Lords of the Fallen

Wem Darksiders gefallen hat und wer die Souls Spiele bereits zur Genüge durchgezockt hat und die Zeit bis zu Bloodborne noch mit einem wohl vergleichbaren Game überbrücken möchte, den wird seine Suche früher oder später zu Lords of the Fallen führen. Was kann der so sehr mit Dark Souls verglichene Titel den Spielern denn nun bieten?

Ähnlich wie bei den Souls Spielen wirft uns das von CI Games und Deck13 entwickelte Lords of the Fallen sofort mitten ins Geschehen – ohne weitere Erklärungen. Später klärt sich, man war ein Gefangener, der für seine Sünden die er begangen hat unschöne, aber doch recht dekorative Markierungen und Symbole ins Gesicht tätowiert bekommen hat. Nun hat man die Chance, diese schlechten Taten wieder gut zu machen, indem man den Menschen im sogenannten Kloster Keystone hilft, sich gegen dämonenartige Feinde einer anderen Dimension – den Rhogar – zur Wehr zu setzen und sie zurück zu treiben. Na dann, auf geht’s!

Hier gibt’s viel zu entdecken

LOTF_Media_2So stürzt man sich also als Harkyn in den Kampf, doch zuvor hat man noch die Möglichkeit seine Fähigkeiten festzulegen. Dazu hat man zwei Mögliche Pfade zur Verfügung, einen Geistigen und einen Körperlichen. Jeder besitzt 3 Unterkategorien, die man beliebig kombinieren kann. Neben den typischen Klassen wie Krieger, Magier, und Schurke kann man sich so seine beliebigen Unter-Klassen zusammenbauen. Zum Beispiel lässt sich ein Krieger mit den Skills/der Magie eines Schurken kombinieren. Die Klassen sind selbsterklärend: Ist man Schurke, baut man eher auf flinke und hinterhältige Angriffe, steckt aber kaum Schaden ein, während der Krieger zwar langsam ist, aber dafür auch gröbere Treffer wegsteckt. Der Magier tut was ein Magier eben so tut, Magie raus puffern.

66Die ersten Schritte im Spiel führen uns durch die Hallen von Keystone. Hier gibt es sehr viele versteckte Orte, verschlossene Türen, und Dokumente. Die feinen Partikeleffekte und atmosphärisch wirklich schön gesetzten Lichter verschönern dabei die Erkundungstouren. Grafisch sieht Lords of the Fallen nämlich umwerfend aus. Vor allem wenn man in den äußeren Bereichen der Gebiete auf der Suche nach Questitems und besseren Waffen. Die Musik trägt einen weiteren positiven Aspekt zur Spielwelt bei. Die schön komponierte und eingespielte Musik ergänzt den grafischen Teil und sorgt für eine ansprechende Athmosphäre. Wenn die Soundausgabe einwandfrei funktionieren würde, hätte man bezüglich Grafik und Sound gar nichts zu meckern. Leider fallen während dem Spielen immer wieder mal die Tonspuren aus,  was doch recht nervig werden kann.

Nicht sehr umgänglich

Sehr gesprächig zeigt sich Harkyn allerdings nicht. Man läuft im Spiel zwar ohnehin nicht vielen Personen über den Weg, wenn man dann aber doch auf den ein oder anderen NPC trifft beschränkt sich die Kommunikation auf ein simples „Such meinen Dolch.“ Bis man die gewünschten Dinge gefunden hat, rühren sich die Auftraggeber nicht vom Fleck. Einen stimmigen Tagesablauf der Charaktere sucht man vergeblich. So zeigt sich leider bereits nach kurzer Zeit, dass Lords of the Fallen nicht den größten Spieleumfang zu bieten hat.

Der Weg, den Harkyn gehen muss, um die Lords of the Fallen zu besiegen und somit die Welt der Menschen zu schützen führt den Spieler nur in wenige, nicht besonders abwechslungsreiche Gebiete.

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Viel Abwechslung gibt’s nicht, was sehr schade ist, denn mit einer entsprechend gut aussehenden Welt und prächtigem Grafikkleid hätte man gerne mehr gesehen. So hat man aber abgesehen vom winterlich verschneiten Kloster und diversen Dungeons nicht viel auf dem Serviertablett.

64Eine Herausforderung entsteht dabei aber durch die fehlende Map. Man schafft es zwar dennoch die Pfade in dem Dungeongewirr finden, kartografisch veranlagte Spieler könnten aber auch dazu motiviert werden, sich ein paar Skizzen zu machen – oder aber einen Guide zur Hand zu nehmen, denn wirklich viel Motivation auf das Spiel einzugehen kam leider aufgrund platter Story und grob gestrickten Charakteren nicht auf.

Zu Beginn des Spiels steht man in einem Kloster, weiß nicht wer der Charakter ist, mit dem man sich da abgeben muss und erhält auch sonst kaum Erklärungen zur Spielwelt. Es fehlt die Verbindungskette zwischen Game und Spieler. Lords of the Fallen schafft es leider nicht so wie Dark Souls, den Spieler in seinen Bann zu ziehen.

