Captain Toad: Treasure Tracker

Luigi hat Luigi’s Mansion, Peach hat Super Princess Peach, Yoshi hat Yoshi’s Island und selbst Wario hat eine Menge eigener Spiele. Vernachlässigt wurde bisher nur der kleine Pilz namens Toad. Mit Captain Toad: Treasure Tracker bekommt Toad nun sein eigenes Spiel. Bekannt aus Super Mario 3D World begibt sich der Schatzjäger zusammen mit Freundin Toadette ins Abenteuer und muss viele Rätsel lösen.

Captain Toad: Treasure Tracker ist eine Sammlung von einzigartigen kleinen Leveln, in denen man durch Perspektivenwechsel Rätsel lösen muss. Wie so oft in Titeln der Mario-Reihe und ihren Spin-Offs werden die friedlichen Absichten der Hauptcharaktere durch eine Entführung gestört. Auch Toad und Toadette, mit Forscherhelm und Spitzhacke ausgerüstet, werden in ihrer Schatzsuche unterbrochen. Ein riesiger Vogel hat es nämlich auf die erbeuteten Reichtümer abgesehen. Ganz besonders spannend findet er den goldenen Superstern, den er sich gleich schnappt. Doch Toadette lässt sich dieses gemeine Verhalten nicht gefallen und hängt sich kurzerhand an den Stern und somit den Vogel. Alleine zurück bleibt nun nur noch Toad. Aber was wäre er für ein Pilz, wenn er nicht sofort die Verfolgung aufnehmen würde? Nebenbei werden natürlich noch ein paar Schätze eingesackt.

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cttt_7„Diamanten und Sterne, die hätte ich gerne!“
Betritt man ein Level, so fragt man sich erst einmal: „Wohin muss ich? Was kann ich?“ Toad kann prinzipiell gar nichts. Nicht laufen, nicht springen, nicht schlagen. Toad kann einfach nur gehen. Oh! Und Rüben aus dem Boden ziehen, das kann er auch. Und hier entsteht die Herausforderung. Ein schmächtiger kleiner Pilz will an die großen Schätze. Um das Level abzuschließen, muss ein goldener Stern eingesammelt werden. Aber das reicht noch lange nicht, denn pro Level sind drei Diamanten versteckt, die auch noch in die Beutetasche wollen. Und weil Toad sich auch Gumbas und fliegenden Käfern und Shy Guys stellen muss, gibt es die Möglichkeit, Rüben aus dem Boden zu ziehen und diese auf die Gegner zu werfen und somit zu besiegen. Manchmal verstecken sich unter dem Grünzeug aber auch Münzen, Pilze, Diamanten oder sogar Gegner. Pustet man ins Mikrophon, so werden versteckte Münzen für kurze Zeit sichtbar.

cttt_5Um an die begehrten Schätze zu kommen, muss sich der Spieler auf ein neuartiges Gameplay einlassen. Durch die Manipulation des Levels und vor allem jede Menge Perspektivenwechsel, gelingt dies. Um versteckte Diamanten zu finden, muss man einfach nur die Kamera drehen. Die Interaktion mit den Elementen des Levels steht ebenso im Vordergrund. Durch das Antippen von Steinen, pusten oder das drehen von Rädern auf dem Touchpad kann das Level verändert werden. So lassen sich viele Level durch genaues Anschauen oder Ausprobieren lösen. Generell klappt das sehr gut, doch es gibt auch zwei bis drei Level, die so aufgebaut sind, dass man besonders in der Mitte des Levels die Spielfigur schlecht sieht. Neben dem Hauptzielen, Stern und Diamanten einzusammeln, gibt es pro Level auch noch ein spezifisches Zusatzziel. Diese Bonusaufgaben bestehen meistens aus Dingen wie „Tippsteine nur X-mal berühren“, „Alle Gegner besiegen“, „XY Münzen einsammeln“ oder „Ein bestimmtes Item sammeln“. Da man vorher nicht weiß, wie das Ziel lautet, steigt der Wiederspielwert der Level.

