Anna´s Quest

Fiese Hexen mit Buckel und Warzen, ruhelose Geister, Jungen in Teddy-Gestalt, die Bremer Stadtmusikanten sowie viele weitere mystische Gestalten treffen wir im Erstlingswerk des australischen Autoren und Game Designer Dane Krams an.

Anna ist ein kleines Mädchen das irgendwo im Nirgendwo mit ihrem Großvater in einem Häuschen wohnt. Anna ist ein sehr behütetes Mädchen, denn der Großvater möchte um jeden Preis alles Übel und Schlechte dieser Welt von ihr Fernhalten. Doch der Großvater leidet an einer mysteriösen Krankheit die ihm sehr zusetzt und Anna beschließt einen Schritt in die große weite Welt zu wagen, um ein Heilmittel für den Großvater zu finAnnas quest Ted_Poseden.

 

Als möchte uns das Spiel warnen, müssen wir zusehen wie Anna prompt von der weltlichen Boshaftigkeit eingeholt wird: Die Hexe Winfriede entführt das kleine Mädchen und sperrt sie in einen videoüberwachten Raum. Im Rahmen eines Tutorials dürfen wir erstmals unsere Umgebung näher erkunden und erfahren auch das Motiv der Entführungs-Tat: Winfriede möchte Anna´s telekinetischen Kräfte zum Vorschein locken! Mit Hilfe von komplizierten Apparaturen gelingt ihr dies auch tatsächlich, was Anna sehr staunen lässt, hat sie doch noch nie von einer solchen Kraft gehört – geschweige denn gewusst, dass sie im Besitz einer solchen ist.

Anna begreift, sie muss hier ganz schnell raus!

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Ein ständiger Begleiter…

In Anna´s Quest gibt es ein paar Dinge die uns durch das ganze Spiel begleiten. Zuersteinmal ist da natürlich Anna, die wir steuern und mit der Welt interagieren lassen. Gleich zu Beginn lernen wir Ben kennen, einen freundlichen und ziemlich ängstlichen Teddybären, den die Hexe ebenfalls entführt und auch verzaubert hat – Ben ist nämlich in Wahrheit ein kleiner Junge. Ihn können wir zwar nicht steuern, doch ein Kamerad an der Seite ist immer gut. Zwar kann man mit Ben jederzeit kommunizieren und meistens auch etwas über die aktuelle Aufgabe mit ihm besprechen, jedoch hätte diese potentielle Möglichkeit der Hilfestellung noch weiter ausgeschöpft werden können. In manchen Situationen steht Ben nämlich einfach nur rum und kann einem in keinster Weise Tipps geben.

annas Quest Winfriede_Spell01Te-le-ki-ne-se. Was genau das bedeutet weiß Anna wohl nicht, sie kann jedoch seit dem blauen Licht, das die Hexe auf ihren Kopf scheinen hat lassen, Dinge bewegen, auseinanderbrechen, verbiegen und vieles mehr. Ganz schön praktisch wenn  man noch so klein ist und noch dazu aus den verschiedensten Situationen entkommen muss. Die Telekinese Fähigkeit kann nicht nur auf Dinge in Annas Umgebung angewendet werden, sondern auch auf Inventar Gegenstände.

 

Leider ist auch Winfriede eine ständige Begleiterin, denn die möchte Anna und ihre Kraft gerne für sich und ihre bösen Machenschaften nutzen. So ist die Hexe ein immer wiederkehrender Charakter, den wir mit den verschiedensten Mitteln austricksen müssen.

 Anna's Quest1

Eine ganz eigene Welt…

Die Welt durch die wir uns mit Anna bewegen ist ziemlich groß. Besonders auffallend ist, dass sie von vielen Bekannten aus den verschiedensten europäischen Märchen bevölkert wird – was vor allem in der englischen Sprachausgabe für einige Schmunzler sorgt.
So kann es durchaus sein, dass man in den Genuss eines Privatkonzerts des berühmten Van Beethoriki, Bandleader der Bremer Stadtmusikanten kommt, plötzlich im Käfig von Hensel und Gretel landet und es mit den gruseligen weißen Frauen zu tun bekommt.

