Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX- Nostalgie im Test

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„Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX“ für die Nintendo Switch ist ein Spin-off-Ableger der Pokémon-Mystery-Dungeon-Spielereihe. Entwickelt wurde das Spiel von „Spike Chunsoft Co.“ und ist ein Remake von Pokémon Mystery Dungeon: Team Blau sowie Team Rot. Bei dem Spiel handelt es sich um einen rundenbasierenden Dungeon-Crawler und zählt, neben Pokémon Schwert und Schild, zur 8. Spielgeneration. Wie sich die Neuauflage der Reihe auf der Nintendo Switch schlägt, erfährt ihr in unserem Test.

Sind wir diesem Pokémon tatsächlich ähnlich?

Zu Beginn des Abenteuers in „Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX“ müssen wir einen Persönlichkeitstest durchlaufen. Waren wir bei der Befragung ehrlich, dann wird uns ein Pokémon mit einem uns ähnlichen Charakter zugeordnet. Aufgrund meiner hundertprozentigen Ehrlichkeit (kein Scherz), wurde mir ein Enton zugeteilt. Dieses Pokémon ist vergesslich, verspätet sich andauernd und lebt sein Leben mit einer gewissen Gemächlichkeit. Selbstverständlich müssen wir den Vorschlag des Spiels nicht akzeptieren und können stattdessen ein cooleres Pokémon aussuchen. Da ich vom Charakter her wirklich ein wenig einem Enton ähnele, werde ich die Wahl akzeptieren. Dafür wähle ich als Partner mein liebstes Pokémon aus- ein Bisasam. Unser Partner, welcher uns durch die Geschichte begleiten wird, ist von Beginn an auf Level 5, beherrscht vier Attacken und ist in den Dungeons eine erhebliche Hilfe.

PokéCare- ein Retterteam für alle Fälle

Wie schon in den vorherigen Ablegern, finden wir uns als Pokémon verwandelt in einer nur von Pokémon bewohnten Welt wieder. Verwirrt und ohne Erinnerung wachen wir neben einem idyllischen Teich auf. Das vor uns stehende Bisasam ist überaus glücklich als wir endlich zu Bewusstsein kommen und die Augen öffnen. Warum verstehen wir dieses Bisasam und wo sind wir hier? Seit wann verstehen Menschen die Sprache der Pokémon? Haben wir bei einem Unfall irgendwelche speziellen Kräfte erhalten? Das Bisasam ist leicht verwirrt, da es nur ein Enton vor sich stehen sieht und keinen Menschen. Wir sehen hinab und tatsächlich erblicken wir die Form eines Enton. Bevor wir überhaupt nur ansatzweise in Panik geraten können, kommt schon ein Smettbo angeflogen. Dieses hat sein kleines Raupi in einer nach dem Erdbeben entstandene Spalte verloren und erbittet unsere Hilfe. Bisasama und ich zögern nicht lange und begeben uns auf die erste inoffizielle Rettungsmission. Was hat es eigentlich mit den vermehrten Naturkatastrophen auf sich?

Quelle: Testversion

Das erste Dungeon fungiert als Tutorial und erklärt uns die gesamte Grundsteuerung von „Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX“. In den unterschiedlichen Dungeons steuern wir unser Team mit dem Steuerkreuz oder dem L-Stick. Ich bevorzuge das Steuerkreuz, da die Fortbewegung mit dem L-Stick leicht schwammig und unpräzise ausfällt. Weiters können wir wie gewohnt mit dem B-Knopf durch enge Gänge sprinten; andere Teammitglieder überholen; mit dem Plus-Knopf das aktive Pokémon wechseln und mit der ZL-Taste die einzelnen Attacken auswählen. Neu hinzugekommen ist die automatische Fortbewegung (L-Taste, deaktiviert sich bei Gegnern) und die automatischen Attacken mit dem A-Knopf. Zu Beginn sind die Neuerungen eher ungewohnt. Doch je öfter wir die Dungeons mit fortgeschrittenem Spielverlauf wiederholen, desto praktischer und komfortabler werden diese scheinbar überflüssigen Mechaniken. Nachdem wir erfolgreich das Raupi aus der Höhle gerettet haben, beschließen wir ein Retterteam zu gründen. PokéCare hat soeben das Licht der Welt erblickt.

