SAMURAI WARRIORS: Chronicles 3

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Tecmo Koei springt mit Samurai Warriors Chronicles auf den 3DS-Zug. Können die Japaner mit einem Titel, welches Massenschlachten zelebriert, auch auf der neuen Hardware von Nintendo überzeugen? Wir sind über die Schlachtfelder gestürmt und verraten euch wie sich das Spiel schlägt.

Im Kern ist es so ziemlich das gleiche Spiel wie jeder Ableger der Warriors-Serie. Von der Grundmechanik bis hin zur Auswahl des Charakters und der Maps ist es der gleiche Inhalt wie bei Samurai Warriors 4. Das Grundrezept für diese Serie ist dabei sehr simpel. Man nehme ein großes Schlachtfeld, gebe hunderte (manchmal auch tausende) Krieger dazu und zum Schluss werfe man den Spieler hinein. Was dabei rauskommt sind stundenlange Kämpfe die Spaß machen. Jedoch sinkt die Spaßkurve nach einer gewissen Zeit, aufgrund der eintretenden Monotonie. Diesen bitteren Beigeschmack hatte bisher jeder Teil des japanischen Entwicklers. Doch was ist eigentlich neu?

Der bittere Beigeschmack

Samurai-Warriors-Chronicles-3 :4Der erste Unterschied ist die Präsentation der Geschichte. Von Anfang an bewegt man sich zwischen den Fraktionen der streitenden Reiche im einstigen feudalen Japan. Die Geschichte wirkt in diesem Ableger viel persönlicher. Wer sich schon immer mit den damaligen Größen wie beispielsweise Shingen Takeda, Nobunaga Oda, oder den Sanada Zwillingen gleichstellen wollte, bekommt jetzt die Möglichkeit dazu. Als Spieler wird man Schritt für Schritt in die Geschichte und die Chronologie der Warriors-Serie eingeführt. Die Geschichte war noch nie eine Stärke dieser Spiele-Serie und auch dieses Mal hat sich die Situation nicht zum besseren gewandt. Weiterhin bleibt die Handlung im alten Japan flach und seicht.

Zwischen dem Kampf ist die Politik dran

Samurai-Warriors-Chronicles-3_2Vor und nach jeder Schlacht gibt es lange Zwischensequenzen, welche zwar nicht spektakulär, aber sehr schön zum anschauen sind. Der 3DS hat keine besondere Hardware, aber die Charaktere sind hübsch designt, was man von der detailarmen Landschaft nicht behaupten kann. Trotzdem hätten die Entwickler mehr  Bewegung einbauen können, als nur dastehende Protagonisten. Bei den Gesprächen müssen wir immer wieder Antworten auswählen, welche der Person gegenüber zusagen, oder eben nicht. Entscheidet sich der Spieler für eine „richtige Antwort“, dann verbessert sich mit der Zeit die Beziehung und es entstehen neue Freundschaften. Im Test ist mir jedoch aufgefallen, dass sich die Entscheidungen nicht merklich auf die Geschichte und den Verlauf der Freundschaften auswirken. Dennoch ist diese Art der Interaktion in den Gesprächen eine nette Abwechslung und verhindert das automatische durchklicken des Dialoges. Ihr solltet kein Gespräch auslassen, weil diese notwendig sind, um neue Freundschaften zu schließen, neue spielbare Generäle zu erhalten und letztendlich neue Schlachtfelder freizuschalten. Negativ anzumerken ist, dass die Gespräche sehr lange ausfallen und dadurch langatmig werden können. Was mir gefällt, ist die japanische Vertonung. Die Beibehaltung der Originalsprache trägt sehr gut zur Atmosphäre des Spiels bei. Weiters wären deutsche anstatt englischer Untertitel angenehmer gewesen, denn nicht jeder junge Spieler ist der englischen Sprache mächtig.

Die neue Zutat

Samurai-Warriors-Chronicles-3_1In Samurai Warriors 4 konnte man zwei Generäle in einem Kampf abwechselnd steuern. Dies wurde nun von Tecmo Koei ausgebaut und sinnvoll implementiert. Auf den Schlachtfeldern müsst ihr mit zwei bis drei weiteren Generälen verschiedene Hauptmissionen und Nebenmissionen erfüllen. Die größte Änderung in diesem Teil ist die Möglichkeit alle Begleiter selbst zu steuern, egal wo sich diese auf der Karte befinden mögen. Mit einem Klick auf den unteren Touchscreen des 3DS, könnt ihr so zwischen den Generälen Hin und Her wechseln. Diese Neuerung seitens der Entwickler ist auch dringend notwendig und angebracht. Die hohe Anzahl an Nebenmissionen (Zwischengegner töten, Alliierte eskortieren etc.) die man bewältigen kann, lässt uns mehr oder weniger keine Wahl, als den Charakter zu wechseln. Die Nebenmissionen müssen in einer bestimmten Zeit erfüllt werden und tauchen sehr oft auf der anderen Seite der Karte auf. Dies wäre mit einem einzigen spielbaren Charakter nicht möglich.

