The Legend of Zelda: Link’s Awakening im Test – ein perfektes Remake?

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„The Legend of Zelda: Link‘s Awakening“ ist der vierte Teil der Zelda-Reihe und war 1993 der erste Ableger, welcher für eine Handheld-Konsole (Game Boy) erschien. Nun wird dieser Klassiker von den Entwicklern in ein neues Gewand gepackt und erscheint am 20. September für die Nintendo Switch. Kann die Neuauflage mit hübscherer Optik sowohl altehrwürdige Zelda-Fans als auch jüngere Spieler überzeugen und erneut in seinen Bann ziehen? Mehr erfahrt ihr im Link’s Awakening Test!

The Legend of Zelda: Link’s Awakening im Test

Grüße aus Cocolint

Im Intro von „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“, welches im Zeichentrickstil dargestellt wird, sehen wir Link in einem kleinen Segelboot auf hoher See. Er befindet sich mitten im Zentrum eines Gewitters und die etlichen Blitze entladen sich bedrohlich im Meer. Ohrenbetäubender Lärm des Donners erfüllt die Luft und lässt Angst aufkommen. Unser Protagonist hat Schwierigkeiten bei den meterhohen Wellen auf Kurs zu bleiben und das Boot vor dem Untergang zu bewahren. Plötzlich trifft uns wie aus dem Nichts ein Blitz. Dunkelheit und Stille breiten sich am Bildschirm aus.

Nach unserem Schiffsunglück werden wir an den Strand einer uns fremden Insel angespült und von Marin gefunden. Wir erwachen unversehrt aber benommen in ihrem Haus, welches sich in Mövendorf befindet. Nach einem kurzen Gespräch erfahren wir, dass wir uns auf der Insel Cocolint befinden. Überall sind kurz nach unserer Ankunft Monster aufgetaucht und wir sollten doch am Strand nach unserem Schwert suchen. Unbewaffnet können wir doch kein Abenteuer bestreiten und gegen Monster antreten. Unser Schwert in der Hand haltend, stoßen wir auf eine Eule, welche uns einen wichtigen Hinweis zu unserer misslichen Lage liefert. Um die Insel verlassen zu können, müssen wir insgesamt acht Instrumente finden und den schlafenden Windfisch aus seinem Ei erwecken. Unser Ziel ist vorgegeben, die Ausrüstung beisammen und das spannende Abenteuer kann losgehen.

Mövenwind- ein Dorf lädt zum erkunden ein

Habt ihr damals „The Legend of Zelda: Link‘s Awakening“ auf dem Game Boy gespielt? Falls nicht, dann habt ihr nun die Möglichkeit diesen Klassiker nachholen zu dürfen. Die Insel bietet viele Geheimnisse und Rätsel die nur darauf warten von euch gelöst zu werden. Aber auch das Startgebiet Mövendorf lädt aufgrund seiner interessanten Bewohner zum erfreulichen erkunden ein.

Zum einen hätten wir die Dorfbücherei, in welcher man reichlich angesammeltes Wissen findet. Möchten wir beispielsweise gleich zu Beginn die gesamte Karte Cocolints mit allen Gebieten haben, können wir diese aus dem Buch abfotografieren (einfach ein Screenshot erstellen). Außerdem gibt es auch noch Tipps zur Wirbelattacke, Vorzüge der Teleporter und weiterem nützlichen Wissen. Ein Buch jedoch, können wir ohne magische Lupe nicht lesen und deshalb werden wir einfach mit fortgeschrittenem Spielstand zurückkommen. Was das Buch vor uns verbergen will?

Benötigen wir zusätzliche Ausrüstung wie zum Beispiel Pfeile, Bomben, eine Schaufel oder einen überteuerten Bögen (kostet 980 Rubine trotz Aktion), dann können wir alles in Tante Emmas Laden besorgen. Diebstahl ist natürlich auch möglich, aber davon würde ich euch abraten. Damit die Freizeit nicht zu kurz kommt, gibt es nördlich von Mövendorf einen Angelteich. Dort können wir für nur 10 Rubine pro Runde Fische fangen und neue Rekorde aufstellen.

