Einfach alles ist schnelllebiger geworden. Wer im kompetitiven E-Sport ganz oben mitspielen will, braucht selbstverständlich auch ein Eingabegerät ohne Verzögerung. Razer hat dafür die Razer Huntsman V3 Pro 8KHz entwickelt. Mit einem Upgrade auf fast schon absurde 8.000 Hz HyperPolling und analogen optischen Schaltern der zweiten Generation verspricht die Tastatur das reaktionsschnellste Keyboard auf dem Markt zu sein. Ob das Fullsize-Modell den stolzen Preis wert ist und wie sich die ganzen Features im Alltag schlagen, konnt ihr hier bei uns nachlesen.
Verpackung und Design
Die Tastatur befindet sich, wie von Razer gewohnt, in einer hochwertigen, schwarz-grünen Verpackung. Neben dem Keyboard ist ein 2 Meter langes, abnehmbares USB-A-auf-USB-C-Kabel, sowie eine ergonomische Handballenauflage im Lieferumfang enthalten. Die Oberseite überzeugt durch eine edle Abdeckung aus gebürstetem 5052-Aluminium. Die Unterseite besteht hingegen aus Kunststoff mit zweistufigen Ausklappfüßen, welche sich auf 6° und 9° Winkel einstellen lassen. Die Tastenkappen bestehen aus einem gut lesbaren texturiertem Doubleshot-PBT, was sie gegen glänzende Abnutzung resistent macht. Das Testmuster ist die Fullsize-Variante, welche das komplette Layout inklusive Nummernblock bietet. Oben rechts befindet sich ein Multifunktions-Digitalregler (primär für Lautstärke), sowie drei dedizierte Medientasten für Schnelleinstellungen und Makros. Die magnetische Handballenauflage ist mit straffem Kunstleder bezogen und dockt nahtlos an. Sie ist bequem und ergonomisch für den Armverlauf beim zocken. Jedoch könnten die Magnete etwas stärker sein, da in hektischen Momenten die Auflage etwas verrutscht.

Die Technik der Huntsman V3 Pro im Überblick
Das wahre Kraftpaket der Razer Huntsman V3 Pro 8KHz verbirgt sich unter den unscheinbaren Tastenkappen. Hier setzt Razer auf eine Symbiose aus modernster Sensortechnik und einer maximalen Datenübertragung. So wird versucht jede mögliche Form von Eingabeverzögerung zu eliminieren. Im Gegensatz zu klassischen mechanischen Tastaturen, bei denen Metallkontakte aufeinandertreffen, arbeitet dieses Keyboard mit Lichtschranken. Das macht die Switches extrem langlebig und zudem resistent gegen starke Abnutzung. Ausgelegt sind die Switches für bis zu 100 Millionen Anschläge. Da die Sensoren stets die genaue Position der Taste messen, lässt sich der Auslösepunkt für jede Taste individuell in der Software oder direkt am Gerät einstellen. Die Spanne reicht von sensiblen 0,1 Millimetern für blitzschnelle Reaktionen bis hin zu tiefen 4,0 Millimetern, was unbeabsichtigte Eingaben verhindern soll. Die Schalter benötigen zudem nur eine sehr geringe Auslösekraft von 40 Gramm, was das drücken angenehm macht.
Der Beschriftung „8KHz“ ist bei der Huntsman V3 Pro nicht nur ein Zusatz. Während normale Gaming-Tastaturen ihre Daten einmal pro Millisekunde an den PC senden, funkt die Huntsman V3 Pro achtmal so oft. Mit einer echten Abtastrate von 8.000 Hz werden die Signale alle 0,125 Millisekunden übertragen. In Kombination mit der optischen Signalverarbeitung erreicht die Tastatur eine absurd niedrige Gesamtlatenz von gerade einmal 0,58 Millisekunden (laut Hersteller). Damit diese Leistung plattformübergreifend und ohne Software-Zwang abgerufen werden kann, besitzt die Tastatur einen eingebauten Hybrid-Onboard-Speicher. Auf diesem lassen sich bis zu sechs Profile sichern. Ein integriertes LED-Array über den Pfeiltasten dient als visuelle Anzeige, um Einstellungen wie die Tastenempfindlichkeit direkt im Spiel ohne Umwege anzupassen. Abgerundet wird all das durch die vollständig anpassbare Razer Chroma RGB-Einzeltastenbeleuchtung, welche viele optische Anpassungen erlaubt.