…mit sehr gesprächigen Leuten

Daedalic Spiele zeichnen sich im Allgemeinen fast immer dadurch aus, dass besonderer Wert auf die witzigen, ausgefallenen und sarkastisch unterlegten Dialoge gelegt wird.
Auch in Anna´s Quest gibt es zahlreiche und auch sehr lange Dialoge, jedoch fehlt meines Erachtens der gewisse Pepp in den Erzählungen der Charaktere wodurch ich mich oftmals beim schnellen Überfliegen der Texte erwischt habe – etwas das ich sonst nie mache! Oftmals habe ich auch über Annas extreme Naivität und Unschuldigkeit den Kopf schütteln müssen.

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Rauchende Köpfe

Was man dem Spiel nicht vorwerfen kann ist, dass es zu einfach wäre. Man bekommt zwar sehr schnell eine Ahnung wo einen das Spiel gern haben möchte, doch die Erreichung dieses Ziel ist oftmals sehr viel schwerer als gedacht. Die Möglichkeit mit jedem Objekt auch telekinetisch interagieren zu können liefert nochmal mehr Chancen die richtige Lösung einfach zu übersehen und nicht nur einmal sind Dinge zwei mal zu benutzen. Denn wer hätte es gedacht, ein Plüsch-Einhorn liefert selbstverständlich nicht nur ein Horn, sondern auch noch Füllwolle!
Leider muss ich sagen, dass die Aufgaben teilweise so vielschichtig und aufgesplittert in verschiedenste Missionen waren, dass selbst mir manchmal die Geduld ausging und ich eigentlich nur noch stumpfsinnig die verschiedenen Möglichkeiten durchgeklickt habe. Schade, denn das müsste nicht sein.

Hätte man Ben als Hinweis Lieferant ein wenig besser genutzt wäre die Spannungskurve des Spiels eventuell nicht so abgesackt.

 

Anna´s Quest
Wertung der Redaktion:

73/100

  • Publisher: Daedalic
  • Getestet auf: PC
  • Preis: 29,99€
  • Reviewed von: Mira

 

Am 30. Juni 2015

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15/20 Technik + Soundkulisse
+ Soundtrack
- Animationen
- Detailreichtum
18/20 Umfang + knifflige Rätsel…
+ Bonus Inhalte freischaltbar
+ vielfältige Spielewelt
- …manchmal ZU knifflig

15/20 Gameplay + Steuerung
+ Identifizierung mit dem Genre
- Gefahr der Eintönigkeit
- keine angepassten Reaktionen
25/40 Spezifisch + Sehr sympathische Charaktere (+10)
+ Einbindung europäischer Märchen (+10)
+ Viele Möglichkeiten Dialoge zu führen (+5)
- Dialoge zeitweise zu langwierig (-5)
-  Storyline nett, aber nicht wahnsinnig fesselnd (-10)

Fazit:

[rating itemreviewed=“Anna´s Quest“ rating=“73″ reviewer=“Mira“ dtreviewed=“30.06.2015″ best=“100″ worst=“0″]

Der erste Eindruck den Anna´s Quest auf mich gemacht hat war zwar durchwegs ein guter, jedoch konnte das Spiel nach mehreren Stunden Spielzeit nicht mehr mit anderen Daedalic Klassikern mithalten. Die Musik ist gut, die Soundeffekte angenehm und passend, jedoch eben nicht so herausragend wie z.B. in „The Night of the Rabbit“. Ebenso die grafische Gestaltung: Einerseits gibt es viele Möglichkeiten mit Anna´s Umgebung zu interagieren und es sind einige Details vorhanden, auf der anderen Seite jedoch ist Anna selbst zum Beispiel auffallend „lieblos“ gezeichnet, fast schon ein wenig kahl, hat sie doch nicht einmal Augen. Auch die Dialoge zwischen den Personen sind zwar nett und teilweise zum Schmunzeln, aber der übliche schwarze Daedalic Humor scheint hier nur ganz ganz leicht durch. An manchen Stellen lässt auch die KI des Spiels ein wenig zu wünschen übrig, da sich viele Dinge nicht an den fortschreitenden Erfolg des Spielers anpassen und sich die Aussagen der Charaktere diesbezüglich auch nicht ändern.

Somit zieht sich für mich ein Gefühl von „ganz nett, aber eben doch nicht so berauschend“ durch das Spiel.

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So testen Wir

 

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