Expansion- ein Weg zum Erfolg

Im Laufe der Story treffen wir in regelmäßigen Abständen auf Bosse, welche selbstverständlich mit der Schwierigkeit steigen. Umso wichtiger ist es ein gut eingespieltes und effektives Team zu haben. Unser Retterteam besteht aus mindestens zwei und maximal acht (ursprünglich waren es maximal vier) Pokémon. In den Dungeons treffen wir auf besiegte oder gerettete Pokémon, welche sich unserer Sache unbedingt anschließen wollen. Besitzen wir ein passendes Camp, dann wird es nach dem geschafften Level, sofern es überlebt, dort einziehen. Sollten wir kein passendes Habitat zur Verfügung haben, ist eine Aufnahme nicht möglich und wir erhalten lediglich einen kleinen Geldbetrag für das tolle Abenteuer. Als zusätzlichen Anreiz für Spieler, haben die Entwickler schillernde Pokémon eingebaut.

Poké-Münzen sind die Währung in „Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX“ und können unter anderem für weitere Camps ausgeben werden. Diese können wir für 400 bis 9000 Münzen im Dorf beim Stand von Knuddeluff erschließen. In diesen kann man die jeweiligen Pokémon managen und mit Süßigkeiten (z.B.: Regenbogengummi) füttern. Dank dieser kostbaren Leckereien erhöhen wir die Stats der jeweiligen Pokémon und mit etwas Glück, erhalten diese zusätzliche seltene Qualitäten (beeinflussen das gesamte Team). Um ein Pokémon trotz fehlendem Habitat unterwegs rekrutieren zu können, benötigen wir ein Knuddeluff-Orb im Inventar. Dadurch bietet sich uns die einzigartige Möglichkeit, ein passendes Camp außerhalb des Dorfes zu erwerben, wodurch wir das gewünschte Pokémon in unsere „Sammlung“ aufnehmen können.

Ein Dorf als Ausgangspunkt einer jeden Mission

Jede heroische Mission ist zum Scheitern verurteilt, wenn sich das Team nicht angemessen vorbereiten kann. Deshalb ist für unser Retterteam „PokéCare“ das Pokémon Dorf Ausgangspunkt eines jeden Abenteuers. Dort befindet sich nicht nur unsere Basis, sondern ebenfalls eine Snobilikat-Bank, das Kangama-Lager, ein Makuhita Dojo und ein Verkaufsstand zweier Kecleons für Items sowie TMs. Direkt neben der Post, welche uns täglich Briefe zustellt, befindet sich ein Infobrett für weitere Aufträge. Die zusätzlichen Aufträge haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und sollten mit Bedacht angegangen werden. Mal müssen wir andere Pokémon aus Dungeons retten, verlorene Items finden, oder gar bestimmte Pokémon besiegen. Wurde der Auftrag erfüllt, bekommt das Team Punkte, welche den Rang des Teams erhöhen. Erreichen wir den nächsten Rang, erhöhen sich die verfügbaren Plätze im Camp, die Anzahl der annehmbaren Aufträge, die Anzahl zusammenstellbarer Teams und die maximale Kapazität unseres Inventars.

Der Spielablauf ist wie gewohnt rundenbasiert und die Dungeons sind zufallsgeneriert. Machen wir einen Schritt, dann bewegen sich die Gegner ebenfalls weiter. Das gleiche Prinzip gilt auch in den vielen Kämpfen. Wird unser Team besiegt, dann wird die Höhle automatisch verlassen und der gesamte Beutelinhalt sowie das mitgenommene Geld gehen verloren. Wollt ihr dennoch nichts verlieren, dann könnt ihr euch von einem anderen Spieler retten lassen oder euch mit einem anderen Retterteam aus der Misere helfen. Ein Abenteuer verbraucht natürlich sehr viel Energie und deshalb sollte auf Nahrung nicht vergessen werden. Ist der Magen des aktiven Pokémons leer, müssen wir schnellstens einen Apfel essen um die Ausdauerleiste erneut aufzufüllen. Sind uns die herkömmlichen Dungeons zu einfach geworden und suchen wir eine spezielle Herausforderung, dann können wir einen Meisterdungeon aufsuchen. In diesen speziellen Höhlen starten wir auf Level 5, dürfen keine Items verwenden und Teammitglieder sind auch keine vorhanden. Wer mit reiner Stärke den Sieg erlangen will, wird leider nicht weit kommen.