Speed-Upgrade nicht nur für Pro-Gamer
In der Praxis entfaltet die Razer Huntsman V3 Pro 8KHz ihr volles Potenzial in kompetitiven Spielen. Das Zusammenspiel der sehr leichtgängigen, linear-optischen Schaltern und der schnellen Datenübertragung sorgt für ein Spielgefühl ohne spürbare Verzögerung. Dank der werkseitigen Schmierung gleiten die Tasten ohne spürbaren Reibungswiderstand nach unten, was ich bisher noch nicht erlebt habe. Während sich dieses Setup beim Tippen anfangs etwas ungewohnt anfühlt, da bereits das Ausruhen der Finger zu Fehleingaben führen kann, kann diese Empfindlichkeit im Spielbetrieb voll punkten. Die texturierten Doubleshot-PBT-Tastenkappen bieten einen guten Grip und verhindern jegliches Abrutschen. Die akustische Kulisse ist präsent und knackig, ist aber zu keiner Zeit störend.
Das definitive Highlight ist die Performance in kompetitiven Ego-Shootern wie beispielsweise Counter-Strike 2. Bei einem Auslösepunkt von gerade einmal 0,1 Millimetern wird der Befehl im selben Moment registriert, in welchem die Bewegung des Fingers ansetzt. Da sich der Rücksetzpunkt dynamisch an die Aufwärtsbewegung der Taste anpasst, entfällt die mechanische Totzeit komplett. Diese Technik ermöglicht blitzschnelle Richtungswechsel, was fast schon wie Cheaten wirkt. Die hardwareseitige Priorisierung verhindert zudem die Überlagerung zweier Signale. Das abrupte Abstoppen aus dem vollen Lauf, um auf eine Situation reagieren zu können, fühlt sich kontrollierter an als auf herkömmlichen Tastaturen.
Die fast schon absurde, ein anderes Wort fällt mir dafür nicht ein, Abtastrate von 8.000 Hz überträgt die Signale alle 0,125 Millisekunden an den PC. Um diesen Unterschied im Bruchteil einer Sekunde vollständig wahrnehmen zu können, benötigt man allerdings einen passenden High-End-Monitor. Erst im Zusammenspiel mit einem Gaming-Monitor mit 240 Hz oder mehr wird laut Hersteller die extrem saubere, mikrorucklerfreie Umsetzung der Befehle sichtbar. Für E-Sportler eliminiert dieses Feature das letzte Quäntchen potenzielle Eingabeverzögerung. Ich habe einen 27″ WQHD Monitor mit 144 Hz und selbst ich habe die schnelle Abtastrate und Übertragung wahrgenommen. Wer also einen Monitor mit 240 Hz oder mehr sein Eigentum nennen kann, wird das volle Potenzial der Tastatur definitiv spüren. Das Zusammenspiel aus den Medientasten und dem analogen LED-Array über den Pfeiltasten ist für mich ein weiteres Schmankerl. Wer auf Turnieren spielt oder die Synapse-Software im Hintergrund meiden möchte, kann den Auslösepunkt oder die Intensität des Rapid Triggers direkt über Tastenkombinationen an der Hardware justieren. Die kleinen LEDs spiegeln die gewählte Stufe visuell wider und sichern das Profil direkt auf dem Onboard-Speicher. Besser geht es nicht.