cttt_6Bei Captain Toad: Treasure Tracker steht das Gameplay im Vordergrund. Damit es in den über 60 Leveln nicht langweilig wird, wurden viele verschiedene Items und Elemente eingebaut. Steine, die sich beim antippen bewegen, sind da noch die normalsten Dinge. Da gibt es Türen, die ganz wo anders hinführen. Rutschen, Wippen, sich bewegende Plattformen, Schalter und Drehräder, die die Landschaft in Bewegung setzten. Kanonen, mit denen man nicht nur Toad durch die Gegend schießen kann, sondern auch mit Rüben ballert. Steine, die im richtigen Takt betreten werden müssen. Eine Spitzhacke, mit der man für kurze Zeit alles zerschmettern kann und Kirschen, die aus einem Toad gleich Zwei machen. Nintendo hat sich hier einiges einfallen lassen, sodass kein Level wie das andere ist. Es kommt also keine Langeweile auf. Trotzdem sind die Level nicht allzu komplex oder schwierig. Eine richtige Herausforderung hat man hier nicht. Dafür ein Spiel, dass man gut Zwischendurch spielen kann. Zu komplex dürfen die Level aber auch gar nicht werden., denn bei dem ein oder anderem großen Level muss man gleich um einiges genauer hinsehen, um seinen Pilz im Auge zu behalten. Egal ob man auf dem Gamepad oder am Fernseher spielt, die großen Level sind manchmal einfach zu unübersichtlich und das, obwohl man auch heranzoomen kann.

Ein ganz besonders kreatives Gameplay-Element ist das Lore-Fahren. Hier werden die Möglichkeiten der WiiU komplett ausnutzt. Zum einen wird die Asynchronität der Bildschirme genutzt, zum anderen die Gyrosensor-Steuerung des Touchpads. In manchen Leveln schwingt sich Toad in eine Lore und fährt durch den Stollen. Während am Fernseher weiterhin die 3th-Person-Perspektive angezeigt wird, ändert sich diese auf dem Gamepad zur Ego-Perspektive. Nun können Gegner, Gegenstände und Items abgeschossen werden. Gezielt wird entweder per Bewegungssteuerung oder altbewährt mit Analog-Stick. Da sich die Geschwindigkeit der Lore auch dem Gefälle der Gleise anpasst und man sich gut umsehen muss, um alles relevante zu finden, sind diese Level gar nicht mal so einfach.

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Toadette meldet sich zur Stelle!
Eine Sache, die dieses Spiel besonders gut kann, ist es, mit der Erwartungshaltung des Spielers zu spielen. Wo man in anderen Games erst ganz zum Schluss des Levels den Stern findet, kann es passieren, dass man ganz plötzlich vor ihm steht, aber mit dem Rest der Aufgaben noch gar nicht fertig ist. Oder der Abspann wird eingeblendet, nur um kurz später zu verkünden, dass es weiter geht. Den kürzesten Weg nehmen? Das Spiel macht dir einen Strich durch die Rechnung. Große Monster besiegen? Macht man nicht selber! Da kümmert sich lieber der Zufall drum. Wieso haben Shy Guys eigentlich Masken an? Und wieso reitet Toad eigentlich auf einem Drachen? Ein klecttt_4ines Geheimnis wollen wir aber schon verraten. Die rosarote Toadette ist nicht bloß ein nutzloses Anhängsel, sondern geht auch selbst auf Schatzjagd! Richtig gehört: Toadette kann in Captain Toad auch gespielt werden! Wenn das nicht mal eine tolle Sache ist! Dieses Spiel ist definitiv für die ein oder andere Überraschung zu haben.

Wo wir grade bei Überraschungen sind: Auch technisch wurde sich hier erstaunlich viel Mühe gegeben. Alles läuft super flüssig und von Kanten und unscharfen Texturen ist auch nichts zu sehen. Kleine Details und besonders die Lichtsetzung machen Captain Toad sehr Atmosphärisch. Da die Level thematisch so unterschiedlich sind, ist auch die Musik immer anders. Die verspielten Musikstücke sind teilweise bekannt, teilweise neu, passen aber in jedem Fall ausgezeichnet ins Spiel. Nur die Menü-Musik mit ihren hohen Tönen kann nach einer Weile nervig werden.