Was gibt es sonst noch?

Optisch ist „Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX“ für die Nintendo Switch ein richtiger Hingucker, sofern man solch einen Stil gerne hat. Das Remake wurde von den Entwicklern mit einem frischen 2D-Zeichenstil, leichtem Cel Shading Look inklusive, aufpoliert. Sowohl am Bildschirm als auch im Handheld-Modus sieht das Spiel stets schön und knuddelig aus. Der Soundtrack ist ganz gut gelungen, nur leider ist die wiederholende Musik im Dungeon auf Dauer etwas nervig. Da ich sehr viel im Handheld-Modus spiele, musste ich leider nach einigen Spielstunden die Musik zeitweise ausschalten. Etwas mehr Abwechslung bezüglich der Musiktitel wäre nicht verkehrt gewesen. Ansonsten ist „Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX“ für die Switch eine schöne Neuauflage, welche man sich als Pokémon-Fan unbedingt einmal anschauen sollte.

Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX- Nostalgie im Test
Fazit
„Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX“ ist eine ziemlich gelungene Neuauflage geworden. Die Entwickler haben sinnvolle Neuerungen eingebaut, aber leider auch einige Schwachstellen übersehen. Der für das Remake ausgewählte 2D-Zeichenstil, ist trotz der etwas detailarmen Welt, sehr schön. Die Story erfüllt ihren Zweck, hat einen kleinen „Plot Twist“ und ein für mich zufriedenstellendes Ende. Die kleinen Neuerungen wie zum Beispiel die automatische Fortbewegung/ Attacken, mögen zu Beginn etwas ungewohnt sein, sind jedoch sehr komfortabel. Technisch läuft Pokémon Mystery Dungeon sowohl im Dock-Modus als auch im Handheld stets flüssig. Der Soundtrack ist ganz gut gelungen, nur leider ist die wiederholende Musik der Dungeons auf Dauer etwas nervig. Da die Fortbewegung mit dem L-Stick leicht schwammig und unpräzise ausfällt, bevorzuge ich das traditionelle Steuerkreuz. Die Dungeons werden zufallsgeneriert und sind deshalb immer ein wenig anders. Schade das diese optisch eintönig ausgefallen sind und nur wenige Details bieten. Mehr Abwechslung und Vielfalt wären wünschenswert gewesen. Sehr viel Spaß hatte ich bei der Erschließung neuer Camps und der Rekrutierung weiterer Pokémon. Pokémon-Fans der Mystery Dungeon-Reihe können sich die Neuauflage, trotz des recht hohen Preises, ruhig näher anschauen. Allen anderen rate ich auf einen geeigneten Sale zu warten.
Technik
78
Umfang
70
Gameplay
76
Spezifisch
86
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
passender 2D-Zeichenstil
technisch stets flüssig
zahlreiche Pokémon
automatische Fortbewegung/ Attacken
leichter Einstieg
gelungener Soundtrack
süßes Pokémon Design
viele Camps zum erschließen
schillernde Pokémon vorhanden
gute KI
Plot Twist in der Story
sehr viele Nebenmissionen
Schlechter
Story lediglich mittelmäßig
Musik im Dungeon nach gewisser Zeit leicht nervig
Steuerung leicht schwammig und ungenau
Dungeons optisch eintönig
Spielwelt detailarm
Preis ist zu hoch
78
Wertung

Philipp Ondracek
Meine erste Konsole war ein SNES aus dem Hause Nintendo. Damals passierte folgendes, ich verliebte mich in Videospiele. Seitdem lässt mich das Medium nicht mehr los und aus der anfänglichen Liebe wurde eine Leidenschaft. Bis heute hat sich diese Lebenseinstellung nicht geändert. Mein Herz gehört auf ewig Mario und dem Masterchief. Diese Spiele haben mich viele Stunden gekostet, welche ich jederzeit wieder opfern werde.

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