Sollten wir nach einmal nicht weiterwissen, dann sind die perfekt platzierten Telefonhäuschen eine gute Anlaufstelle. Darin können wir Ulrira anrufen und wertvolle Hinweise erhalten. Dieser nette ältere Herr wohnt ebenfalls in Mövendorf, möchte jedoch nur über das Telefon mit uns kommunizieren. Damit wir uns nicht an so viel erinnern müssen, können wir auf der Karte Pins und Erinnerungen setzen. So wissen wir stets, wie und wo es weitergeht.

Ein klassisches Zelda wie man es kennt und liebt

Was genau macht ein klassisches Zelda eigentlich aus? Hierfür brauchen wir eine Oberwelt, Dungeons mit fordernden Rätsel, ein Item pro Level, versteckte Herzteile, einige Minispiele und gute Nebenquests. Das sind alles essentiellen Bestandteile damit ein gutes und klassisches Zelda das Licht der Welt erblicken kann. Hier haben die Entwickler mit „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ eine tolle Leistung an den Tag gebracht und altbewährtes mit frischer Optik kombiniert.

Das Herzstück eines jeden Zelda-Teiles sind die zahlreichen Dungeons und die darin enthaltenen Rätsel. Zu Beginn eines jeden Abenteuers sind diese Level noch leichter und anspruchsloser. Je weiter wir jedoch mit dem Spielstand voranschreiten, desto höher wird der Schwierigkeitsgrad der Rätsel und unsere Frustrationstoleranz niedriger. Umso glücklicher sind wir, wenn wir ein weiteres Musikinstrument in unseren Händen halten, mit welchen wir den Windfisch erwecken müssen.

Fast alles wurde wie im Original beibehalten (Aufbau der Welt etc.), dennoch fanden einige praktische und moderne Änderungen ins Spiel. Aufgrund der damaligen Limitierung des Game Boys (nur zwei Knöpfe), konnte man maximal zwei Items gleichzeitig ausrüsten. Heutzutage stehen uns mehr Knöpfe zur Verfügung, weshalb wir zusätzlich zu den stets ausgerüsteten Pegasusstiefel und dem Kraftarmband, zwei weitere Gegenstände auf den Shortcuts ablegen dürfen. Dank dieser Entscheidung seitens der Entwickler, wurde das Spiel komfortabler, moderner und den heutigen Standards angepasst.

Dungeons selber erstellen und motivierende Nebenquests

Eine der größten Neuerungen in „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ ist der Dungeon Editor. Dieser Editor befindet sich nicht im Menü, sondern bei Boris Hütte in der Nähe des Sumpfes. Dort können wir neue Dungeons mit gewissen Einschränkungen kreieren. Im Editor steht uns ein gewisser Platz zur Verfügung, welchen wir nach Lust und Laune bebauen können. Zusätzlich erhalten wir gewisse Vorgaben/ Herausforderungen, wie zum Beispiel eine weitere Ebene mit einen Schatz, die es zu erfüllen gilt. Je mehr Level wir erkundet haben, umso mehr Räume stehen uns als Vorlage zur Verfügung und umso mehr Variationen sind möglich. Schade finde ich, dass wir nur einen gewissen Platz bebauen dürfen und unsere Kreationen nicht mit Freunden teilen können. Hier wurde leider großes Potenzial verschenkt.

Neben der Hauptstory können wir etliche Nebenquests erledigen und somit den Bewohnern der Insel helfen. Es gibt zum Beispiel ein Haus in Mövendorf, indem Papahl und Mamasha mit den Vierlingen und einem Säugling leben. Die Mutter der Kinder bittet uns eine Yoshi-Puppe zu besorgen, welche es aber nur in der Kran-Kemenate zu erspielen gibt. Wir versuchen unser Glück und können schon nach kurzer Zeit ihren Wunsch erfüllen. Im Gegenzug erhalten wir ein Geschenk, welches wir für zukünftige Tauschgeschäfte benötigen werden (durchführen damit euch der letzte Dungeon leichter fällt). Ihr Mann bittet uns wiederum nach ihm in den Bergen zu suchen, da er glaubt sich dort zukünftig zu verirren. Ok. Wir werden vermehrt Ausschau nach ihm halten.