cttt_3Die dunkle Seite der Artenvielfalt
So vielseitig sowohl Gameplay als auch Level-Design sind, es fehlt doch irgendwie das Gefühl ein richtiges Spiel vor sich zu haben. Captain Toad ist in drei Bücher, sogenannte Episoden, aufgeteilt. Jedes enthält eine kleine Geschichte, die aber im Endeffekt immer die Gleiche ist, ein paar kleine Änderungen inklusive. Gleich ist auch der Zwischenboss in jeder Episode. Ein großer Drache versucht Toad zu grillen. Wo kommt dieser Drache her? Und was will er? Hätte man das nicht zumindest irgendwie in die Geschichte einbinden können? Ein bisschen mehr Abwechslung hätte hier absolut nicht geschadet. Vor allem, weil die Level thematisch unzusammenhängend sind, kommt kaum Stimmung auf. Obwohl man mit über 60 Leveln und Bonusleveln (nach dem Durchspielen und wenn man einen Speicherstand von Super Mario 3D World auf der Konsole hat) schon einiges geboten bekommt, ist Captain Toad: Treasure Tracker für seine 40 Euro doch recht kurz und mehr etwas für Zwischendurch. Auch wurde von einem Support von Amiibos gesprochen, aber davon ist im Spiel weit und breit nichts zu sehen. Ob Nintendo da noch nachpatched?

Captain Toad: Treasure Tracker
cttt_retail Wertung der Redaktion: 80/100

  • Publisher: Nintendo
  • Getestet auf: WiiU
  • Preis: 39,99 €
  • Reviewed von: Nina van Aken

Am 30. Dezember 2014

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17/20 Technik + Diverse Designs der Level
+ Atmosphärisch gut gemacht
+ Musik sehr passend
+ Ansprechende Grafik
+ Mit schönen Zwischensequenzen
- Manche Level sehr unübersichlich aufgebaut
- Musik wird aber nach einer Zeit nervig
- Zwischensequenzen wiederholen sich
15/20 Umfang + Level mit zusätzlichen Missionszielen
+ Bonuslevel nach Hauptstory
+ Super Mario 3D World-Extralevel
+ Münzrausch und Mumien
- Nur was für Zwischendurch
- Preislich ein bisschen zu teuer
- Unzusammenhängende Level
- Story eher rudimentär
20/20 Gameplay + Extrem vielseitige Level
+ Neuartiges Spielprinzip
+ Unterschiedliche Items
+ Einsatz von Touchpad und Gyrosensor
28/40 Spezifisch + Toadette als spielbaren Charakter (+5)
+ Spielt mit der Erwartungshaltung (+10)
+ Loren-Level (+8)
+ Für Überraschungen gut (+5)

- Trotz allem kaum herausfordernd (-8)
- Amiibos? (-4)

Fazit:

[rating itemreviewed=“Captain Toad: Treasure Tracker“ rating=“80″ reviewer=“Nina van Aken“ dtreviewed=“30.12.2014″ best=“100″ worst=“0″]Captain Toad: Treasure Tracker ist ein absolutes Positivbeispiel für kreatives Gameplay. Perspektivenwechsel und die Manipulation von Spielelementen ist so vielfältig eingesetzt, dass kein Level wie das nächste ist. Dabei kann Toad weder rennen noch springen. Trotzdem schafft es das Spiel, welches Bewegungssteuerung und Touchpad gekonnt zum Einsatz bringt, für ausreichend Abwechslung zu sorgen. Besonders die Loren-Level zeigen, welcher Ideenreichtum hinter Captain Toad steckt. Ein ideales Spiel für Zwischendurch. Schöne Grafik und guter Sound runden den Eindruck ab. Leider sind die Level absolut unzusammenhängend und die rudimentäre Geschichte wiederholt sich zunehmend, sodass überhaupt keine Gaming-Stimmung aufkommt. Immerhin weiß Captain Toad zu Überraschen. Die Erwartungshaltung des Spielers wird mehrmals gekonnt gebrochen. Toadette als spielbaren Charakter ist schon etwas feines! [/rating]

So testen Wir

 

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Nina van Aken
Irgendwann hab ich dann meine Freunde Indi, Lara und den Barbaren von Diablo II zurückgelassen um mich erwachsenen Themen zu widmen: Meiner ersten Liebesbeziehung mit Link. Sinneserweiternde Trips durch bunte Tunnel mit Rayman. Und natürlich meiner Karriere: 150 Pokémon, ja das sind wirklich viel. Doch ich will Pokémon Meister sein. Das ist mein Ziel!

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