Abseits des Story Modus konnten wir den Challenge Modus ausprobieren. Hier gilt es mit einem Zeitlimit verschiedene Herausforderungen zu meistern. Mit dem verdienten Gold aus beiden Modi, können wir uns im Shop Rüstungen, Waffen etc. kaufen und so stärker werden. Grinden steht in diesem Spiel an der Tagesordnung, um sich die besten und teuersten Sachen leisten zu können. Auf Dauer kann diese Monotonie ermüdend werden. Die Jagd nach besseren Items lässt euch jedoch die geringe Anzahl an Abwechslungen im Spiel vergessen und die Sammelsucht tritt ein.

Babysitting für Fortgeschrittene

Samurai-Warriors-Chronicles-3 Um einen Kampf zu gewinnen, müssen wir die einzelnen fremden Territorien erobern, indem wir die Offiziere dieser Zonen besiegen. Das hat zur Folge, dass die Gegner eingeschüchtert werdem und die Flucht ergreifen. Hat man das gesamte Areal eingenommen, gilt es das Hauptquartier zu stürmen. So weit so gut. Das die Gegner KI nicht die Klügste ist (greifen selten an), dass hätte ich noch akzeptieren können, doch warum können meine Mitstreiter nicht etwas cleverer agieren? Häufig laufen diese in fremde Territorien und gelangen so in unnötige Gefahr, so dass die Generäle trotz starker Rüstung fast sterben. Wir müssen daraufhin zwangsweise die Steuerung des Teammitgliedes übernehmen und die Sache selbst klären. Die spielbaren Charaktere sind nicht gerade die klügsten der Spielgeschichte. Dank der leicht zu erlernenden Steuerung, haben wir aber selbst diese Probleme schnell im Griff. Mit der Zeit und dem fortschreiten im Spiel, kommt man sich wie ein Babysitter vor. Hier haben die Entwickler von Koei dringenden Handlungsbedarf.

Samurai Warriors: Chronicles 3
Beitragsbild Samurai Warriors Chronicles 3Wertung der Redaktion: 

71/100

  • Publisher: Koei Tecmo
  • Getestet auf: Nintendo 3DS
  • Preis: 39,99€
  • Reviewed von: Phil

 

Am 24. Juni 2015

 
15/20Technik+ gute Grafik der Charaktermodelle
+ 3D Effekt
+ stimmiger Soundtrack
+ japanische Vertonung

- detailarme Landschaft

- geringe Abwechslung der Gegner
- keine deutschen Untertitel
14/20Umfang+ alle vier Protagonisten spielbar
+ Sammelsucht tritt ein
+ zahlreiche Waffen und Rüstungen
+ lange Spieldauer
- keine offenen Schlachtfelder 
- Eingewöhnung in die Menüführung
- seichte Story
- wenig Abwechslung
12/20Gameplay+ mehrere Schwierigkeitsgrade
+ einfach zu erlernende Steuerung
- schlechte KI der Gegner
- Aussetzer der Teammitglieder
30/40Spezifisch+ viele verschiedene Waffen und Rüstungen (+12)
+ Herausforderungen im Challenge Modus (+8)
+ viel Suchpotenzial (+10)

- Gegner greifen selten an (-4)
- nur im E-Shop erhältlich (-6)

Fazit:

[rating itemreviewed=“Samurai Warriors: Chronicles 3″ rating=“71″ reviewer=“Philipp Ondracek“ dtreviewed=“15.07.2015″ best=“100″ worst=“0″]

Die Rückkehr der Samurai Warriors Serie auf den 3DS ist eine gute Abwechslung zu allen anderen Spielen, welche momentan für den Handheld erhältlich sind. Leider gibt es das Spiel nur im E-Shop als Download. Sammler von Hard Copys gehen in Europa leer aus. Altehrwürdige Fans können sich auf ein solide gebliebenes Kampfsystem mit großen Massenschlachten für die Hosentasche freuen. Einige gute Neuerungen wie zum Beispiel die Steuerung aller vier Protagonisten im Kampf, oder die persönlichere Einbindung in die Geschichte, rechtfertigen den Kauf des neuen Ablegers. Auch Neulinge und Interessenten können getrost zugreifen, da nur dieses Spiel das Bekämpfen tausender Gegner in einer einzigen Schlacht ermöglicht. Wem das Hauptspiel nicht reicht und mehr haben will, der kann sich weitere DLC´s holen. Die Anschaffung der Zusatzinhalte solltet ihr euch dennoch zweimal überlegen, da die DLC´s überteuert sind.  Dieses Japano Hack´n´Slay hat ein sehr hohes Suchtpotenzial, welches euch stundenlang an den 3DS fesseln wird.

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Philipp Ondracek
Meine erste Konsole war ein SNES aus dem Hause Nintendo. Damals passierte folgendes, ich verliebte mich in Videospiele. Seitdem lässt mich das Medium nicht mehr los und aus der anfänglichen Liebe wurde eine Leidenschaft. Bis heute hat sich diese Lebenseinstellung nicht geändert. Mein Herz gehört auf ewig Mario und dem Masterchief. Diese Spiele haben mich viele Stunden gekostet, welche ich jederzeit wieder opfern werde.

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