Originalgetreues Remake mit niedlicher Optik – Link’s Awakening: Test bestanden!

Wie schon oben erwähnt, ist Nintendo dem Original treu geblieben und hat nur geringe zeitgemäße Veränderungen vorgenommen. Dazu zählt auch die grafische Darstellung von „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“. Die Entwickler haben sich gegen eine realistische und für eine Plastikspielzeug-Optik entschieden. Somit hat die Neuauflage eine recht niedliche Grafik und ähnelt mehr einem verspielten Diorama. Unser Held und die Landschaft um ihn herum werden Scharf dargestellt, wohingegen die Objekte im Hintergrund verschwimmen. Technisch läuft das Remake fast reibungslos. Ab und zu sind uns Mikroruckler aufgefallen, sobald die Kamera auf ein neues Gebiet umschwenkt und zusätzlich viel Gras dargestellt wird. Die Auflösung liegt bei 1080p und die Texturen sind stets gestochen scharf. Der Soundtrack ist wie immer gelungen und untermalt das Geschehen am Bildschirm gekonnt. Die Ladezeiten sind überraschend kurz und die analoge Steuerung ist durchgehend präzise. Wir würden sagen: Link’s Awakening: Test bestanden!

The Legend of Zelda Link’s Awakening 10
The Legend of Zelda: Link’s Awakening im Test – ein perfektes Remake?
Fazit
Nintendo ist mit „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ dem Original sehr treu geblieben und hat nur geringe zeitgemäße Veränderungen vorgenommen. Neue Komfortfunktionen ermöglichen die Benutzung mehrerer Gegenstände und schaffen dadurch ein flüssigeres Spielerlebnis. Der neue Dungeon Editor ist die größte Neuerung des Remakes und bietet uns erstmals die Gelegenheit eigene Level mit gewissen Einschränkungen zu erstellen. Schade finde ich, dass wir nur einen gewissen Platz bebauen und unsere Kreationen nicht mit Freunden teilen dürfen. Hier wurde leider großes Potenzial verschenkt. Zu den weiteren Veränderungen der Neuauflage zählt natürlich auch die grafische Darstellung. Die Entwickler haben sich gegen eine realistische und für eine Plastikspielzeug-Optik entschieden. Somit hat die Neuauflage eine recht niedliche Grafik und ähnelt mehr einem verspielten Diorama. Der Rest des Spiels ist ein klassisches Zelda wie man es kennt und liebt. Eine Oberwelt, Dungeons mit fordernden Rätsel, ein Item pro Level, versteckte Herzteile, einige Minispiele, gute Nebenquests und eine motivierende Story. Was kann und möchte man mehr von einem Remake verlangen? Trotz der kleineren Schwächen eine deutliche Kaufempfehlung.
Technik
95
Umfang
86
Gameplay
100
Spezifisch
84
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
dem Original treu geblieben
Plastikspielzeug-Optik
stimmiger Soundtrack
Präzise analoge Steuerung
Dungeon Editor
zeitgemäße Komfortfunktion (Benutzung mehrerer Gegenstände)
motivierende Nebenquests
1080p
Schlechter
gelegentliche Mikroruckler
kein freies bebauen im Editor
teilen der Kreationen nicht möglich
91
Wertung

Philipp Ondracek
Meine erste Konsole war ein SNES aus dem Hause Nintendo. Damals passierte folgendes, ich verliebte mich in Videospiele. Seitdem lässt mich das Medium nicht mehr los und aus der anfänglichen Liebe wurde eine Leidenschaft. Bis heute hat sich diese Lebenseinstellung nicht geändert. Mein Herz gehört auf ewig Mario und dem Masterchief. Diese Spiele haben mich viele Stunden gekostet, welche ich jederzeit wieder opfern werde.

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