Spieler der DarkSouls Reihe werden kaum Probleme mit dem Spiel haben. Die verschiedenen Phasen, mit denen die Bossgegner ausgestattet sind machen die Kämpfe zwar interessant und wecken doch etwas Nervosität, sind aber kaum eine Herausforderung. Das Konzept, der wechselnden Angriffe der Bossgegner abhängig von der Phase, in die man ihn getrieben hat, ist gut gelungen. Das Gameplay wird dadurch etwas interessanter gestaltet. Wir bekommen dadurch viel mehr das Gefühl, dass der Gegner tatsächlich auf unsere Angriffe reagiert.

LOTF_Media_3Trotz genügend Heiltränke und Items, die man während dem Spiel finden kann wird es natürlich passieren, dass man hin und wieder das Zeitliche segnet, startet man beim letzten Checkpunkt-Kristall wieder, allerdings ohne seine gesammelte Erfahrung. Kommt euch bekannt vor? Sollte es auch, denn genauso funktionierten auch die Souls Spiele. Man verliert bei Lords of the Fallen genauso seine gesammelte Erfahrung, mit einem großen Unterschied: man hat nicht unendlich Zeit um diese wieder zu beschaffen. Ein Prozentzähler gibt einem an, wie viel seiner verlorenen Erfahrung man überhaupt wieder bekommt sobald man den Ort des unerwünschten Ablebens erreicht hat. Gleichzeitig gibt es aber einen Erfahrungsbonus, der mit jedem erfolgreich besiegten Gegner steigt. Legt man die Erfahrung nicht in den Speicherpunkt, die als große rote Kristalle im Spiel vorhanden sind, steigt dieser Zähler immer weiter an und bringt mehr Erfahrung. Man kann also entscheiden, ob man seine gesammelten Punkte lieber sicher verstauen will, und dafür auf die Boni verzichten, oder aber lieber eine Chance auf die Boni haben und dafür riskieren, auch mal einige auf einmal zu verlieren. Das bleibt jedem Spieler selbst überlassen. Die Speicherkristalle sind zusätzlich dazu da Energie aufzuladen, sowie Potions aufzufüllen und die Ausrüstung auszuwechseln und anzupassen.

Da ginge doch mehr …

65Viel neues Spielprinzip steckt hinter Lords of the Fallen leider nicht. Man erreicht kaum neue und abwechslungsreiche Gebiete und man kann sich nur sehr schwer mit den Charakteren identifizieren. Was für Beweggründe hat Harkyn überhaupt, den Menschen zu helfen, wenn er doch als brutaler und gewissenloser Verbrecher markiert wurde? Woher der Sinneswandel? Klar kann man sich bei den Quests dazu entscheiden, den Leuten auch nicht zu helfen und ihnen die kalte, emotionslose Schulter zu zeigen, trotzdem beeinflusst das den Charakter kaum und wirkt sich begrenzt auf das Spiel aus.

Potential wäre wohl da gewesen, aber dafür ist das Spiel tatsächlich zu ‚klein’ geraten. Es fehlen die abwechslungsreichen und die interessanten Personen, die dem Ganzen Leben einhauchen. Zurück bleibt nach dem Spiel lediglich der Eindruck, vielleicht den Prolog von etwas gesehen zu haben, dass möglicher Weise einmal etwas Großes hätte werden können.

Entwickler-Gameplay Video

 

Lords of the Fallen
Lords-of-the-Fallen-Cover-Art-revealed-5-822x1024 Wertung der Redaktion: 62/100

  • Publisher: Square Enix
  • Getestet auf: PS4
  • Preis: 59,99€
  • Reviewed von: Anna Weixelbaum

Am 13. November 2014

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15/20 Technik + Grafik
+ Details
+ Musik
- Sound fällt öfters aus
10/20 Umfang + viel zu Entdecken
+ versteckte Items
- wenig Gebiete
- wenig Abwechslung
- wenig Charaktere
- keine Schwierigkeitsgrade
15/20 Gameplay + Prinzip der Souls Spiele
+ verschiedene Spielweisen
- geringer Wiederspielwert
- wird langweilig
- wenig Abwechslung
22/40 Spezifisch + individuelles Erfahrungspunkte-System (+10)
+ gutes System zur Klassenerstellung (+7)
+ gelungenes Kampfsystem (+5)

- zu einheitliche Gegner (-10)
- zu viel Backtracking (-8)

Fazit:

[rating itemreviewed=“Lords of the Fallen“ rating=“62″ reviewer=“Anna Weixelbaum“ dtreviewed=“13.11.2014″ best=“100″ worst=“0″]Die DarkSouls-Spiele grafisch aufpoliert. So könnte man über Lords of the Fallen denken. Könnte man. Das stimmt so aber leider nicht. Zu wenig Abwechslung, eine zu kleine Spielwelt und eine unnahbare Story dämpfen den Spielspaß. So wie das Wetter bleibt Lords of the Fallen eher kalt.[/rating]

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