Review Screenshot

Der mit Battlefield 3 eingeführte Server Browser ist wieder Geschichte. Partien aller Art, Partys mit Freunden, das Loadout der eigenen Soldaten und alles andere organisiert man über die im Spiel integrierte Benutzeroberfläche. Ein paar Dinge wie Medaillen, Emblems oder das Loadout lassen sich auch über die companion App managen. In die Oberfläche von Battlefield 1, ist Battlefield 4 ebenfalls integriert und ein noch ausgegrauter Button mit dem Cover von Hardline und den Worten „coming soon“ lässt vermuten, dass Battlefield Hardline wohl ebenfalls bald integriert wird.

Die unterschiedlichen Spielmodi bringen Abwechslung in das Geschehen auf dem Schlachtfeld. Während man im klassischen Conquest Modus um Flaggen kämpft, oder im Team Deathmatch die eigenen Infanterieskills verbessern kann, ist der neue Modus Operations eine Mischung aus Rush und Conquest und bereits jetzt einer der beliebtesten Modi des Spiels. Das Besondere: Ein Match ist nicht wie bei Rush dann zu Ende, sobald alle Tickets des angreifenden Teams auf null sind. Eine Partie geht über mehrere Runden, auf mehreren Karten. Ebenfalls neu ist der Pidgeon Modus. Hier muss man Nachrichten einsammeln und zur eigenen Brieftaube liefern. Wer das zuerst drei Mal geschafft hat, hat gewonnen.

Battlefield 1 Review Screenshot

Der Inhalt des Spiels ist noch relativ überschaubar. Serientypisch sind aber bereits mehrere DLCs geplant. Hiermit werden unter anderem neue Fraktionen wie die Russen ins Spiel eingeführt. Die Anzahl der Fahrzeuge und Waffen ist im Vergleich zu Shootern im modernen Setting ebenfalls eingeschränkt. Das stört mich aber gar nicht. Im Gegenteil, ich fühle mich beim Spielen immer wieder in die Zeiten von Call of Duty 1 zurückversetzt. Da kommt es wesentlich mehr auf vernünftiges Teamplay und geübtes Vorgehen an. Die nicht ganz exakte historische Akkuratesse stört mich ebenfalls nicht. Solange man nicht zu weit von der Realität abweicht, ist es vorrangig das Spielgefühl, das zählt – und das macht einen mehr als soliden Eindruck.

Neben der eingeschränkten Waffenauswahl und den gefühlt ungenauen Waffen mit größerer Streuung und höherem Rückstoß, hat sich auch die Zusammensetzung der Klassen geändert. Der Medic ist nun eine eigene Klasse und nicht mehr beim Assault untergebracht. Der Assault wiederum ist die Anti-Fahrzeug Klasse. Support und Sniper erklären sich von selbst. Sie versorgen und snipen eben. Neue Waffen werden nicht mehr freigespielt, sondern mit verdienter in-game Währung gekauft. Das bedeutet aber nicht, dass man sich mit genügen Kleingeld von Beginn an alles kaufen kann. Klassen werden zusätzlich zum allgemeinen Spielfortschritt, ebenfalls gelevelt. Manche Waffen schalten sich erst ab bestimmten Klassenlevel frei.  Um zu verhindern, das Fahrzeuge – insbesondere Flugzeuge – nur als Transportmittel verwendet werden, gibt es eigene Fahrzeugklassen. Der Pilot ist, wenn er sein Flugzeug verlassen muss, deutlich im Nachteil gegenüber echten Bodenklassen.

Battlefield 1 Review Screenshot

Wenn Spiele zu einseitig werden, bekommt das Verliererteam Unterstützung von ganz besonderen Fahrzeugen. Ein schwer bewaffneter Kriegszug, ein schwer bewaffnetes Luftschiff oder ein schwer bewaffnetes echtes Schiff eilen herbei. Wenn das gegnerische Team nicht schnell auf die neue Bedrohung reagiert kann dies – vor allem im Operation Modus ein echter Gamechanger sein. Vor allem weil diese Dinger nicht nur schwer bewaffnet, sondern auch schwer zu zerstören sind.

Die Technik von Battlefield 1 ist nahezu makellos. Es ist dieselbe Technik, die auch bei Star Wars Battlefront benutzt wurde, die für wunderschöne, fast fotorealistische Grafik und sehr viele WOW-Momente sorgt. Der erste Weltkrieg war ziemlich düster. Aufgrund von Belagerungen und Bombardierungen wurde viel im schlammigen Schützengraben und zwischen Schutt und Asche gekämpft. Genau das sieht im Spiel wahnsinnig gut aus. Battlefield 1 läuft am PC übrigens bereits mit moderater Hardware flüssig. Auf den Konsolen kommt es hingegen in der Hitze des Gefechts immer mal wieder zu Framerate-Einbrüchen.

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Battlefield 1
battlefield_1_coverWertung der Redaktion: 

90/100

  • Publisher: EA
  • Getestet auf: PC
  • auch für: PS4, Xbox One
  • Preis: 48€

 

 

 
28/30Technik+ Grafik gewaltig
+ sehr hohe Details
+ niedrige Anforderungen am PC
- zum Start leider etliche kleine Bugs
27/30Umfang+ Abwechslunsgreiche Klassen…
+ … Maps…
+ … und Fahrzeuge

- Waffenauswahl könnte größer sein
- Viel kommt erst über DLCs
30/30Gameplay+ fair
+ balanced
+ motivierend
+ spaßig
5/10Spezifisch- Singleplayer-Kampagne gut, könnte aber noch viel besser sein

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[wptouch target=“mobile“]Die Wertung kann nur auf einem PC oder Tablet gelesen werden.
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Fazit:

[rating itemreviewed=“Battlefield 1″ rating=“90″ reviewer=“Gregor Lorbek“ dtreviewed=“31.10.2016″ best=“100″ worst=“0″]

Als Shooterfan warte ich nun schon seit Jahren auf einen vernünftigen Weltkriegsshooter. Endlich wurden Gebete erhört und der Zombie-, Modern- und Postmodernquatsch mit Jetpacks, Wallruns und weiß ich was alles mal wieder beiseitegelegt. Die Art und Weise wie Dice dieses Konzept umgesetzt hat ist wieder einmal eindrucksvoll schön. Abstriche gibt es wegen der doch recht häufig auftretenden Bugs und des leider zu oberflächlichen Singleplayers.

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Gregor Lorbekhttps://zock-around-the-clock.com/author/gregor/
Meine Gamer-Karriere begann damals auf dem guten alten N64. Irgendwann bin ich dann auf den PC umgestiegen. Da spiele ich vor allem Shooter und Fantasy-RPGs. Mit diesem Blog erfülle ich mir meinen Traum vom Gaming-Journalisten. Ich bin stolz sagen zu können, Videospiele sind ein großer Teil meines privaten und beruflichen Lebens.

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